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23 März 2017, 13:00
Die Gefahr der Verheidung und der atheistische Katholik

Franziskus in Santa Marta: auf das Wort Gottes hören, das verhärtete Herz vermeiden. Ansonsten endet man in der Untreue, bei den Götzen, die die Welt anbietet, ja man endet bei der Gotteslästerung. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) Wenn ein Volk nicht auf das Wort Gottes hört, dann wendet es ihm den Rücken zu und entfernt sich schließlich von ihm. Papst Franziskus ging in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der dritten Woche der Fastenzeit von der ersten Lesung aus dem Buch Jeremias aus (Jer 7,23-28) und dachte über das Hören auf das Wort Gottes nach. „Wenn wir nicht einhalten, um auf die Stimme des Herrn zu hören“, so Franziskus, „enden wir dabei, uns zu entfernen, uns von ihm abzuwenden, wir wenden ihm den Rücken zu. Und wenn man nicht auf die Stimme des Herrn hört, so hört man auf andere Stimmen“.

Das bittere Ende dieses Vorgangs bestehe dann darin, die Ohren zu verschließen, „wir werden taub: taub für das Wort Gottes“:

„Und wir alle: wenn wir heute ein wenig einhalten und auf unser Herz blicken, dann werden wir sehen, wie oft – wie oft! – wir die Ohren verschlossen haben und wie oft wir taub geworden sind. Und wenn ein Volk, eine Gemeinschaft, ja: sagen wir auch eine christliche Gemeinschaft, eine Pfarrei, ein Bistum, die Ohren verschließt und für das Wort des Herrn taub wird, werden andere Stimmen gesucht, andere Herren, und es endet bei den Götzen, bei den Götzen, die die Welt, die Weltlichkeit, die Gesellschaft ihnen anbieten. Man entfernt sich vom lebendigen Gott“.

Wenn man sich vom Herrn abewende, dann verhärte unser Herz. Wenn „man nicht hört, wird das Herz härter, verschlossener in sich selbst, doch hart und unfähig, etwas zu empfangen. Nicht nur Verschlossenheit: Härte des Herzens“. So lebe es „in jener Welt, in jener Atmosphäre, die nicht gut tut. Sie entfernt es jeden Tag mehr von Gott“:

„Und diese beiden Dinge – nicht auf das Wort Gottes hören und das verhärtete Herz – lassen die Treue verlieren. Man verliert den Sinn für die Treue. Die erste Lesung sagt, der Herr sagt: ‚Die Treue ist dahin’ (V. 28), und wir werden zu untreuen Katholiken, zu verheideten Katholiken oder – noch schlimmer – zu atheistischen Katholiken, weil wir keine Beziehung der Liebe zum lebendigen Gott haben. Nicht hören und den Rücken zuwenden – was das Herz verhärten lässt – bringt uns auf den Weg der Untreue“.

„Diese Untreue – wie wird sie gefüllt?“, fragte sich der Papst. „Sie wird durch Verwirrung gefüllt, man weiß nicht, wo Gott ist, wo er nicht ist, man verwechselt Gott mit dem Teufel“. Auf das Evangelium vom Tag Bezug nehmend (Lk 11,14-23) merkte Franziskus an: „Zu Jesus, der Wunder wirkt, der viele Dinge für das Heil tut – und die Leute sind zufrieden, sie sind glücklich –, sagen sie: ‚Das tut er, weil er ein Sohn des Teufels ist. Die Macht Beelzebuls übt er aus’“.

„Das ist die Gotteslästerung“, so der Papst eindringlich: „Die fluchende Gotteslästerung ist das letzte Wort dieses Weges, der damit anfängt, nicht zu hören, der das Herz verhärtet“, der „zur Verwirrung führt, der dich die Treue vergessen lässt, und am Ende lästerst du Gott“. Wehe dem Volk, das das Staunen der ersten Begegnung mit Jesus vergisst:

„Ein jeder von uns kann sich heute fragen: ‚Halte ich ein, um auf das Wort Gottes zu hören, nehme ich die Bibel zur Hand und spricht er zu mir? Ist mein Herz verhärtet? Habe ich mich vom Herrn abgewendet? Habe ich die Treue zum Herrn verloren und lebe ich mit den Götzen, die mir die Weltlichkeit jeden Tag anbietet? Habe ich die Freude des Staunens der ersten Begegnung mit Jesus verloren?’. Heute ist ein Tag für das Hören. ‚Würdet ihr doch heute auf die Stimme des Herrn hören’, haben wir gebetet. ‚Verhärtet euer Herz nicht’. Wir wollen um diese Gnade bitten: um die Gnade des Hörens, damit unser Herz nicht verhärte“.

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