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16 August 2017, 18:00
Wie eine Muslima zur Zionistin wurde

Als palästinensische Muslima bekommt Sandra Solomon den Hass auf Israel und die Juden quasi eingeimpft. Doch sie rebelliert, wird Christin und tritt heute für den jüdischen Staat ein.
USA (kath.net/Israelnetz)
Fida ist in Ramallah geboren, in Saudi-Arabien und Jordanien aufgewachsen – und wurde zum Hass auf Juden und Israel erzogen. Doch auch weil sie schon als Jugendliche gegen die strengen Gesetze der Scharia rebellierte, gab es in ihrem Leben schließlich eine Kehrtwende: Sie konvertierte zum Christentum. Heute lebt die gebürtige Palästinenserin unter dem falschen Namen Sandra Solomon in Kanada, kritisiert öffentlich den Islam und ist glühende Zionistin.

Am Arm hat die 38-Jährige zwei hebräische Tätowierungen: „Jesus ist der Messias" und „Israel“. Hinzu kommt ein Symbol aus Menora, Fisch und Davidstern. „Ich bin in einem Haus aufgewachsen, das die Juden hasste, Hitler lobte und den Holocaust pries“, sagte sie unlängst dem israelischen Fernsehsender „Kanal 2“ in einem Interview. Da sie sich gegen die Rundumkontrolle auflehnte, stellte ihre Familie sie nach dem Schulabschluss in Jordanien vor die Wahl: entweder lebenslanger Hausarrest oder Zwangsheirat. Sie entschied sich für die zweite Möglichkeit.

Nicht nur wegen der Kontrolle, der Frauen vor allem in Saudi-Arabien ausgesetzt sind, übt sie scharfe Kritik am Islam. Bereits mit zehn oder elf Jahren habe sie Enthauptungen erlebt, erzählt sie in einem englischen Videogespräch, in dem sie das Leben unter dem Scharia-Gesetz beschreibt. Fast jede Woche ströme eine Menschenmenge nach dem Freitagsgebet zum Hinrichtungsplatz. In der Internetfernsehshow „The Glazov Gang“ sagte sie, dass nach Auffassung von Dschihadisten am Ende der Zeit Jesus an der Seite der Muslime kämpfen und die „Kreuzfahrer“, also die Christen, töten werde.

Antisemitismus wurzelt nach Solomons Beobachtung im Koran und in den Hadithen, der außerkoranischen Überlieferung über den Propheten Mohammed. Muslime hätten sie von klein auf gelehrt: „Der Islam ist unsere Religion, der Koran ist unsere Verfassung, der Dschihad ist unser Weg, Mohammed ist unser Prophet, für Allah sterben ist unser ultimativer Traum.“

Von der Familie verstoßen

Ein Onkel von ihr war der Fatah-Mitbegründer Saher Habasch, der 2009 im Alter von 70 Jahren verstarb. Er gehörte zu den Anführern der „Zweiten Intifada“. Wenn er heute noch lebte, würde er angesichts ihres Religionswechsels eine Schmierenkampagne gegen sie führen, meint sie. Doch auch ihre direkten Angehörigen waren entsetzt: „Als ich meiner Familie in Jordanien eröffnete, dass ich konvertiert bin, warf meine Schwester meinen Koffer auf die Straße und warf mich aus dem Haus“, erzählte sie der israelischen Tageszeitung „Yediot Aharonot“. „Wenn sie wüssten, wo ich heute genau bin, würden sie mich sicher töten.“ Bevor sie mit ihrem kleinen Sohn nach Kanada floh, hatte sie die Scheidung erzwungen.

Doch Solomon wurde nicht nur Christin, sondern auch Zionistin. Als Kind sei sie zum Hass auf Israel erzogen worden: „Wir sahen uns die Zweite Intifada im Fernsehen an. Nach jedem großen Terroranschlag – auch wenn Kinder getötet wurden – wurden Süßigkeiten verteilt.“ Sie habe gelernt, dass nur Palästinenser die Opfer seien und „dass die Zionisten die kriminellen Besatzer sind, die sich das Land genommen haben“.

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