14 Juli 2017, 12:00
Du bist ein Wunder Gottes. Ein Geheimnis des Glaubens
 
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"Eines Tages wirst du – wegen deines ungeliebten Sandkorns – etwas Wunderbares aus dir hervorbringen" - BeneDicta am Freitag mit Isabella Gräfin von Kageneck

Linz (kath.net)
„In einer korallenreichen Bucht mit einem herrlichen Sandstrand liegt eine Muschel am Meeresgrund. Kristallklares Wasser strömt über sie hinweg. Jeden Tag sieht sie, wie die Wellen sich brechen und das Licht der Sonne sich im Glanz des Wassers spiegelt. Oft schaut die Muschel nach oben. Sie ist dankbar für ihre schöne Heimat und genießt ihr unbeschwertes Leben. So vergeht eine lange Zeit.

Doch eines Tages ist alles anders. So dunkel war es am helllichten Tag schon lange nicht mehr und die Wellen waren noch nie so hoch wie heute. Der ganze Meeresboden wird aufgewühlt. Um sie herum ist alles in Bewegung. Die Muschel bekommt es mit der Angst zu tun und verschließt sich so fest wie möglich - doch trotz ihrer Bemühungen dringt ein grobes, scharfes Sandkorn in sie ein. Sofort spürt sie die Verletzung. Sie versucht, dieses Sandkorn schnell wieder loszuwerden – es irgendwie vom Meerwasser herausspülen zu lassen. Doch es gelingt nicht. Das Sandkorn ist in die Muschel eingedrungen.“

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So beginnt die Geschichte von dem Wunder der Perle. Eine Geschichte, die Kraft und Mut gibt, gerade in Zeiten, in denen unser „Meeresboden“ aufgewühlt und unsere Tage so dunkel werden, dass uns nicht nur blanke Angst ergreift, sondern auch tiefste Verzweiflung in uns und in unsere Seele eindringt. Wir fühlen uns wie gelähmt ob der katastrophalen Umstände, die plötzlich über Nacht über uns hereinzubrechen scheinen. Und diese Stürme werden kommen. Sie kommen in jedem Leben. Irgendwann, irgendwie und lassen uns ratlos zurück. Plötzlich steht das Kreuz vor mir. Mein Kreuz. Ich bete, „Herr, ich bin ja gerne bereit ein Kreuz zu tragen, aber d i e s e s!? Was habe ich denn getan, dass ich genau d i e s e s verdient habe? Warum, Herr?“ Ich übersehe dabei geflissentlich, dass ich mir vielleicht auch gerade dieses Kreuz durch einen Missbrauch meiner von Gott geschenkten Freiheit selbst erwählt habe.

Ich glaube, dass Gott manchmal, ähnlich wie wir von unseren Kindern, von dieser ständigen Warum-Frage genervt ist, wenngleich Er uns natürlich versteht. Warum ich? Warum das? Warum jetzt? Plötzlich höre ich seine Stimme: „Warum du nicht? Warum soll es jemand anderes tragen, der dafür gar nicht bestimmt ist? Warum soll es denn ein anderes Kreuz sein, das zu tragen ich dich und nur dich bestimmt habe? In Abwandlung von Philipper 4,13 sagte Er mir: „A l l e s vermagst du durch Mich, der dir Kraft gibt.“

Mein Fleisch wehrt sich dennoch mit allen Kräften dagegen. Nein, das darf nicht sein. Ich will das nicht. Ich kann das nicht. Das geht eine ganze Zeit lang so. Das Kreuz senkt sich mit einer solchen Wucht auf meine Schultern, dass ich unmittelbar unter seiner Last zusammenbreche; am Boden liege. Ich raffe mich auf und schleppe mich weiter. Das Kreuz tut so weh. Es scheuert auf meinen Schultern und reißt Wunden. Ich weine. Es liegt ein langer Weg vor mir.

Doch wie die Tage so vergehen, lässt plötzlich dieser Schmerz, der am Anfang noch da war, nach. Ich spüre die Last immer noch sehr deutlich. Aber irgendetwas ist anders: Das Kreuz und ich haben begonnen eins zu werden. Ich habe mich irgendwann nicht mehr gegen seine Existenz gewehrt, sondern habe es umarmen und lieben gelernt. Es ist plötzlich gar nicht mehr so schlimm. Es ist ein Teil von mir. Mein Leben bekommt wieder Farben, die tiefe Verzweiflung weicht einem puren Glücksgefühl. Aber wie konnte das geschehen? Das ist ein Wunder Gottes. D u bist ein Wunder Gottes. Ein Geheimnis des Glaubens. Eines Tages wirst auch du – wegen deines ungeliebten Kreuzes – etwas Wunderbares aus dir hervorbringen. Vertrau Ihm.







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