01 April 2017, 11:00
Kongo: Bischöfe geben Hoffnung auf Übergangsregierung auf
 
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Chefvermittler Erzbischof Utembi: "Müssen nüchtern anerkennen, dass wir versagt haben" - Angst um Abgleiten des Kongos in einen Bürgerkrieg

Vatikanstadt-Kinshasa (kath.net/KAP) Die Bischöfe des Kongo haben ihre Hoffnung aufgegeben, dass es nach dem durch ihre Vermittlungen zustande gekommenen Silvester-Abkommen noch in diesem Jahr Präsidentschaftswahlen gibt. Für eine Einigung zwischen Präsident Joseph Kabila und der Opposition für eine Übergangsregierung seien noch zu viele Streitpunkte offen, bedauerte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Marcel Utembi Tapa, am Mittwoch gegenüber Radio Vatikan. "Wir haben leider versagt, das müssen wir ganz nüchtern anerkennen."

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Schon seit Wochen habe die von ihm geleitete Gesprächskommission die Parteien aufgefordert, "Verantwortung zu übernehmen" und bei den Streitthemen Kompromisse einzugehen, berichtete der Erzbischof von Kisangani. Dazu sei aber keine Seite bereit. Probleme bereite vor allem die Einigung auf eine Verfassung - auf den Modus der Wahl eines Regierungschefs, auf die Frage, inwieweit der Staatspräsident ihn ernennen darf und wer die Wahlkommission leiten wird.

Utembi Tapa appellierte an die Bevölkerung des 80-Millionen-Staats und die Politik seines Landes, trotz aller Schwierigkeiten Wahlen noch im laufenden Jahr umzusetzen, wie dies im Silvester-Abkommen vorgesehen war. Die Kirche werde diesen Prozess nach allen Möglichkeiten begleiten.

Im Kongo hatte die Ankündigung von Präsident Joseph Kabila, trotz Verfassungsverbot für eine dritte Amtszeit zu kandidieren, zu einer politischen geführt. Kabila, der seit 2001 im Amt ist und dessen Amtszeit regulär bereits im Dezember endete, weigerte sich gegen den Amtsverzicht, setzte selbst eine neue Regierung ein und will erst im April 2018 Wahlen abhalten. Die Opposition will Kabilas Machterhalt nicht akzeptieren und in der Bevölkerung gärt es, womit sich die Stimmen, die vor einem Bürgerkrieg warnen, derzeit häufen.

Unterdessen errichteten Jugendliche in der Hauptstadt Kinshasa Straßensperren, wie der UN-Sender "Radio Okapi" berichtete. Auch in anderen Städten des zweitgrößten Flächenstaates in Afrika war die Lage demnach angespannt.

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