21 August 2016, 08:00
Fatima: Drei Jubiläums-Kongresse und ein erhoffter Papstbesuch
 
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2017 feiert der zweitgrößte Wallfahrtsort Europas den 100. Jahrestag der Marienerscheinungen

Lissabon (kath.net/KAP) Das Marienheiligtum von Fatima in Portugal, nach Lourdes der zweitgrößte Wallfahrtsort Europas, begeht 2017 den 100. Jahrestag der Marienerscheinungen. Erwartet wird, dass Papst Franziskus aus Anlass des Jubiläums nach Fatima kommen wird. Bereits drei Päpste - Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. - haben das Heiligtum besucht. Das Programm zum Fatima-Jubiläum (www.fatima.santuario-fatima.pt) sieht große Gottesdienste, Prozessionen, Konzerte und Tagungen vor. Zu drei großen Kongressen werden renommierte Theologen und Kirchenhistoriker erwartet.

Den Auftakt macht der "Mariologische Marianische Internationale Kongress" der Päpstlichen Marianischen Internationalen Akademie von 6. bis 11. September. Das Programm sieht auch Sprachzirkel vor; das deutschsprachige Programm besteht aus 18 Vorträgen und der Vorstellung marianischer Forschungsprojekte. Der nächste große Kongress ist der "Congresso Internacional do Centenario" von 21. bis 24. Juni 2017. Ausgerichtet wird er von der Theologischen Fakultät der Portugiesischen Katholischen Universität. Das Thema der Marienerscheinungen soll interdisziplinär - auch aus soziologischer, psychologischer, kulturhistorischer usw. Sicht - behandelt werden. Den Abschluss der Kongressreihe bildet dann das Symposion des "European Marian Network" von 26. bis 29. September 2017. Referenten sind die Rektoren der großen europäischen Marienheiligtümer, darunter Mariazell in der Steiermark.

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Starke päpstliche Bindung

Papst Franziskus ist Fatima enge verbunden. So hatte am 96. Jahrestag der Marienerscheinungen - am 13. Mai 2013 - Kardinal Jose da Cruz Policarpo auf Wunsch von Franziskus dessen Pontifikat der Gottesmutter von Fatima geweiht. Die Anhänglichkeit der zwei Konzilspäpste und der vier nachkonziliaren Päpste an Fatima ist auffällig. Dort, im Cova da Iria (Tal des Friedens), erlebten am 13. Mai 1917 drei Hirtenkinder die erste von mehreren Erscheinungen. Die Gottesmutter enthüllte ihnen nach eigener Aussage binnen mehrerer Monate drei Geheimnisse - deren drittes, bestgehütetes erst im Jahr 2000 veröffentlicht wurde. Die Weissagungen machten Fatima zu einer der wichtigsten Wallfahrtsstätten weltweit.

Die Liste der Partnerstädte liest sich wie ein "Who is who" der europäischen Marienorte: Altötting in Deutschland, Loreto in Italien, Lourdes in Südfrankreich, Mariazell in Österreich und Tschenstochau in Polen. Drei Millionen Menschen pilgern jedes Jahr in die 130 Kilometer von Lissabon entfernte Stadt.

Auch Papst Benedikt XVI. (2005-2013) kam 2010 mit seinem Besuch in Fatima einem lange gehegten persönlichen Wunsch nach. 2007, bei den 90-Jahr-Feiern der Erscheinungen, war Benedikt XVI. verhindert gewesen, weil er zeitgleich im brasilianischen Aparecida die Vollversammlung der lateinamerikanischen Bischöfe eröffnete. Damals schickte er den früheren Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano als seinen Stellvertreter nach Fatima.

Sodano war es auch, der am 13. Mai 2000 bei der Seligsprechung der Geschwister Francisco und Jacinta Marto - zwei der drei Seherkinder - ankündigte, dass der Vatikan auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. bald das "dritte Geheimnis" veröffentlichen werde. Allerdings brauche es dafür noch eine sorgfältige begleitende Erläuterung, hieß es damals. Verfasser dieses theologischen Kommentars war der damalige Glaubenspräfekt Joseph Ratzinger.

Die damals wichtigsten drei Männer des Vatikan lüfteten also am 26. Juni 2000 den Schleier jenes Geheimnisses, das durch seine Nichtveröffentlichung über mehrere Jahrzehnte zu einer Art endzeitlichem Damoklesschwert geworden war. Manch einer erwartete nicht weniger als eine Ankündigung der Apokalypse. Schließlich wurden bereits die ersten beiden Offenbarungen als Voraussagen des Zweiten Weltkriegs und des Aufstrebens des Kommunismus gedeutet.

Tatsächlich musste vor allem der polnische Papst das 1944 niedergeschriebene Dokument als sein Menetekel auffassen. Denn es berichtet nicht nur in düsteren Bildern über die Verfolgung der Kirche im 20. Jahrhundert. Der Text enthält auch die Vision eines in Weiß gekleideten Bischofs, der von Schüssen getroffen zusammenbricht.

Seligsprechung erwartet

Dass dann das Attentat auf Johannes Paul II. auf dem Petersplatz ausgerechnet am 13. Mai 1981 - dem Jahrestag der ersten Erscheinung von Fatima - erfolgte, war nach Ansicht des Papstes kein Zufall. Bis zuletzt war Johannes Paul II. fest davon überzeugt, seine Rettung dem Beistand der Muttergottes zu verdanken. Eine Kugel aus der Waffe des Attentäters Ali Agca ließ er fortan in der Marienkrone des Heiligtums aufheben.

Die letzte Seherin von Fatima, die Ordensschwester Maria Lucia dos Santos, starb 2005 im Alter von fast 98 Jahren, nur sieben Wochen vor Johannes Paul II. Sein Nachfolger Benedikt XVI. setzte für sie die vom Kirchenrecht vorgesehene Fünf-Jahres-Frist zur Einleitung eines Seligsprechungsverfahrens außer Kraft. Am 13. Februar 2008, ihrem dritten Todestag, wurde es eröffnet. Erwartet wird, dass Papst Franziskus im Jubiläumsjahr 2017 grünes Licht geben wird und möglicherweise die Seligsprechung leitet, verbunden mit einem Fatima-Besuch.

Msgr. Dr. Florian Kolfhaus/Vatikanisches Staatssekretariat hält beim Kongress von KIRCHE IN NOT einen Vortrag zum Thema ´Fatima und die Päpste´




Film über Lucia von Fatima




Der emeritierte Papst Benedikt empfängt die Marienstatue von Fatima in seiner Hauskapelle (Kurzvideo)





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