22 September 2017, 09:30
Papst: 'Unwiderruflich Null Toleranz' für Kindesmissbrauch
 
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Franziskus bei Treffen mit päpstlicher Kinderschutzkommission: "Missbrauch ist schreckliche Sünde, die völlig im Gegensatz zur Lehre Jesu Christi steht"

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Papst Franziskus (Archivfoto) hat angekündigt, den Einsatz gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche konsequent fortzusetzen. Bei einem Treffen am Donnerstagvormittag mit der päpstlichen Kinderschutzkommission ließ er sich über ihre bisherige Arbeit informieren, wie der Vatikan mitteilte. In einer frei gehaltenen Rede bekräftigte Franziskus dabei, es gebe für sexuellen Missbrauch an Minderjährigen "unwiderruflich und weltweit Null Toleranz". Die Kirche empfinde großen Scham darüber, was vielerorts geschehen und verschwiegen worden sei - was ihm auch seine eigenen Gespräche mit Opfern von Missbrauch deutlich gemacht hätten, wie Franziskus erzählte.

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"Mit aller Klarheit sage ich: Sexueller Missbrauch ist eine schreckliche Sünde, die völlig im Gegensatz zu dem steht, was Jesus Christus und die Kirche uns lehren", betonte der Papst. Die Tatsache des Missbrauchs in den eigenen Reihen sei für die Kirche eine "sehr schmerzhafte Erfahrung" gewesen. Die Kirche schäme sich für den Missbrauch durch katholische Priester, besonders weil diese doch die vertrauenswürdigsten Menschen seien sollten, so Franziskus. Alles müsse daran gesetzt werden, "um dieses Übel zu bekämpfen und dieses Verderben in unseren Reihen zu eliminieren".

Auf allen Ebenen müsse es mit den schärfsten Sanktionen bestraft werden, wenn jemand sich an Kindern vergangen und auf diese Weise seine Berufung verraten habe, stellte der Papst weiters klar. Am meisten Verantwortung trügen dabei die Bischöfe, Priester und Ordensleute, da Gott sie auf besondere Weise zum Dienst an anderen Menschen gerufen habe. Gültig seien die disziplinären Maßnahmen der Kirche jedoch darüber hinaus auch für alle anderen in kirchlichen Einrichtungen tätigen Personen.

Die katholische Kirche sei dazu gerufen, besonders für die Leidenden ein Ort des Mitleids und Mitgefühls zu sein, sowie "ein Feldlazarett, das uns auf unserem geistlichen Weg begleitet", sagte der Papst. Den Missbrauchs-Opfern müsse sie zuhören und von ihren "Geschichten des Mutes und des Durchhaltens" lernen.

Schutz hat "ganz klar höchste Priorität"

Der Vorsitzende der Kommission, Kardinal Sean Patrick O'Malley aus Boston, sagte bei dem Treffen im Vatikan, der Schutz von Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Erwachsenen habe "ganz klar höchste Priorität für die Kirche unserer Zeit". Daher habe seine Kommission sich in den vergangenen Jahren bemüht, vielerorts das Verantwortungsbewusstsein zu stärken und Beispiele sowie Erfahrungen gesammelt, um sie mit Bischöfen und Ordensleuten zu teilen und weiterzuentwickeln. Zudem berichteten zwei Mitglieder der Kommission, eine Ordensfrau aus Südafrika und ein Mitarbeiter der neuseeländischen Bischofskonferenz, dem Papst von der bisherigen Arbeit.

Die 15-köpfige vatikanische Kommission für den Schutz Minderjähriger trifft sich in dieser Woche zu ihrer letzten Vollversammlung. Sie war im Frühjahr 2014 für zunächst drei Jahre gegründet worden, um Maßnahmen zur Intervention bei Missbrauch sowie zur Vorbeugung zu erarbeiten. Ihre Ergebnisse, die sie noch bis Sonntagabend zusammenfasst, übergibt sie dann dem Papst. Dieser entscheidet dann, wie es weitergeht.

Die Kommission, die in erster Linie den Papst beraten soll, ist mit internationalen Experten verschiedener Disziplinen besetzt und war zuletzt in sechs thematische Arbeitsgruppen aufgeteilt. Etliche ihrer Mitglieder haben weltweit Schulungen für Bischöfe, Orden und kirchliche Einrichtungen durchgeführt.

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