14 Oktober 2017, 08:00
Vatikan: Schärfere Einwanderungsgesetze sind der falsche Weg
 
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Ständiger Beobachter bei der UNO, Erzbischof Jurkovic: "Verzweiflung und Hoffnung sind immer stärker als eine restriktive Politik"

Genf (kath.net/KAP) Der Vatikan hat schärfere Einwanderungsgesetze als verfehlt kritisiert. Verbote und Hürden wie ein Ausschluss von Migranten von Sozialleistungen könnten die Menschen nicht vom Auswandern abhalten. "Verzweiflung und Hoffnung sind immer stärker als eine restriktive Politik", sagte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Ivan Jurkovic, am Donnerstag beim Global-Compact-Treffen zu Migration.

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Auf illegale Einwanderung vor allem mit sicherheitspolitischen Maßnahmen zu antworten, bemängelte der Vatikandiplomat als zu kurzfristig gedacht. Das Recht und die Verantwortung jedes Staats zur Regelung der Freizügigkeit stehe außer Frage; es gelte aber, die legitimen Interessen der Aufnahmeländer mit den fundamentalen Rechten der Migranten zu vereinen.

Jurkovic sprach sich für Korridore für Arbeitsmigranten und für "faire und ethische Anwerbungsprogramme" aus. Nachdrücklich verlangte er auch bessere Möglichkeiten für den Familiennachzug. Wenn man wirklich niemanden zurücklassen wolle, brauche es Rahmenbedingung, um Familien zusammenzuhalten.

Die hohe Zahl von Migranten weltweit nannte er ein "spürbares Zeichen wachsender Ungleichheit, sozialer und wirtschaftlicher Unausgewogenheit und ungeregelter Globalisierung". Von einer gut gesteuerten Migration profitierten Ursprungsländer, Transit- und Zielländer gleichermaßen. Das Fortbestehen und die Zunahme irregulärer Migrationswege zeigten, dass die internationale Gemeinschaft mit der Migration nicht wirksam umgehen könne, so der Vatikanvertreter.

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