12 Oktober 2017, 13:00
Das „Mehr“ der Gabe des Vaters: der Heilige Geist
 
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Papst Franziskus - Messe in Santa Maria Maggiore zum 100. Gründungstag des Päpstlichen Orientalischen Instituts: mutig an die Tür Gottes klopfen, um die Antwort auf die vielen ‚Warum?’ zu finden. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Am heutigen Donnerstag feierte Papst Franziskus aus Anlass des 100. Gründungstag des Päpstlichen Orientalischen Instituts die heilige Messe in der Päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore. Das Institut wurde 1917 von Papst Benedikt XV. gegründet als Zentrum für Studien über die Ostkirchen. Die Aufgaben, die er am 15. Oktober 1917 mit dem Apostolischen Schreiben „Orientis catholici (Ecclesiae Orientales)“ festlegte, liegen im Studium und Verstehen der östlichen sowie in der Bereicherung und Vertiefung der abendländischen Tradition. Die wissenschaftliche Leitung hat der Jesuitenorden.

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In seiner Predigt dankte der Papst für die Gründung der Ostkirchenkongregation und des Instituts. Heute wie im Jahr 1917 erlebten wir einen anderen Weltkrieg, auch wenn dieser „in Stücken“ gekämpft werde. Franziskus erinnerte an die dramatischen Verfolgungen der Christen der Ostkirchen sowie an eine immer beunruhigendere Diaspora. Dies lasse viele Fragen aufkommen, die denen aus der ersten Lesung aus dem Buch Maleachi ähnelten (Mal 3,13-20a).

Der Herr beklage sich: „Was ihr über mich sagt, ist kühn, spricht der Herr. Doch ihr fragt: Was sagen wir denn über dich? Ihr sagt: Es hat keinen Sinn, Gott zu dienen. Was haben wir davon, wenn wir auf seine Anordnungen achten und vor dem Herrn der Heere in Trauergewändern umhergehen? Darum preisen wir die Überheblichen glücklich, denn die Frevler haben Erfolg; sie stellen Gott auf die Probe und kommen doch straflos davon“ (V. 13-15).

Oft machten auch wir diese Erfahrung, so der Papst, und hörten das Klagen der Menschen, die sich uns anvertrauten oder ihre Herzen in der Beichte öffneten. Oft komme angesichts des Bösen die Frage auf: „Warum, Herr?“. Diese „Warum?“, die in der Schrift immer wiederkehrten, stellten auch wir uns als Frage.

Auf sie antworte das Wort Gottes selbst: „Der Herr horchte auf und hörte hin, und man schrieb vor ihm ein Buch, das alle in Erinnerung hält, die den Herrn fürchten und seinen Namen achten“ (V. 16). Gott also vergesse seine Kinder nicht, sein Gedächtnis gelte den Gerechten, denen, die litten, unterdrückt seien und sich die Frage nach dem „Warum?“ stellten, während sie dabei nicht aufhörten, auf den Herrn zu vertrauen.

Der Papst rief ins Gedächtnis, dass sich diese Frage auch Maria auf ihrem Weg oft gestellt habe. Doch in ihrem Herzen „betrachtete sie alles, die Gnade Gottes ließ den Glauben und die Hoffnung erglänzen“.

Es gebe dann eine Weise, um in das Gedächtnis Gottes vorzudringen: das Gebet, wie das Tagesevangelium lehre (Lk 11,5-13). Wenn man bete, bedürfe es des Mutes des Glaubens, des Vertrauens auf den Herrn, der zuhöre, den Mut, an die Tür zu klopfen: „wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet“ (V. 10).

Doch: „ist unser Beten wirklich so?“, fragte sich Franziskus: „Nimmt es uns wirklich ein, unser Herz und unser Leben? Verstehen wir es, an das Herz Gottes zu klopfen?“. Jesus erkläre am Ende des heutigen Abschnitts aus dem Evangelium: „ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?“ (V. 11-13). Wer Vater sei, wolle das Wohl seiner Kinder: „Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten“ (V. 13). Gerade der Heilige Geist also sei das wahre Geschenk des Vaters, dieses „Mehr“ Gottes. Der Mensch „klopft mit dem Gebet an die Tür Gottes, um um eine Gnade zu bitten. Und er, der Vater ist, gibt mir diese und noch mehr: die Gabe, den Heiligen Geist“.

„Wir wollen lernen“, so der Papst abschließend, „an das Herz Gottes zu klopfen! Und wir wollen lernen, es mutig zu tun. Dieses mutige Gebet inspiriere und nähre euren Dienst in der Kirche. So wird euer Einsatz ‚zur rechten Zeit seine Frucht bringen’ und ihr werdet wie Bäume sein, deren ‚Blätter nicht welken’ (vgl. Ps 1,3)“.

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