17 Oktober 2017, 13:00
Unverstand und Torheit des Christen
 
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Franziskus in Santa Marta: wer nicht zu hören vermag, verfällt der Korruption, den Götzen und der Ideologie der weiß getünchten Gräber. Das Weinen Jesu. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Nicht der Torheit verfallen, die in der Unfähigkeit besteht, das Wort Gottes zu hören und zur Korruption führt. Papst Franziskus ging für seine Betrachtungen in der Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Dienstag der 28. Woche im Jahreskreis, Festtag des heiligen Ignatius, Bischof von Antiochien von den Lesungen vom Tag aus (Röm 1,16-25; Lk 11, 37-41).

Jesus weine vor Sehnsucht, als er sehe, wie sich das geliebte Volk aus Torheit entferne und dem Schein, den Götzen oder den Ideologien den Vorzug gebe. Das Wort „Unverständige“ bildete den Ausgangspunkt der Überlegungen des Papstes. So nenne Jesus die Pharisäer. Doch auch Paulus spreche von den Unverständigen und Toren („Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren“; V. 21-22). Ebenso habe er die Galater als „unvernünftig und verblendet“ bezeichnet, da sie sich von den „neuen Ideen“ täuschen lassen hätten. Dieses Wort, jenseits der Tatsache, dass es eine Verurteilung darstelle, sei ein Signal, „da es den Weg der Torheit sehen lässt, der zur Korruption führt“. Diese drei Gruppen von Toren „sind Korrupte“.

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Den Gesetzeslehrern habe Jesus gesagt, dass sie weiß getünchten Gräbern ähnlich seien: „sie werden korrupt, weil sie sich darum sorgten, nur das Äußere der Dinge schön erscheinen zu lassen“. Doch sie hätten sich nicht darum gekümmert, was im Innern sei, wo die Korruption liege. So seien sie „der Korruption durch die Eitelkeit, das äußere Auftreten, die äußere Schönheit, die äußere Gerechtigkeit verfallen“.

Die Heiden dagegen hätten die Korruption durch den Götzendienst: „sie sind korrupt geworden, da sie die Herrlichkeit Gottes – die sie durch die Vernunft hätten erkennen können – mit den Götzenbildern vertauschten“. Und es gebe Arten von Götzendiensten auch heute, wie zum Beispiel das Konsumdenken oder die Suche nach einem bequemen Gott.

Schließlich seien da jene Christen, die sich von den Ideologien korrumpieren lassen hätten, jene also, die aufgehört hätten, Christen zu sein, um zu „Ideologen des Christentums“ zu werden. All diese drei Gruppen endeten aufgrund dieser Torheit in der Korruption. Der Papst erklärte, worin diese Korruption besteht:

„Die Torheit ist ein ‚nicht hören’, wörtlich kann man sie ein ‚nescio’ nennen, ein ‚ich weiß nicht’, nicht hören. Die Unfähigkeit, das Wort zu hören: wenn das Wort nicht eintritt, lasse ich es nicht eintreten, weil ich es nicht höre. Der Unverständige hört nicht. Er meint zu hören, doch er hört nicht. Er sagt sein Wort, immer. Und aus diesem Grund kann das Wort Gottes nicht in das Herz eintreten, und es ist kein Platz für die Liebe. Und wenn es eintritt, dann tritt es destilliert ein, verwandelt durch meinen Begriff von Wirklichkeit. Die Unverständigen verstehen es nicht, zu hören. Und diese Taubheit führt sie hinein in diese Korruption. Das Wort Gottes tritt nicht ein. Es ist kein Platz für die Liebe und am Ende ist kein Platz für die Freiheit“.

Diese Menschen werden zu Sklaven, „da sie die Wahrheit Gottes mit der Lüge verwechseln und die Geschöpfe anbeten statt den Schöpfer“ - "Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, so dass sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten":

„Sie sind nicht frei und sie hören nicht. Diese Taubheit: sie lässt der Liebe und auch der Freiheit keinen Platz. Sie führt uns immer zu einer Knechtschaft. Ich – höre ich das Wort Gottes? Lasse ich es eintreten? Dieses Wort, von dem wir beim Halleluja-Ruf vor dem Evangelium gehört haben (‚Lebendig ist das Wort Gottes und kraftvoll. Es richtet über die Regungen und Gedanken der Herzen’), das Wort Gottes ist lebendig, es ist wirksam, es unterscheidet die Gefühle und die Gedanken des Herzens. Es schneidet, es dringt ins Innere. Dieses Wort – lasse ich es eintreten oder bin ich diesem Wort gegenüber taub? Und verwandle ich es in Schein, verwandle ich es in Götzendienst, in götzendienerische Gewohnheiten, oder verwandle ich es in Ideologie? Und es tritt nicht ein... Das ist die Torheit der Christen“.

Franziskus mahnte abschließend dazu, auf die „Ikonen der Unverständigen von heute“ zu blicken: „es gibt unverständige Christen und auch unverständige Hirten“. Der heilige Augustinus „knüppelt“ sie gut und kraftvoll, da „der Unverstand der Hirten der Herde schadet“. Der Papst bezog sich auf „die Torheit des korrupten Hirten“, auf „den Unverstand des selbstzufriedenen, heidnischen Hirten“ und auf „die Torheit des Hirten, der Ideologe ist“.

„Wir wollen“, so die Mahnung des Papstes, „auf das Bild der unverständigen Christen blicken, und neben dieser Torheit blicken wir auf den Herrn, der immer an der Tür steht, klopft und wartet“. Der Papst forderte dazu auf, an die Sehnsucht des Herrn nach uns zu denken, „an die erste Liebe, die er für uns hatte“:

„Und wenn wir in diesen Unverstand fallen, dann entfernen wir uns von ihm und er empfindet diese Sehnsucht. Sehnsucht nach uns. Und Jesus weinte ob dieser Sehnsucht, er weinte wegen Jerusalem: es war dies die Sehnsucht nach einem Volk, das er erwählt hatte, das er geliebt hatte, das sich aber aus Unverstand entfernt hatte, das dem Schein, den Götzenbildern oder den Ideologien den Vorzug gegeben hatte“.

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