23 Oktober 2017, 11:45
'Meine tiefsten Lieder gehen immer über Jesus, meist über das Kreuz'
 
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Johannes Hartl zur neuen CD „So hoch der Himmel ist“: „Wir wollten echten, authentischen Lobpreis auf eine CD bringen“, die Songs „wurden betend aufgenommen von Menschen, die für das Gebet leben.“ KATH.NET-Interview von Petra Lorleberg

Augsburg (kath.net/pl) „Die Songs sind alle im Gebet entstanden, wurden betend aufgenommen von Menschen, die für das Gebet leben.“ Das sagt Johannes Hartl, Leiter des Gebetshauses Augsburg, im KATH.NET-Interview zur neuen CD „So hoch der Himmel ist“. Dann überrascht der Theologe und Musiker mit dem Statement: „Ich liebe alte Kirchenlieder.“

kath.net: Herr Dr. Hartl, auf dem Cover Ihrer neuen CD lesen wir: „echter analoger Lobpreis“, „mit Liebe handgefertigt“. Was heißt hier „analog“, wie können wir uns „handgefertigt“ vorstellen?

Johannes Hartl:
Während Musik heutzutage häufig mit viel digitalen Hilfsmitteln im Studio produziert wird, wollten wir echten, authentischen Lobpreis auf eine CD bringen. Ein großes Team sehr guter Musiker war teilweise über ein Jahr damit beschäftigt, das zu realisieren. Letztendlich sind wir am Schluss einfach in ein Studio gegangen und haben zusammen Lobpreis gemacht. Die CD bildet also nur etwas ab, was tatsächlich so stattgefunden hat. Auch digitale Effekte und Nachbearbeitung haben wir weitgehend verzichtet.

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kath.net: Man könnte die Lieder Ihrer CD ja rein konzertant singen (wir erleben sowas etwa, wenn ein berühmter weltlicher Chor ein Weihnachtslied oder einen Gospelsong konzertant aufführt). Bei Ihnen und Ihrem Team kommt noch das „Plus“ des echten, persönlichen Gebetes dazu. Was ändert sich?

Hartl:
Alles. Und ich finde das hört man auch. Die Songs sind alle im Gebet entstanden, wurden betend aufgenommen von Menschen, die für das Gebet leben. Doch das Beste daran ist: das klingt nicht fromm, sondern ansteckend und froh.

kath.net: Könnte man die neue Lied-CD des Gebetshauses als „Gebetskonzentrat“ bezeichnen?

Hartl:
Ja, wenn man damit nichts allzu Innerliches verbindet. Das Gebet kennt ja auch den Jubel. Dieses Album hat viel davon.

kath.net: Und was passiert, wenn Sie dieses „Gebetskonzentrat“ mit anderen teilen? Kann man etwas so unglaublich Persönliches wie das eigene Gespräch mit Jesus wirklich via Musik teilen?

Hartl:
Der Musik gelingt das oft besser als den Worten. Viele erleben und spüren beim Hören der Musik etwas, das sie verbal vielleicht nicht ausdrücken könnten.

kath.net: Sind die Lieder des Gebetshauses Augsburg eigentlich „Liebeslieder“?

Hartl:
Viele, doch nicht alle. Es sind auch Siegeslieder, Betrachtungslieder und Jubellieder dabei. Doch in allem spürt man sehr viel Liebe durch.

kath.net: Ihre Musik sucht ohne Berührungsangst nach jungen, frischen Ausdrucksweisen. Doch ebenso findet man – wieder ohne Berührungsangst – ein richtig altes evangelisches Lied darin, das sogar überraschend kraftvoll rüberkommt. Was verbinden Sie mit dem um 1733 vom lutherischen Pfarrer Johann Ludwig Konrad Allendorf geschriebenen Lied „Jesus ist kommen“?

Hartl:
Ich liebe alte Kirchenlieder. Sowohl der katholische als auch der protestantische Liedschatz ist voll mit alten Chorälen und Hymnen, denen ein inhaltlicher Reichtum innewohnt, der modernen Liedern nicht selten fehlt. Man denke an „Ich will dich lieben, meine Stärke“ von Angelus Silesius.

Bei diesem evangelischen Missionslied freut mich besonders die Zuversicht, dass das Evangelium wirklich gute Nachricht ist, die unbedingt gehört werden muss.

In dem Lied wird sogar dazu aufgerufen: „Himmel und Erde erzählet’s den Heiden!“, sowas sagt heute ja keiner mehr. Mir gefallen Ausdrücke oft, die man heute nicht mehr sagt, obwohl sie immer noch wahr sind.

kath.net: Herr Dr. Hartl, in Ihren Songtexten finden sich Sätze wie: „Jesus, du bist mein starker Gott“; „Wer kann dein Kreuz begreifen?“; „Du bist für mich gestorben“; „Jesus, deine Liebe hat mich erlöst“. Sind wir hier im eigentlichen Zentrum Ihrer Musik?

Hartl:
Im Zentrum meines Lebens sogar. Ich habe noch nie ein Lied für jemand anders geschrieben, es sind immer meine eigenen Herzenslieder. Über manchen habe ich schon Tränen vergossen (ich meine nicht weil sie so schlecht waren, sondern weil Jesus so gut ist). Die tiefsten davon gehen immer über Jesus, meistens über das Kreuz.

Dort am Kreuz beginnt und endet alles.

„Stat crux dum volvitur orbis“ heißt das in einem noch viel älteren Lied. Es ist der Ort der Wahrheit und auch der, wo man zu singen beginnt, wenn man erahnt, wie tief man geliebt ist.

Das erste Lied der CD in voller Länge! ♫ "Sonne Mond"








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