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10 September 2016, 12:00
Schweizer Bischöfe gegen generelles Burkaverbot

Gewählte Bekleidungsform müsse aber erlauben, "sich jederzeit zu erkennen zu geben, um die Sicherheit und das friedliche Zusammenleben zu ermöglichen"

Fribourg (kath.net/KAP) Die Schweizer Bischöfe sind gegen das vollständige Verbot islamischer Vollverschleierungen wie Burka und Niqab, bewerten die geplante Volksinitiative zur Aufnahme eines Vermummungsverbots in die Schweizer Bundesverfassung aber als "Zeichen einer ernst zu nehmenden Verunsicherung". Die in der Schweiz gewährleistete Religionsfreiheit schütze das Tragen religiöser Kleidung und anderer religiöser Zeichen im öffentlichen Raum, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung nach der jüngsten Vollversammlung der Schweizer Bischofskonferenz. Gleichzeitig betonen die Bischöfe, dass Menschen, die ihr Gesicht verhüllen, ihre Bekleidung so wählen müssen, dass es möglich ist, "sich jederzeit zu erkennen zu geben, um die Sicherheit und das friedliche Zusammenleben zu ermöglichen".

Die Herbst-Versammlung der Bischofskonferenz hatte von 5. bis 6. September im Schweizer Benediktinerkloster Fischingen stattgefunden. Im Anschluss an die Versammlung führten die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz und die Ratsmitglieder des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) in Fischingen eine zweitägige Klausurtagung durch.

Diese habe Gelegenheit zu einem freundschaftlichen Austausch und vertieftem theologischen und ökumenischen Gespräch geboten, hieß es im Anschluss. Besprochen wurden u.a. zwei für das bevorstehende Reformationsgedenken 2017 in Vorbereitung befindliche ökumenische Projekte.

"Das gemeinsame Nachdenken darüber hat uns erneut bewusst gemacht, dass wir unsere innerchristlichen Spaltungen überwinden müssen, wenn wir Gottes Auftrag entsprechen wollen", sagte Kirchenbundpräsident Gottfried Locher: "Der Blick auf die gemeinsamen Herausforderungen bei der Weitergabe des christlichen Glaubens und angesichts der Nöte der Welt hilft uns dabei."

In einem gemeinsamen Gottesdienst erinnerte der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Charles Morerod, in seiner Predigt daran, "dass wir nicht nur da sind, um die Welt besser zu organisieren, sondern die Gegenwart Gottes zu achten, indem wir auf sein Wort hören, das uns manchmal sticht".

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