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31 Mai 2017, 23:00
Restaurierungen der größten Katakombe Roms abgeschlossen

Präsentation der Domitilla-Katakomben mit neu aufgetauchten Gemälden aus dem 3. und 4. Jahrhundert

Rom (kath.net/KAP) Nach mehrjähriger Restaurierung sind die Domitilla-Katakomben in Rom am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Im Zuge der Arbeiten kamen zahlreiche Gemälde aus dem 3. und 4. Jahrhundert unter Ablagerungen wieder zum Vorschein. Neben einer genauen Dokumentation von 82 Malereien fertigte das Deutsche Archäologische Institut über drei Jahre hinweg eine dreidimensionale digitale Rekonstruktion der unterirdischen Grabanlage an.

Die Katakomben nahe der Via Ardeatina erstrecken sich auf vier Etagen über zehn Hektar und gelten als die größten Roms. Die zwölf Kilometer langen Gänge beherbergen 26.250 Gräber.

Der Archäologe Fabrizio Biscotti hob das wiederentdeckte malerische Erbe hervor. Die Kunstwerke der rund 50 römischen Katakomben insgesamt repräsentierten das "konkreteste und am besten lesbare Zeugnis" des christlichen Umgangs mit dem Tod. Als bedeutendste wissenschaftliche Entdeckung bewertete er die Freilegung von zwei Bildprogrammen aus konstantinischer Zeit (4. Jahrhundert). Die unter einer schwarzen Schicht verborgenen Gemälde wurden mithilfe einer Laser-Technologie wieder sichtbar.

Die Domitilla-Katakomben entwickelten sich ab dem 2. Jahrhundert im Süden Roms. Ihre Bedeutung nahm zu, als Papst Damasus (366-384) hier die Verehrung römischer Heiliger förderte, etwa der Soldatenmärtyrer Nereus und Achilleus. Populär wurde auch das Grab der Märtyrerin Petronilla, in der die Volksfrömmigkeit eine Tochter des Apostels Petrus erkannte.

Als nach dem Untergang des Römischen Reiches die Unsicherheit auf dem Land zunahm, ließ Papst Leo III. (795-816) die Gebeine der Märtyrer in die Kirche der heiligen Nereus und Achilleus bei den Caracalla-Thermen bringen. Die Domitilla-Katakomben gerieten in Vergessenheit und wurden erst im 16. Jahrhundert wiederentdeckt. Eine erste wissenschaftliche Erforschung fand Mitte des 18. Jahrhunderts statt.

Kirchenhistorische Bedeutung in jüngerer Zeit erhielten die Grabanlagen durch den sogenannten Katakombenpakt, der im November 1965 wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) in den unterirdischen Gängen geschlossen wurden. Darin verpflichteten sich 40 Bischöfe aus aller Welt zu einer besonderen Nähe zu den Armen.

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Foto: Blick zum Vatikan im Abendlicht (c) kath.net/Jorgelina Jorda