14 April 2016, 12:30
Evolution oder intelligent design?
 
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Woher kommt das Leben auf Erden? Ein kath.net-Klartext von Bischof Andreas Laun

Salzburg (kath.net) Anlass zu diesem Beitrag war ein wirklich unvergessliches kleines Erlebnis: Wir saßen beim Frühstück, irgendwie kamen wir auf Evolution zu sprechen und ich meldete, unter dem Eindruck eines Vortrags von John Lennox, einem brilliantem Fachmann, Zweifel an der Evolutionstheorie an. Plötzlich sprang einer meiner Freunde auf und schrie: „Mit jemandem, der nicht an die Evolution glaubt, will ich nicht mehr reden!“ Und er rannte zur Türe hinaus und ließ mich und die Anderen verblüfft sitzen. Wir sind Freunde geblieben, wir reden nicht mehr über das Thema, aber die kleine Episode habe ich nicht vergessen. Daher heute dies:

Evolution oder intelligent design, das ist die Frage: Woher kommt das Leben auf Erden? Dazu gibt es viele Schriften, man könnte eine Bibliothek damit füllen. Mir scheint, es genügt eine gewisse Menge Hausverstand, um das Urteil verantwortlich fällen zu können, ohne die „Fachliteratur“ gelesen zu haben: Wir wissen und sind uns einig: Es gab das Leben auf Erden einmal nicht, ab einer gewissen Zeit aber gibt es Pflanzen und Tiere. Irgendwie sind sie, müssen sie „entstanden“ oder „gekommen“ sein. Hätte es damals eine flächendeckende Video-Überwachung des Planeten gegeben, hätte man an einem Tag nichts gesehen – die Erde war noch „wüst und leer“, aber am nächsten Tag hätte man erste Pflanzen und vielleicht auch schon Tiere gesehen. Irgendwann würde man Menschen gesehen haben. Nun gibt es, logischerweise, zwei Erklärungs-Möglichkeiten: Entweder hat diese Lebewesen „Jemand“ gemacht oder sie sind ist „irgendwie“ von selbst, zufällig, entstanden und diesen Prozess nennen wir Evolution. Bei der ersten Möglichkeit kommt die Frage: „Wer könnte das gewesen sein?“ Bei der anderen Antwort „Evolution, von selbst geworden“ lauert die nächste Frage: „Wie kann man sich das vorstellen? Haben wir das schon gesehen oder können wir das auch machen, herbeiführen“?

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Ist man überzeugter Atheist, wird man antworten müssen, ohne die Möglichkeit einer anderen Antwort: „Evolution!“. Denn wenn es Gott nicht gibt und die Tiere sind doch da, müssen sie „von selbst“ entstanden sein, da ja niemand behauptet, Marsmännchen hätten die Elefanten auf der Erde ausgesetzt!, aber dann muss man sich fragen lassen, wie das „von selbst“ möglich gewesen sein soll. Die Nennung von „Millionen Jahren“ ist wirklich kein rationales Argument: Niemand denkt, dass in einem leeren Zimmer oder Teich plötzlich etwas ist, was vorher nicht drinnen ist, auch nicht, wenn ich daneben stehe und 100 Millionen Jahre warte!, noch dazu etwas so Fantastisches wie eine lebende Zelle oder gar schon eine Pflanze und ganze Tiere! Wer behauptet, man müsse nur „lang genug warten“, genug „Millionen Jahren“, der glaubt selbst nicht, was er sagt! Und auch der „Zufall“ ist ein Mythos, weil die Erfahrung zeigt, dass der Zufall noch nie etwas wirklich Sinnvolles und Komplexes hervorgebracht hat.

Dazu kommt: Die zufällige, daher langsame Entwicklung von komplexen Organismen ist unmöglich, weil die Organismen sozusagen „mit „einem Zufallsschlag fertig“ sein müssten, um auch nur ganz kurz zu überleben und außerdem müsste das notwendige Weibchen ja auch „zugleich“ und wieder „zufällig“ fertig sein und noch dazu am selben Platz des Globus wie das Männchen. Sonst wäre die Evolution bei diesem Tier schon wieder zu Ende! Und dann kommt auch noch die Frage nach den archäologischen Funden, denen das „missing link“ beharrlich fehlt! Mein Hauptargument gegen die Möglichkeit der Evolution lautet: Wir haben keine Beobachtung dieses angeblichen Zufalls, noch können wir ihn künstlich mit einem Experiment wiederholen oder in Gang bringen. Aber das wären ja die Kriterien der Wissenschaft, und ich weigere mich, auf sie ausnahmsweise zu verzichten nur um den Atheismus zu retten!

