17 Oktober 2017, 10:30
Christenverfolgung auf historischem Höchststand
 
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Neuer Bericht von „Kirche in Not“ Großbritannien: Zunehmende Übergriffe durch Fundamentalisten

München-Wien (kath.net/KIN) Im Zeitraum von 2015 bis 2017 hat die Christenverfolgung in vielen Ländern weltweit einen neuen Höchststand erreicht. Ursache sind die zunehmenden Übergriffe durch religiös oder politisch fundamentalistische Gruppen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Bericht „Persecuted and forgotten?“ („Verfolgt und vergessen?“), den das britische Nationalbüro des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ am vergangenen Donnerstag vorgestellt hat. Die Untersuchung nimmt 13 Länder in den Blick, in dem es in den vergangenen Jahren zu besonders schweren Übergriffen auf Christen kam und zeigt den Grad der Religionsfreiheit in diesen Ländern auf.

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„Blickt man auf die Schwere und die Auswirkungen der begangenen Verbrechen und die Anzahl der betroffenen Personen wird deutlich: Die Verfolgung nimmt weiter zu“, betonte Autor John Pontifex. Brennpunkte seien vor allem muslimisch geprägte Länder sowie autoritär regierte Staaten, zum Beispiel Eritrea und Nordkorea. Fundamentalistische Gruppierungen wie der sogenannte „Islamische Staat“ im Nahen Osten oder „Boko Haram“ in Nigeria und den Nachbarländern richteten sich zwar nicht ausschließlich gegen Christen, diese seien jedoch die am stärksten betroffene Gruppe.

So hätten staatliche Stellen wie die Vereinten Nationen oder die Europäische Union wiederholt von einem versuchten Völkermord an Christen im Irak gesprochen. Rund die Hälfte von ihnen seien nach den IS-Eroberungen 2014 zu Binnenflüchtlingen geworden. Auch in Syriens zweitgrößter Stadt Aleppo, die bis 2011 eine der größten christlichen Gemeinschaften des Landes zählte, sei die Zahl der Christen von über 150 000 auf knapp 35 000 Gläubige im Frühjahr 2017 gesunken – ein Rückgang um mehr als 75 Prozent. „Vertreter der Ortskirchen im Nahen Osten beklagen, dass sie sich von der internationalen Gesellschaft vergessen fühlen und die Bedürfnisse der vertriebenen Christen nicht gesehen werden“, sagte Pontifex. Dem versucht „Kirche in Not“ entgegen zu wirken – zum Beispiel mit einem Wiederaufbauprogramm für einst christlich besiedelte Dörfer in der irakischen Ninive-Ebene.

Auch in Afrika werde der religiöse Extremismus zum zunehmendem Problem, stellt der Bericht fest. So seien etwa in Nigeria rund 1,8 Millionen Menschen durch die Gewalt der islamistischen Sekte „Boko Haram“ vertrieben worden, darunter viele Christen.

Aber nicht nur die religiöse, auch die politische Verfolgung nimmt zu: Der Bericht „Persectued and forgotten?“ zeigt auf, dass auch die vermutlich über 100 Millionen Christen im kommunistischen China nach einer Phase leichter Öffnung wieder verstärkt unter Verfolgung zu leiden hätten. So seien etwa in der Küstenprovinz Zhejang über 2000 Kreuze auf Kirchen demontiert und einige Gotteshäuser sogar ganz zerstört wurden. Immer wieder komme es vor, dass Kleriker verhaftet und festgehalten würden, um sie auf die staatliche Religionspolitik einzuschwören.

Alle diese Schlaglichter ließen laut John Pontifex ein bedrückendes Resümee zu: „Christen werden mehr verfolgt als jede andere Glaubensgruppe, immer mehr Menschen erleben schlimmste Formen der Diskriminierung und Gewalt.“

Foto: Gläubige in einer chinesischen Kirche beim Gebet © KIRCHE IN NOT

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