09 Juni 2017, 13:00
Die wahre Freude kommt von Gott, nicht von geschminkten Schönheiten
 
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Franziskus in Santa Marta: in den finsteren Momenten: Gebet, Geduld und Hoffnung. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Sich nicht von der „geschminkten Schönheit“ der Eitelkeit täuschen, sondern vielmehr die Freude in unser Herz eintreten lassen, die von Gott stammt und dabei dem Herrn für das Heil danken, das er uns gewährt. Die erste Lesung aus dem Buch Tobit (Tob 11,5-17) bildete den Ausgangspunkt für die Betrachtungen von Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Freitag der neunten Woche im Jahreskreis.

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Der Papst beschäftigte sich insbesondere mit der gänzlich „normalen“ Geschichte eines Schwiegervaters und seiner Schwiegertochter. Tobit, der Vater des Tobias, war erblindet und Sara, die Frau des Tobias, war in der Vergangenheit angeklagt worden, für den Tod einiger Männer verantwortlich zu sein. Es handle sich um einen Abschnitt aus der Schrift, so Franziskus, in dem man verstehe, wie der Herr „die Geschichte“ und „das Leben der Menschen, auch unseres“, voranbringe. Tobit und Sara nämlich hätten hässliche und schöne Momente erlebt, wie dies im Leben aller der Fall sei. Tobit sei verfolgt worden, Opfer von Häme gewesen, er sei von seiner Frau beleidigt worden, die jedoch keine böse Frau gewesen sei: „sie arbeitete, um das Haus voranzubringen, da er blind war“. Und auch Sara sei beleidigt worden und habe viel gelitten. Beide seien in diesen Momenten „ganz finster“ gewesen und hätten gedacht, dass es besser sei zu sterben:

„Wir alle haben hässliche, starke Momente durchgemacht, nicht so starke wie diese hier, doch wir wissen, wie man sich im finsteren Moment fühlt, im Moment des Schmerzes, im Moment der Schwierigkeiten, wir wissen es. Doch sie, Sara, denkt: ‚Aber wenn ich mich erhänge – werde ich damit meine Eltern leiden lassen?’, und sie hält ein und betet. Und Tobit sagt: ‚Nun, das ist mein Leben, gehen wir weiter’, und er betet und betet. Und das ist die Haltung, die uns in den hässlichen Augenblicken rettet: das Gebet. Die Geduld: denn beide haben Geduld mit ihrem Schmerz. Und die Hoffnung, dass Gott uns erhöre und diese hässlichen Momente vorübergehen lasse. Im Augenblick der Traurigkeit, sei sie groß oder klein, in den finsteren Momenten: Gebet, Geduld und Hoffnung. Vergesst das nicht!“.

Es gebe dann in ihrer Geschichte auch schöne Augenblicke. Doch Franziskus unterstrich, dass es sich nicht um ein „Happy End“ wie in einem Roman handle:

„Nach der Prüfung nähert sich ihnen der Herr und rettet sie. Doch es gibt da auch schöne, echte Augenblicke wie diesen, nicht jene Momente mit ihrer geschminkten Schönheit, die nichts anderes als künstlich sind, ein Feuerwerk, aber nicht die Schönheit der Seele. Und was tun beide im schönen Augenblick? Sie danken Gott, sie machen das Herz weit im Dankgebet“.

Der Papst mahnte abschließend dazu, uns zu fragen, ob wir in den verschiedenen Lagen unseres Lebens fähig seien, zu unterscheiden, was in unserer Seele vorgehe, und zu begreifen, dass in den hässlichen Momenten das Kreuz da sei, dass es notwendig sei, „zu beten, Geduld zu haben und wenigsten ein kleinwenig Hoffnung zu hegen“. Es sei notwendig, zu vermeiden, „der Eitelkeit“ zu verfallen, da der Herr immer bei uns sei, „wenn wir uns im Gebet an ihn wenden und ihm darüber hinaus für die Freude danken, die er uns geschenkt hat“.

Sara habe mit ihrer Unterscheidung verstanden, nicht so weit zu kommen, dass sie sich erhänge. Tobit habe gemerkt, dass er „im Gebet, in der Hoffnung das Heil des Herrn erwarten muss“. So lud Franziskus dazu ein, diesen Abschnitt aus der Bibel wieder zu lesen:

„Während wir an diesem Wochenende dieses Buch lesen, wollen wir um die Gnade der Unterscheidung dessen bitten, was in den hässlichen Momenten unseres Lebens geschieht und wie wir vorangehen sollen und was in den schönen Augenblicken geschieht, ohne uns von der Eitelkeit täuschen zu lassen“.

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