04 April 2017, 13:00
Mysterium Crucis – Kreuzerhöhung
 
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Franziskus in Santa Marta: das einzige Heil ist der gekreuzigte Christus. Das Kreuz: Zeichen der Liebe Gottes, der zur Sünde geworden ist und den Schmutz der Menschheit auf sich genommen hat, um sie zu retten. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Drei Mal sagt Jesus im heutigem Evangelium (Joh 8,21-30) zu den Pharisäern: „Ihr werdet in eurer Sünde sterben“, da sie ein verschlossenen Herz hatten und jenes Geheimnis nicht verstanden, das der Herr war: „In der eigenen Sünde sterben ist etwas Hässliches“, so Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Dienstag der fünften Woche der Fastenzeit.

Im Gespräch mit den Pharisäern rufe Jesus in Erinnerung: „Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat“ (V. 28). Jesus beziehe sich dabei auf das, was in der Wüste geschehen sei, wie dies in der ersten Lesung aus dem Buch Numeri berichtet werde (Num 21,4-9). Das Volk, das den Weg nicht mehr ertragen könne, entferne sich vom Herrn und „lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig. Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die Menschen, und viele Israeliten starben“ (V. 5-6).

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So spreche der Herr zu Mose und sage: „Mach dir eine Schlange, und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht“ (V. 8). Die Schlange sei „das Symbol des Teufels“, „des Vaters der Lüge“, „des Vaters der Sünde, das Bild dessen, der die Menschheit sündigen hat lassen“. Und Jesus erinnere daran: „Wenn ich erhöht sein werde, werden alle zu mir kommen“. Dies sei das Geheimnis des Kreuzes, so der Papst. Die Schlange aus Kupfer habe geheilt, doch „sie war Zeichen von zwei Dingen: der von der Schlange begangenen Sünde, der Verführung, der List der Schlange. Und sie war auch Zeichen des Kreuzes Christi. Sie war eine Prophezeiung“.

Jesus also „ist zur Sünde geworden“, wie der heilige Paulus sage (vgl. 2 Kor 5,21: „Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden“), und habe allen Schmutz der Menschheit auf sich genommen. Er habe sich erhöhen lassen, damit alle von der Sünde verletzen Menschen ihn sähen. Und wer in jenem erhöhten Menschen nicht „die Kraft Gottes erkennt, der zur Sünde geworden ist, um uns zu heilen“, wird in der eigenen Sünde sterben:

„Das Heil kommt allein vom Kreuz, doch von diesem Kreuz, das der Mensch gewordene Gott ist. Es gibt kein Heil in den Ideen, es gibt kein Heil im guten Willen, im Verlangen danach, gut zu sein... Nein. Das einzige Heil ist der gekreuzigte Christus, da er allein, wie die Schlange aus Kupfer anzeigte, fähig gewesen ist, das ganze Gift der Sünde zu nehmen, und uns dort geheilt hat. Doch was ist das Kreuz für uns? Ja, es ist das Zeichen der Christen, es ist das Symbol der Christen. Und wir machen das Kreuzzeichen, doch nicht immer machen wir es gut, manchmal machen wir es einfach so... Denn uns fehlt dieser Glaube an das Kreuz. Andere Male ist es für einige ein Abzeichen der Zugehörigkeit: ‚Ja, ich trage das Kreuz, um erkennen zu lassen, dass ich Christ bin’. Das ist gut, aber nicht nur als Abzeichen, als sei es eine Gruppe, das Abzeichen einer Gruppe. Vielmehr: als Gedenken an den, der zur Sünde geworden ist“.

Andere trügen dann das Kreuz als Schmuck, einige trügen Kreuze mit Edelsteinen, um sich sehen zu lassen:

„Gott sagte zu Mose: ‚Jeder, der auf die Schlange blickt, wird geheilt werden’. Jesus sagt zu seinen Feinden: ‚Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin’. Wer nicht auf das Kreuz blickt, auf diese Weise, mit Glauben, wird in seiner Sünde sterben, er wird jenes Heil nicht empfangen“.

Die Kirche unterbreite also einen Dialog mit dem Geheimnis des Kreuzes:

„Heute unterbreitet uns die Kirche einen Dialog mit diesem Geheimnis des Kreuzes, mit diesem Gott, der zur Sünde geworden ist, aus Liebe zu mir. Und ein jeder von uns kann sagen: ‚Aus Liebe zu mir’. Und wir können denken: wie trage ich das Kreuz? Als Erinnerung? Wenn ich mich bekreuzige – bin ich mir da bewusst, was ich tue? Wie trage ich das Kreuz? Nur als Symbol der Zugehörigkeit zu einer religiösen Gruppe? Wie trage ich das Kreuz? Als Schmuck? Wie ein Schmuckstück, mit vielen Edelsteinen, aus Gold...? Habe ich es gelernt, es auf den Schultern zu tragen, dort, wo es weh tut? Ein jeder von uns blicke heute auf den Gekreuzigten, auf diesen Gott, der zur Sünde geworden ist, damit wir nicht in unserer Sünde sterben werden, und ein jeder antworte auf diese Fragen, die ich euch empfohlen habe“.

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