16 August 2016, 11:00
Anglikanischer Theologe: Sind auf dem Weg zur Vorstadtsekte
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Anglikaner'
Aktuelle Pläne der derzeitigen Kirchenleitung, um der Schrumpfung der Gemeinden zu begegnen, würden noch mehr Gläubige und Geistliche entfremden.

London (kath.net/KNA) Einer der führenden anglikanischen Theologen warnt die Staatskirche von England vor einem reinen Management-Kurs. Aktuelle Pläne der derzeitigen Kirchenleitung, um der Schrumpfung der Gemeinden zu begegnen, würden noch mehr Gläubige und Geistliche entfremden, zitiert die Wochenzeitung «The Observer» (Sonntag) den Dekan der Christ Church in Oxford, Martyn Percy. Im Nachwort seines neuesten Buches schreibt er von «missionsfixierten Managern» und einem «Organisationsapparat», der die «nationale Kirche» eher auf den Weg zu einer «Vorstadtsekte» zu bringen drohe.

Werbung
ninive 4


Percy richtet seine Kritik gegen die Pläne von Primas Justin Welby. Die vom Erzbischof von Canterbury vorgeschlagene Strukturreform sieht laut dem Bericht unter anderem eine Umverteilung von Mitteln von den traditionell verankerten Landgemeinden auf innerstädtische Pastoralprogramme vor. Ferner sollen demnach Bischöfe und hochrangige Geistliche Management-Kurse erhalten, junge begabte Geistliche auf die Überholspur in Leitungspositionen gesetzt und städtische Gemeinden extra für junge Familien und Studenten gegründet werden.

Einer jüngsten Studie zufolge droht in England der regelmäßige Gottesdienstbesuch in anglikanischen Gemeinden in den kommenden 30 Jahren bis auf ein Prozent der Bevölkerung zurückzugehen. Die neue Strategie von Welby, der vor seiner geistlichen Laufbahn als Öl-Manager tätig war, war im Juli von einer großen Mehrheit der anglikanischen Generalsynode in York gebilligt worden. Dennoch gebe es in weiten Teilen der Kirche Unbehagen und Kritik, so die Zeitung.

Wörtlich schreibt der Theologe Percy, die anglikanische Kirche werde «ganz allmählich daran gewöhnt, zu einer Vorstadtsekte zu werden, die ihre Herde einpfercht, ihren Klerus kontrolliert und ihre Kommunikation zentralisiert. Statt eine örtlich gut aufgestellte nationale Institution zu sein, wird sie eine bürokratische Organisation, die, von der Hierarchie geskriptet, Amt und Mission verwaltet.»

(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 

meist kommentierte Artikel

Facebooksperre für Birgit Kelles Kritik an Hidschab-Barbie - UPDATES! (53)

Was wissen wir aus Schrift und Lehre der Kirche über das Fegfeuer? (36)

Gouverneur Brown zum Klimawandel: ‚Gehirnwäsche’ notwendig (35)

Das größte Problem der Kirche ist ein Glaubensproblem (33)

Ist die Bibel grausam? (26)

Justizklage gegen belgischen Priester wegen Beichtgeheimnis (26)

Bärtige Männer fordern Ordensfrauen zur Konversion zum Islam auf (24)

„Kanzlerin Merkel ist doppelt geschwächt, aber noch alternativlos“ (22)

Modezar Karl Lagerfeld empört mit Antisemitismusvorwurf (20)

Wiederverheiratete und 'Pathologie schismatischer Zustände' (19)

'Repräsentanten einer ethisch, humanistisch orientierten Organisation (18)

Für mich einfach traurig (17)

Papst sprach mit Kurienleitern über Priesterausbildung (15)

Papst zum Lebensende: Einstellung der Therapie ist keine Euthanasie (15)

Bundesjugendseelsorger gegen "Antworten auf ungestellte Fragen" (12)