23 Juni 2017, 13:00
Das im durchbohrten Herzen offenbare Geheimnis Jesu Christi
 
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Franziskus in Santa Marta: Gott hat die Kleinsten unter allen ausgewählt, um sich und seine Liebe in Jesus Christus zu offenbaren. Das durchbohrte Herz Christi ist das Herz der Offenbarung, das Herz unseres Glaubens. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Klein werden. Der Herr hat uns erwählt, er hat sich „bei uns und in den Weg des Lebens eingemischt“ und uns „seinen Sohn und das Leben seines Sohnes für unsere Liebe geschenkt“. Papst Franziskus ging in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Freitag der dritten Woche nach Pfingsten, Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, von der ersten Lesung aus dem Buch Deuteronomium aus (Dtn 7,6-11).

Mose sagt, dass Gott uns erwählt hat, um sein besonderes Volk unter allen Völkern der Erde zu sein: „Du bist ein Volk, das dem Herrn, deinem Gott, heilig ist. Dich hat der Herr, dein Gott, ausgewählt, damit du unter allen Völkern, die auf der Erde leben, das Volk wirst, das ihm persönlich gehört“ (V. 6). Der Papst erklärte, wie Gott zu preisen sei, denn „im Herzen Jesu schenkt er uns die Gnade, voll Freude die großen Geheimnisse unseres Heils, seiner Liebe zu uns zu feiern“, das heißt: unseren Glauben.

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Der Papst ging besonders auf zwei Worte in diesem Abschnitt ein: auswählen und Kleinheit („Nicht weil ihr zahlreicher als die anderen Völker wäret, hat euch der Herr ins Herz geschlossen und ausgewählt; ihr seid das kleinste unter allen Völkern“; V. 7). So seien es nicht wir gewesen, die Gott ausgewählt hätten, sondern Gott habe sich zu „unserem Gefangenen“ gemacht:

„Er hat sich an unser Leben gebunden, er kann sich nicht trennen. Er hat eine starke Manche gespielt! Und er bleibt treu in dieser Haltung. Wir sind aus Liebe erwählt worden und das ist unsere Identität. ‚Ich habe diese Religion gewählt, ich habe gewählt...’: nein, du hast nicht gewählt. Er ist es, der dich auserwählt hat, er hat dich gerufen und sich gebunden. Und das ist unser Glaube. Wenn wir das nicht glauben, dann verstehen wir nicht, was die Botschaft Christi ist, dann verstehen wir das Evangelium nicht“.

Hinsichtlich des zweiten Wortes, Kleinheit, rief Franziskus in Erinnerung, wie Mose klarstelle, dass der Herr das Volk Israel ausgewählt habe, da es „das kleinste unter allen Völkern“ sei:

„Er hat sich in unsere Kleinheit verliebt, und aus diesem Grund hat er uns ausgewählt. Und er wählt die Kleinen: nicht die Großen, die Kleinen. Und er offenbart sich den Kleinen: ‚Den Weisen und Gelehrten hast du diese Dinge verborgen und sie den Kleinen offenbart’, ‚denn du hast all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart. Ja, Vater, so hat es dir gefallen’ (Lk 10,21). Er offenbart sich den Kleinen: wenn du etwas vom Geheimnis Jesu begreifen willst, dann erniedrige dich: werde klein. Erkenne an, dass du nichts bist. Und er wählt nicht nur die Kleinen und offenbart sich ihnen, sondern er ruft die Kleinen: ‚Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen’ (Mt 11,28). Ihr, die ihr die Kleinsten seid – aufgrund der Leiden, aufgrund der Müdigkeit... Er wählt die Kleinen, er offenbart sich den Kleinen und er ruft die Kleinen. Doch die Großen – ruft er sie nicht? Sein Herz ist offen, doch die Großen können die Stimme nicht hören, da sie voll ihrer selbst sind. Um die Stimme des Herrn zu hören, muss man klein werden“.

So also dringe man zum Geheimnis des Herzens Christi vor, das nicht – wie „jemand sagt“ – nur ein „Bildchen“ für die Frommen sei. Das durchbohrte Herz Christi „ist das Herz der Offenbarung, das Herz unseres Glaubens, da er klein geworden ist, er hat diesen Weg gewählt“: den Weg, sich selbst zu erniedrigen und zu entäußern „bis zum Tod am Kreuz“.

Der Papst hob hervor: das „ist eine Entscheidung für die Kleinheit, damit die Herrlichkeit Gottes offenbar werden kann“. Aus dem von der Lanze des Soldaten durchbohrten Leib Christi „strömte Blut und Wasser hervor“: das „ist das Geheimnis Christi“, das im Mittelpunkt des heutigen Festes stehe, des Festes „eines Herzens, das liebt, das wählt, das treu ist und sich an uns bindet, sich den Kleinen offenbart, die Kleinen ruft, klein wird“:

„Wir glauben an Gott, ja. Ja: auch an Jesus, ja... ‚Jesus ist Gott?’ – ‚Ja’. Doch das Geheimnis ist dieses. Das ist die Offenbarung, das ist die Herrlichkeit Gottes. Treue in der Wahl, Treue darin, dass er sich bindet, und Kleinheit auch für sich selbst: klein werden, sich entäußern. Das Problem des Glaubens ist der Kern unseres Lebens: wir können noch so tugendhaft sein, doch mit wenig oder gar keinem Glauben. Hier müssen wir anfangen, beim Geheimnis Jesu Christi, der uns mit seiner Treue gerettet hat“.

Abschließend betete der Papst darum, dass der Herr uns die Gnade gewähre, im Herzen Jesu Christi „die großen Gesten, die großen Werke des Heils, die großen Werke der Erlösung zu feiern“.

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