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17 September 2017, 09:30
Kurdisches Referendum: Patriarch Sako ruft zur Besonnenheit auf

Chaldäischer Patriarch ist bemüht, die steigenden Spannungen rund um das für 25. September vorgesehene Unabhängigkeitsreferendum in der autonomen kurdischen Region des Irak einzudämmen.

Erbil-Rom (kath.net/ KAP)
Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphael Sako hat angesichts des für den 25. September anberaumten Unabhängigkeits-Referendums der autonomen kurdischen Region des Irak zu "Versöhnung und Besonnenheit" aufgerufen. Nur so könnten die Ziele der "gesellschaftlichen Harmonie" und des inneren Friedens verteidigt werden, die in den letzten Jahren durch die islamistische Gewalttätigkeit schwer bedroht waren. Patriarch Sako ist darum bemüht, die steigenden Spannungen rund um das Referendum einzudämmen. Es sei notwendig, sich des Ernstes der Situation bewusst zu sein, "bevor es zu spät ist", stellte der Patriarch laut "AsiaNews" in seiner jüngsten Stellungnahme fest.

Die "maßvollen Stimmen" jener, die an einer "Entschärfung der Krise" arbeiten, seien jetzt besonders gefragt, betonte Sako. Unter allen Umständen müsse eine bewaffnete Auseinandersetzung vermieden werden, die sowohl für die Zentralregierung in Bagdad als auch für die kurdische Region schreckliche Konsequenzen hätte, vor allem aber für die religiösen Minderheiten. In der Bevölkerung seien bereits "neue Ängste" aufgetaucht.

"AsiaNews" zitiert eine anonyme Quelle, die darauf hinweist, dass die Christen sich angesichts des Referendums in einer "besonders delikaten Situation" befinden: "Welche Haltung auch immer sie einnehmen, eine Seite wird enttäuscht sein, es besteht das Risiko der Vergeltung". Ein "außerordentliches Maß an Klugheit" sei notwendig.

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