Und was ist mit der anderen Antwort: Wer hat das gemacht, bleibt eine andere Antwort, und warum sollen wir diesen Jemand nicht Gott nennen? Wie wir „Ihn“ auch nennen, wir wissen auch in diesem Erklärungsmodell nicht, wie wir uns das vorstellen können oder sollten. Denn: Ich z. B. glaube, dass Gott alles geschaffen hat, aber ich behaupte nicht, ich wüsste die Frage nach dem „Wie?“ oder „der „Reihenfolge?“ zu beantworten, obwohl es dazu Teilantworten der Wissenschaft gibt. Auch die Frage nach den Gemeinsamkeiten in der Welt des Lebens, bis hin zu den teilweise gemeinsamen Genen von Menschen und Tieren, kann ich nicht erklären. Allerdings, wenn Gott existiert und die Lebewesen erschaffen hat, kann er natürlich „Lösungsmodelle“ wie die Sexualität zur Vermehrung, bei verschiedenen Lebewesen wiederholend verwendet haben.

Aber zuletzt noch dies: Neulich habe ich eine DVD gesehen, die die Gottesthese in der Form des „Intelligent design“ sozusagen vorführt und zwar an Hand der Delphine, einer Meeresschildkröte, der Lachse und der Wale. Von Wissenschaftlern begleitend kommentiert wird erzählt vom Körperbau dieser Tiere, von ihren Fähigkeiten und von ihren Verhaltensweisen. Ergebnis: Man kommt aus dem Staunen und der Bewunderung nicht heraus, und man versteht schlagartig: Eines dieser Tiere, sein Überleben und sein „Können“ mit Evolution zu erklären ist einfach lachhaft, ist absurd, ist unsachlich und hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Ich lade ein, sich den Film zu besorgen und – zu lernen! Demjenigen, der dann noch „an Evolution glaubt“ ist nicht zu helfen, aber ich lasse ihn auch gerne in Ruhe wie Leute, die an den Mann im Mond glauben! Sie sind harmlos, es darf sie geben! Dass sie ihren Evolutionsglauben benützen im Kampf gegen den Gottesglauben verstehe ich, auch wenn ihr Argument nichts taugt.

Fest steht für mich: Evolution ja oder nein, ist nur am Rand eine Frage des Glaubens oder Atheismus, sondern vor allem eine Frage der Vernunft und des Hinschauens auf das, was ist und was es gibt. Zum Beispiel das Wunder eines Delphins und anderer Tiere! Eigentlich genügt auch eine „Universum´-Sendung“, obwohl diese die Wunder, die sie zeigt, mit der Evolutions-Ideologie untermalt!

Das Leben ist eine Spur Gottes, gerade weil es so wunderbar ist! Und das Staunen darüber kann zu Gott führen! Ein Tier ausrotten heißt immer auch: Die Spuren Gottes auf dem Planeten zu verwischen!

Ich verzichte hier auf die Argumente, die üblicherweise angeführt werden. Aber soweit ich die Diskussion kenne: Die Vertreter des Intelligent design haben gute, rationale Argumente, die den „Anderen“ fehlen. Und sie haben Darwin selbst auf ihrer Seite mit seinem berühmten Zugeständnis: „Wenn gezeigt werden könnte, dass irgendein komplexes (zusammengesetztes) Organ existiert, das auf keine Weise durch zahlreiche, aufeinander folgende geringfügige Modifizierungen entstanden sein kann, dann würde meine Theorie ganz und gar zusammenbrechen.“ (Darwin 2008, 224).5. An Hand vieler Beispiele ist dieser Beweis bereits erbracht!

kath.net-Buchtipp
Klartext III - Dialog mit dem Zeitgeist
Von Andreas Laun
Taschenbuch, 104 Seiten
2014 Dip3 Bildungsservice Gmbh
ISBN 978-3-902686-59-6
Preis 8.90 EUR

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