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01 November 2017, 12:13
Allerheiligen – das Fest aller Christen

Franziskus: die Heiligen lassen das Licht Gottes durchdringen, das sie in ihrem Herzen aufgenommen haben. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) Hochfest Allerheiligen. In seiner Ansprache vor dem Gebet des Angelus betonte Papst Franziskus, dass Allerheiligen „unser“ Fest sei, da die Heiligkeit Gottes unser Leben berührt habe. Die Heiligen seien keine perfekten Modelle, sondern von Gott durchdrungene Menschen. Sie könnten mit einem Fenster in der Kirche verglichen werden, die das Licht in verschiedenen Schattierungen eintreten ließen. Die Heiligen seien unsere Brüder und Schwestern, die das Licht Gottes in ihrem Herzen aufgenommen und es der Welt weitergegeben hätten, jeder nach seiner „Schattierung“. Alle aber seien sie transparent gewesen und hätten gekämpft, um die Flecken und die Finsternis der Sünde zu entfernen. Das sei auch unser Ziel: das Licht Gottes durchscheinen zu lassen.

Im heutigen Evangelium von den Seligpreisungen wende sich Jesus an seine Jünger, an uns alle, und nenne uns „selig“ (Mt 5,3). Es sei dies das Wort, mit dem Jesus seine Verkündigung, das Evangelium, beginne. Wer mit Jesus sei, sei selig, das heißt glücklich. Das Glück bestehe nicht darin, etwas zu besitzen oder jemand zu werden, sondern im Sein mit dem Herrn und im Leben aus Liebe. Aus diesem Grund hießen die Zutaten zu einem glücklichen Leben „Seligpreisungen“.

Diese erforderten keine eklatanten Gesten und seien nicht für „Übermenschen“, sondern, für den, der die Prüfungen und Mühen aller Tage lebe. Auf diese Weise seien die Heiligen selig: "sie atmen wie alle die vom Bösen verschmutzte Luft, die in der Welt ist, doch auf dem Weg verlieren sie nie die Spur Jesu aus dem Auge, die er in den Seligpreisungen anzeigt“. Diese seien die „Landkarte“ des christlichen Lebens. Heute sei so das Fest jener, die das Ziel erreicht hätten: nicht nur der im Kalender verzeichneten Heiligen, sondern vieler Menschen „von nebenan“, denen wir vielleicht begegnet seien. Allerheiligen sei ein Fest der Familie, vieler Menschen, die Gott dabei helfen, die Welt voranzubringen. Auch heute gebe es viele.

Vor allem seien das jene, die „arm sind vor Gott“ (Mt 5,3). Das bedeute, dass diese Menschen nicht für den Erfolg, die Macht oder das Geld lebten. Sie glaubten, dass der Schatz des Lebens der Herr sei, die Nächstenliebe die einzige wahre Quelle des Verdienstes. Unsere Seligkeit liege so im Herrn und in der Liebe, „nur mit ihm, nur wenn man liebt, lebt man selig“.

Abschließend zitierte der Papst eine Seligpreisung, die sich nicht im Evangelium finde, sondern am Ende der Bibel: „Selig die Toten, die im Herrn sterben“ (Offb 14,13). Am morgigen Fest Allerseelen seien wir aufgerufen, mit dem Gebet unsere Verstorbenen zu begleiten, damit sie für immer im Herrn seien.

Nach dem Angelus erinnerte Franziskus an die Terroranschläge in Somalia, Afghanistan und New York und betete für die Umkehr der Menschen, dieHass und Tod säten.