16 Juli 2017, 12:12
Vier Böden
 
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Franziskus: Jesus, der gute Sämann, sät das Wort Gottes aus, das guten Boden braucht, um Frucht zu tragen. Die Steine und Dornen, die es verhindern, das Herz zu öffnen. Die ‚spirituelle Röntgenaufnahme’ des Herzens. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Angelus am fünfzehnten Sonntag im Jahreskreis. Das Tagesevangelium mit dem Gleichnis vom Sämann (Mt 13,1-23) stand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Papst Franziskus bei seiner Ansprache vor dem traditionellen Mittagsgebet.

Jesus benutze eine einfache Sprache, nicht wie die Gesetzeslehrer in ihrer Rigidität. Jesus betreibe keine "komplizierte Theologie". Der Papst erklärte, dass dieser Sämann Jesus sei, der sich nicht aufzwinge und nicht dadurch anziehe, dass er uns erobere, sondern indem er sich schenke. Jesus säe geduldig das Wort aus, damit es Frucht trage, wenn wir es annähmen.

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Das Gleichnis spreche vor allem von uns, das heißt vom Erdboden, auf den der Same falle. Jesus vollziehe eine „spirituelle Röntgenaufnahme“ unseres Herzens, das der Boden sei, auf den der Same des Wortes falle. Unser Herz könne gut sein und so Frucht tragen, doch es könne auch hart und undurchdringlich sein. Dies geschehe, wenn wir das Wort hörten, es aber von uns abpralle wie vom Asphalt der Straße.

Zwischen dem guten Boden und der Straße jedoch gebe es zwei weitere Böden, die wir in verschiedenem Maß in uns haben könnten. Der steinige Boden entspreche dem oberflächlichen Herzen, das den Herrn aufnehme, jedoch nicht beständig sei. Faulheit stehe so vor dem guten Boden, wo die Liebe unbeständig und vorübergehend sei. Wer aber den Herrn nur dann aufnehme, wenn ihm danach sei, trage keine Frucht.

„Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat“: der dritte Boden repräsentiere folgendes: „In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum, und es bringt keine Frucht“. Die Sorgen der Welt und der trügerische Reichtum seien Laster, die gegen Gott seien und dessen Gegenwart erstickten. Dies gelte vor allem für die Götzen des weltlichen Reichtums, des Habens und der Macht. Wenn diese Dornenbüsche gepflegt würden, „dann ersticken wir was Wachsen Gottes in uns“. Diese Dornenbüsche müssten ausgerissen werden.

Jesus lade uns so ein, in uns zu blicken: zu danken für unseren guten Boden und an den Böden zu arbeiten, die noch nicht gut seien. Unser Herz solle offen sein für den Samen des Wortes Gottes. So müsse man sich fragen, ob in uns noch Steine der Faulheit seien, ob sie groß und zahlreich seien. Die Dornenbüsche der Laster müssten erkannt und mit ihrem Namen benannt werden. Mutig müsse der Boden bereinigt werden, indem wir unsere Steine und Dornen in der Beichte und im Gebet zum Herrn bringen. Auf diese Weise werde Jesus, der gute Sämann, glücklich sein, eine weitere Arbeit zu vollbringen: unser Herz reinigen, von ihm die Steine und Dornen zu nehmen, die sein Wort erstickten.










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