02 September 2017, 11:15
Römischer Pfarrer kandidiert bei Kommunalwahl
 
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Priester lässt sich beurlauben, um als parteiloser Kandidat in Mafia-Bezirk Ostia anzutreten.

Rom (kath.net/ KAP)
Eine ungewöhnliche Kandidatur für eine Stadtbezirkswahl sorgt derzeit in Rom für Wirbel: Don Francesco De Donno (71), seit 36 Jahren Pfarrvikar in Ostia, will sich als Bezirksleiter zur Wahl stellen. Die Ankündigung löste Diskussionen aus, unter anderem weil das Priesteramt laut Kirchenrecht nicht mit politischen Aktivitäten vereinbar ist. Er habe entschieden, seine geistlichen Aufgaben zeitweise ruhenzulassen, sobald die Kandidatur rechtlich bindend sei, teilte De Donno am Freitag Kathpress mit. Gespräche mit dem Generalvikar von Rom, Weihbischof Angelo De Donatis, liefen. Das Vikariat war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

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"Bisher ist nur meine Tätigkeit als Pfarrvikar in der Kirche von S. Monica unterbrochen, später wird dies auch für sämtliche geistlichen Aktivitäten gelten", erklärte De Donno. Durch die Arbeit in der Pfarrei und für die örtliche Caritas kennt er laut eigener Aussage seinen Bezirk und dessen Schwierigkeiten.

Das "Municipio X", der römische Küstenbezirk Ostia, wird seit 2015 wegen Mafia-Infiltration kommissarisch verwaltet. Diese politische Leerstelle wolle er als parteiloser Kandidat einer freien Liste gerne füllen, so De Donno. Mit der rechtlich verbindlichen Kandidatur rechnet er für Herbst 2017; die Wahl könnte Anfang 2018 erfolgen. Aufgrund der Übergangsverwaltung seien genaue Daten noch nicht absehbar.

Gemäß Kirchenrecht ist es Priestern verboten, "öffentliche Ämter anzunehmen, die eine Teilhabe an der Ausübung weltlicher Gewalt mit sich bringen" (Canon 285 §3 CIC). Eine zeitweilige Suspension oder Beurlaubung und spätere Wiederaufnahme der geistlichen Tätigkeiten De Donnos wäre aus Sicht des Kirchenrechtlers Markus Graulich möglich: "Wenn er gewählt wird, sich im Amt auch entsprechend verhält - etwa weiterhin im Zölibat lebt -, dann kann er auch später wieder zurückkehren."

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