22 Oktober 2017, 11:50
"Islamisierung": Kein Widerspruch zwischen Papst und Schönborn
 
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Sprecher der Erzdiözese Wien, Prüller, kommentiert "profil"-Aussendung: "Was der Papst angeblich bei einer Privataudienz über die Islamisierung gesagt hat, deckt sich eins zu eins mit der Auffassung Kardinal Schönborns"

Wien (kath.net/KAP) Beim Thema "Islamisierung" gibt es keinen Widerspruch zwischen Papst Franziskus und Kardinal Christoph Schönborn: Darauf hat der Sprecher der Erzdiözese Wien, Michael Prüller, am Samstag hingewiesen. Anlass der Wortmeldung war eine Aussendung des Nachrichtenmagazins "profil", das in seiner kommenden Ausgabe (Montag) Papst Franziskus mit den Worten zitiert: "Ich habe zur Islamisierung einen anderen Zugang als Ihr Kardinal". Dies habe der Papst laut "profil" unlängst gegenüber einer "kleinen Gruppe von Katholiken aus Österreich" gesagt. "Mir scheint da eher ein Missverständnis vorzuliegen. Das, was der Papst da angeblich bei einer Privataudienz über die Islamisierung gesagt hat, deckt sich eins zu eins mit der Auffassung Kardinal Schönborns", kommentierte Schönborn-Sprecher Prüller.

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Laut "profil" habe der Papst geäußert, er halte "nichts von falsch verstandener Toleranz", seine größte Sorge sei jedoch nicht die Ausbreitung des Islam selbst, sondern die "indifferente Haltung" der Katholiken zu ihrem eigenen Glauben. "Das hätte auch Kardinal Schönborn so sagen können", so der trockene Kommentar Prüllers dazu. Entweder habe man dem Papst im Gespräch also ein verzerrtes Bild der Haltung der österreichischen Bischöfe gegeben oder der Papst ist grob missverstanden worden, mutmaßte Prüller weiter: "Nachdem sich in der Realität die inhaltlichen Positionen von Papst und Kardinal decken, regt uns das alles nicht sehr auf".

Prüller verwies in diesem Zusammenhang auf den missionarischen Geist, der dem Kardinal ein vorrangiges Anliegen sei. In Interviews vor einem Jahr hat Kardinal Schönborn unter anderem gesagt: "Europas christliches Erbe ist in Gefahr, weil wir Europäer es verschleudert haben. Mit dem Islam oder gar den Flüchtlingen hat das nichts zu tun. Es ist klar, dass viele Islamisten gerne unsere Schwäche ausnützen würden, aber sie sind für unsere Schwäche nicht verantwortlich. Das sind wir Europäer selber. ... Die Chance auf eine christliche Erneuerung Europas liegt bei uns: wenn wir uns auf Christus besinnen, sein Evangelium verbreiten und mit unseren Mitmenschen, auch den Fremden, so umgehen, wie er es uns ans Herz legt - in Liebe und Verantwortung." Und: "Wir brauchen in Europa kein Aufrüsten gegen andere Religionen, sondern wir brauchen wieder ein lebendiges Christentum."

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Foto (c) Erzdiözese Wien







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