24 September 2003, 11:24
Entwurf zu vatikanischem Liturgieschreiben regt auf
 
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Der erste Entwurf der Liturgierichtlinien enthält umstrittene Punkte, die auch im Vatikan selbst auf Kritik gestoßen sind. Eine Überarbeitung ist vorgesehen.

Vatikan (www.kath.net / CWNews.com) Keine Ministrantinnen mehr und kein Klatschen bei der Messe? Mit diesen Schlagzeilen über ein vatikanisches Dokument zur Liturgie sorgte die internationale Presse für Aufregung. Das Schreiben, das das italienische katholische Magazin "Jesus" in seiner Oktoberausgabe zur Gänze veröffentlicht, ist jedoch nur der erste Entwurf zu den Richtlinien zur Liturgie, die Papst Johannes Paul II. im Frühjahr angekündigt hatte. Die Tageszeitung "Il Messaggero", die am Dienstag wichtige Punkte des Schreibens veröffentlichte, berichtete, dass die zuständigen Kardinäle und Bischöfe, die das Dokument überarbeiten und begutachten sollten, den Entwurf zurückgewiesen und als extrem rigide bezeichnet hätten.

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Zweck der Richtlinien ist, Fehlentwicklungen und Missbräuchen in der Liturgie vorzubeugen. Sie wurden von einem Komitee erarbeitet, das aus je vier Mitgliedern der Glaubenskongregation und der Gottesdienstkongregation besteht. Der Arbeitstitel lautet "Pignus Redemptionist ac Futurae Gloriae". Nach Angaben des Magazins "Jesus" listet der Text 37 liturgische Verstöße auf. Die vier zentralen Punkte der liturgischen Richtlinien sind der sakrilegische Gebrauch der eucharistischen Gestalten von Brot und Wein, die Feier der heiligen Messe von einem Unbefugten, die Konzelebration mit Geistlichen anderer christlichen Konfessionen sowie die Konsekration von Brot und Wein für sakrilegische Zwecke wie zum Beispiel "Schwarze Messen".

Die Richtlinien fordern Priester, Diakone und Gläubige auf, ihre Bischöfe zu informieren, wenn sie in ihren Pfarren Fälle von liturgischem Missbrauch entdecken. Irreführende Begriffe wie "zelebrierende Gemeinde" sollten vermieden werden. Weiters wird darauf aufmerksam gemacht, dass Pastoralassistenten nicht den Priester ersetzen können und Laien nicht in Priester-ähnlichen Gewändern auftreten sollen. Mädchen sollten nur aus "zwingenden pastoralen Gründen" als Ministrantinnen fungieren dürfen. "Nein" heißt es zur Predigt von Laien während der Eucharistiefeier sowie zu einer Art "Selbstbedienung" bei der heiligen Kommunion. Klar abgelehnt werden der liturgische Tanz sowie Applaus während der Eucharistiefeier - eine Praxis, die unter anderem im Petersdom üblich ist. Es ist damit zu rechnen, dass der Entwurf gründlich überarbeitet wird und zahlreiche Veränderungen vorgenommen werden, mit einer Veröffentlichung ist laut des Magazins "Jesus" Ende 2003 oder Anfang 2004 zu rechnen.

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