13 Oktober 2017, 08:30
USA und Israel treten aus der UNESCO aus
 
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„Süddeutsche Zeitung:“ „Man kann dies als neuen Beweis für die Zerstörungswut der Trump-Regierung ansehen“, allerdings habe der Kulturkampf innerhalb der Organisation „ein unerträgliches Maß erreicht“. Von Petra Lorleberg

Paris (kath.net/pl) „Man kann dies als neuen Beweis für die Zerstörungswut der Trump-Regierung ansehen. Man kann aber auch feststellen, dass der Krug einmal zu viel zum Brunnen gegangen ist. Nun ist er zerbrochen. Der Kulturkampf innerhalb der Organisation hat ein unerträgliches Maß erreicht.“ So differenziert kommentiert Stefan Cornelius in der „Süddeutschen Zeitung“ die Nachricht, dass gestern erst die USA und wenige Stunden später Israel aus der Unesco ausgetreten sind. Beiden Staaten erscheint ein Reform von innen her offenbar unmöglich zu sein.

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Der Kommentator der „Süddeutschen Zeitung“ zeigte sich dabei von diesen Austritten keineswegs überrascht, denn im Zentrum der Unesco-Scharmützel stehen seiner Einschätzung nach „immer wieder Israel und das Verhältnis zu den Palästinensern, ein latenter Antisemitismus und auch veritable Organisationsdefizite“. Wie bei vielen internationalen Organisationen sei auch hier die Mängelliste lang und wer „unter dem blauen UN-Siegel einen Hort der Völkerfreundschaft und der Kompromisse“ vermute, der werde „spätestens bei der Sonderorganisation Unesco eines besseren belehrt“

Demgegenüber lastet der „Spiegel“ in seinem Bericht das Problem lieber dem US-Präsidenten Donald Trump an, der damit Amerika weiter „konsequent“ von der Welt isoliere. Zwar muss sich der „Spiegel“ immerhin zu dem Eingeständnis durchringen, dass das Problem bereits unter Trumps Vorgänger Barack Obama bestanden hatte, ja bereits zu einer Krise geführt hatte. Dann schreibt der „Spiegel“ allerdings wörtlich weiter: „Dass Trump diesen Streit nun aber bis zum Äußersten treibt, zeigt, wie wenig er generell von internationalen Verpflichtungen hält - und wie konsequent er Amerika von der Welt isoliert.“ Eine wie auch immer geartete Hinterfragung der UNESCO sucht man beim „Spiegel“-Beitrag allerdings vergeblich.

Die USA und Israel hatten sich schon seit Jahren an anti-israelischen Tendenzen in der UNESCO gestört. Beispielsweise war in einem Resolutionsentwurf zur Kritik der Israel-Politik im Ostteil von Jerusalem erst in diesem Jahr von „israelischen Besatzungsbehörden“ die Rede gewesen. Die UNESCO hatte 2011 als erste internationale Organisation überhaupt Palästina als Staat aufgenommen und dadurch anerkannt.

Symbolbild: Austritt








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