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03 Oktober 2017, 10:00
Papst berät mit Botschafter nach Kinderpornografie-Skandal

Der von den kanadischen Behörden gesuchte Mann, ein 50-jähriger Italiener, wohnt nach Medieninformationen inzwischen am Sitz des Vatikangerichts, ist aber nicht inhaftiert

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Papst Franziskus hat seinen Botschafter in den Vereinigten Staaten, Erzbischof Christophe Pierre, zu einem Gespräch in den Vatikan gerufen. Das päpstliche Presseamt gab den Termin am Montag ohne weitere Einzelheiten bekannt. Vergangene Woche hatte die kanadische Justiz Haftbefehl gegen einen ranghohen Mitarbeiter der Nuntiatur in Washington wegen Verbreitung von Kinderpornografie erlassen. Der beschuldigte Geistliche hält sich inzwischen im Vatikan auf.

Die Ermittler im kanadischen Bundesstaat Ontario werfen dem Kirchendiplomaten vor, während eines Aufenthalts zu Weihnachten 2016 kinderpornographisches Material über einen kirchlichen Computer heruntergeladen und weiterverbreitet zu haben. Die Diözese London (Ontario) bestätigte, es gebe einen entsprechenden Verdacht.

Der Vatikan hatte am 15. September mitgeteilt, man habe nach einem Hinweis des US-Außenministeriums strafrechtliche Ermittlungen gegen einen diplomatischen Mitarbeiter aufgenommen. Der Mann, ein 50-jähriger Italiener, wohnt nach Medieninformationen inzwischen am Sitz des Vatikangerichts, ist aber nicht inhaftiert. Das vatikanische Strafrecht sieht für die Verbreitung von Kinderpornografie zwischen einem und fünf Jahren Haft und eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro vor.

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