06 Oktober 2017, 10:30
Vatikan will zu mehr Kinderschutz im Internet mobilisieren
 
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Kardinalstaatssekretär Parolin zum Auftakt von internationaler Konferenz in Rom: Kindesmissbrauch nicht nur Verbrechen, sondern "Sakrileg"

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der Vatikan hat den Schutz von Kindern gegen Gewalt und Missbrauch im Internet als wichtig für die gesamte kommende Generation bezeichnet. Die Minderjährigen von heute seien die ganze Menschheit von morgen, betonte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin (Archivfoto) zur Eröffnung eines Kongresses über "Kindeswürde in der digitalen Welt", der von Dienstag bis Freitag in Rom tagt. Es gelte daher die "Kontrolle über die Entwicklung der digitalen Welt wiederzugewinnen".

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Für die "Digital Natives", die mit dem Internet aufwachsenden Jugendlichen, sei das Internet Teil der normalen Welt; zugleich seien sie dort neuen Risiken oder alten Risiken in neuen Formen ausgesetzt, so Parolin laut einem in der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" (Mittwochsausgabe) veröffentlichten Redeskript. Dabei sei auch der sexuelle Missbrauch als ein Aspekt einer vielfältigen Gewalt immer präsent. Der Kardinal sprach von Phänomenen von "bestürzender Schwere", die sich in einer unerwarteten Dimension und Schnelligkeit ausbreiteten.

Aus theologischer Sicht wertete Parolin Kindesmissbrauch nicht nur als Verbrechen, sondern als "Sakrileg". Wer ein Kind auf diese Weise schädige, entweihe "etwas Heiliges, die Gegenwart Gottes in jedem Menschen". Auch innerhalb der Kirche seien in den vergangenen Jahrzehnten die "dramatische Realität" des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen ans Licht gekommen und das Leiden der Opfer mehr und mehr bewusst geworden.

Hinsichtlich der Gefahren für Minderjährige im Internet verwies der Kardinalstaatssekretär darauf, dass der demografische Wandel gerade in Ländern mit einer schwachen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung stark sei. Millionen von Kindern und Jugendlichen würden so in einem nach wie vor unterentwickelten Kontext in der digitalen Welt aufwachsen. Dabei seien Eltern und Regierungen mit der Begleitung und dem Schutz oft überfordert.

Der Kongress wolle sich daher auch der Minderjährigen in diesen "Peripherien" der Welt annehmen. Jede Anstrengung sei nötig, um Eltern und Erzieher auf ihre Aufgaben angesichts der Risiken des Internets vorzubereiten, so der Kardinal.

Bis Freitag beraten in Rom internationale Experten über Kinderschutz in der digitalen Welt. Der Kongress an der Päpstlichen Universität Gregoriana mit rund 140 Referenten ist nach Veranstalterangaben die erste weltweite und bisher größte Tagung dieser Art.

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