27 September 2003, 09:31
CSU-Vorsitzender: Aktive Sterbehilfe führt in 'inhumane Gesellschaft'
 
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Vor einer Verzweckung des Menschen warnte der Vorsitzende der CSU-Fraktion Alois Glück im bayerischen Landtag in einem Interview mit der "Tagespost".

Würzburg (www.kath.net / tagespost, kgm) Alois Glück, der Vorsitzende der CSU-Frakion im bayerischen Landtag, hat vor den Folgen einer Straffreistellung der aktiven Sterbehilfe gewarnt. Aktive Sterbehilfe würde "in eine inhumane Gesellschaft führen", sagte Glück der in Würzburg erscheinenden "Tagespost" (Ausgabe vom Samstag). Der Mensch werde verzweckt und die Unantastbarkeit des Lebens aufgegeben, warnte er mit Blick auf die Parlamentarische Versammlung des Europarates in Straßburg, die in der kommenden Woche über einen entsprechenden Bericht abstimmen wird. Glück, der auch Vorsitzender der CSU-Grundsatzkommission ist, geht davon aus, das es bei einer Straffreiheit der Euthanasie zu Situationen kommen wird, wo gesellschaftlicher oder familiarer Druck auf ältere oder kranke Menschen entsteht. Auch beim Lebensende könnte plötzlich unterschieden werden, "was ist lebenswertes und was ist nicht lebenswertes Leben", so Glück.

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Die Abstimmung hätte zwar keine "unmittelbaren Rechtsfolgen", würde sich jedoch erheblich auf die weitere Diskussion in Deutschland und in Eu- ropa auswirken, meint Glück. "Deshalb ist dies ein Vorgang von Bedeutung, zumal mit dieser Initiative versucht wird, früher gefundene Po- sitionen wieder in Frage zu stellen." Die meisten Menschen hätten "die Dimensionen einer solchen Entwicklung noch gar nicht richtig wahrgenommen", vermutet der CSU-Politiker. "Deswegen haben wir etwa in Deutschland Umfrageergebnissen zufolge eine sehr hohe Zustimmung zur so genannten aktiven Sterbehilfe: Viele sehen in ihr gewissermaßen einen „Fluchtweg“ – aus Angst vor einer hilflosen Situation, aus Angst vor langen Schmerzperioden. Aber sie überblicken nicht die Gefahren, die sich damit generell für das Lebensrecht ergeben."

Es müsse "konstruktivere Antworten auf diese Ängste der Menschen geben", fordert Glück. "Zum einen durch eine starke Förderung der Palliativmedizin, also einer umfassenden Begleitung von Menschen in einer schweren Krankheitssituation. Auch die Hospizbewegung ist hier, bei dieser letzten Lebensphase, sehr wichtig. Eine zweite Antwort muss jedoch woanders ansetzen: Wir müssen bewusst machen, dass es bei einer Straffreiheit der aktiven Sterbehilfe zu Situationen kommen wird, wo gesellschaftlicher oder auch familiarer Druck auf ältere oder kranke Menschen entsteht. Und das könnte wegen der demographischen Entwicklung sehr bald der Fall sein."

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