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09 November 2017, 09:30
Studie zu muslimischen Kindergärten von Uni Wien durchgelassen

Prüfungsagentur sieht kein Fehlverhalten, aber Mängel - Rektor der Universität Wien, Engl: "Kein Verstoß gegen Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis"

Wien (kath.net/KAP) Im Streit um eine Studie zu muslimischen Kindergärten hat eine externe Kommission entschieden, dass Studienautor Ednan Aslan bei der Erstellung kein Fehlverhalten vorzuwerfen ist. Experten der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (OeAWI) unter der Leitung von Stephan Rixen von der Universität Bayreuth kamen zum Schluss, dass es "keinen Verstoß gegen die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis" gebe, teilte der Rektor der Universität Wien, Heinz W. Engl, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit. Sehr wohl seien jedoch einzelne "Mängel" festgestellt und teils deutliche Kritik an der wissenschaftlichen Güte der Studie und des Abschlussberichts geübt worden. Das 32-seitige Prüfergebnis ist derzeit noch nicht voll einsehbar.

Der an der Uni Wien tätige Islamforscher Ednan Aslan hatte 2015 im Auftrag von Integrationsminister Sebastian Kurz eine erste Pilotstudie zu islamischen Kindergärten und Kindergruppen erstellt, deren Abschlussbericht im Februar 2016 vorlag. Im Sommer darauf wurden Vorwürfe erhoben, die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis seien nicht eingehalten worden, worauf die Universität diese Kritik, bei der eine eventuelle Manipulation durch den Auftraggeber im Raum stand, prüfen ließ. Wie es nun hieß, habe es für den Abschlussbericht "Interaktionen" mit Ministeriumsmitarbeitern gegeben. Aslan habe jedoch vor der Kommission Textänderungen ohne seine ausdrückliche Anweisung ausgeschlossen.

Es sei nötig, Regeln zur wissenschaftlichen Politikberatung klarer zu fassen, sagte Engl vor den Journalisten. Entsprechende Richtlinien gebe es im deutschsprachigen Raum bisher nicht und sollen nun von der Universität Wien und der OeAWI gemeinsam erarbeitet werden. "Politik soll ihr Fundament auf wissenschaftlicher Analyse haben. Die Rollen sind aber klar zu trennen", so der Universitätsrektor.

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