30 August 2017, 09:00
Früherer Vatikansprecher Pater Federico Lombardi 75
 
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Höchstes Lob erntete Jesuit 2013 für Medienarbeit rund um Papstrücktritt, Sedisvakanz, Konklave und Amstantritt des argentinischen Pontifex

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Pater Federico Lombardi SJ, ehemaliger Leiter des vatikanischen Presseamts und aktuell Präsident der römischen Ratzingerstiftung (Fondazione Vaticana Joseph Ratzinger-Benedetto XVI), feierte am Dienstag, 29. August, seinen 75. Geburtstag. Lombardi war bis 2016 Ansprechpartner der Medien für alle Fragen rund um den Papst und den Vatikan. Im Juli 2006 war der italienische Jesuit von Benedikt XVI. zum Nachfolger des jüngst verstorbenen Spaniers Joaquin Navarro-Valls berufen worden, der dieses Amt 22 Jahre ausgeübt hatte.

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Lombardi blieb bis August 2016 Vatikansprecher. Seine Nachfolger sind der Amerikaner Greg Burke und stellvertretend die Spanierin Paloma García Ovejero. Die Leitung des vatikanischen Fernsehzentrums Centro Televisivo Vaticano (CTV) hatte Lombardi bereits 2013 an Dario Edoardo Vigano abgegeben.

Biographische Details

Geboren wurde Federico Lombardi am 29. August 1942 in Saluzzo südlich von Turin. 1960 trat er in den Jesuitenorden ein, 1962 wurde er zum Priester geweiht. Im gleichen Jahr begann Lombardi ein Philosophie-Studium an der Philosophischen Fakultät seines Ordens "Aloisianum" im norditalienischen Gallarete. Von 1965 bis 1969 wirkte Lombardi am Studentenkolleg der Jesuiten in Turin und studierte zugleich Mathematik. Es folgte ein vierjähriger Aufenthalt in Deutschland, wo er 1973 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main das Lizenziat in Theologie erwarb. Anschließend verdiente sich Lombardi in der Redaktion der von den italienischen Jesuiten herausgegebenen renommierten Zeitschrift "Civilta Cattolica" erste journalistische Meriten. Im Jahr 1977 stieg er zu deren stellvertretenden Chefredakteur auf. Von 1984 bis 1990 folgte ein Zwischenspiel als Provinzial seines Ordens in Italien.

Im Jahr 1991 trat Lombardi schließlich als Programmdirektor von Radio Vatikan in den Dienst des Heiligen Stuhls ein. 2005 wurde er von Benedikt XVI. zum Leiter des päpstlichen Senders berufen und stand auch an der Spitze des vatikanischen Fernsehzentrums CTV.

Seine prägendste Rolle entfaltete Lombardi seit Juli 2006 als Nachfolger von Joaquin Navarro-Valls als Leiter des vatikanischen Presseamts. Seine Feuerprobe erlebte er nach wenigen Wochen bei der "Regensburger Rede" von Benedikt XVI., die heftige Reaktionen in der islamischen Welt auslöste. Andere schwierige Situationen waren mit der Rücknahme der Exkommunikation für den Holocaust-Leugner und Traditionalistenbischof Richard Williamson 2009 und der ersten Vatileaks-Affäre 2012 verbunden.

Höchstes Lob erntete Lombardi im Februar/März 2013 für das mediale Handling von Papstrücktritt, Sedisvakanz, Konklave und Amstantritt des argentinischen Pontifex. Die damaligen Ereignisse zogen Hunderte Millionen TV-Zuseher und zehntausend akkreditierte Berichterstatter in den Bann.

Auch mit Österreichs katholischer Kirche hat Lombardi enge Verbindungen: Beim Jubiläum "70 Jahre Kathpress" im Jänner 2017 war der langjähriger Chef-Kommunikator im Vatikan Festredner: Die spontane Art des argentinischen Papstes Franziskus "passt ganz hervorragend" zu Twitter, Facebook und Co., sagte er damals. Das gegenwärtige Pontifikat sei geradezu ein "Paradies für Neuen Medien".

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