31 März 2016, 13:00
Die Gegenwart Christi durch das Wort und die Eucharistie
 
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Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: ‚Er öffnete ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift’. Alles greifbare, wenn auch verwandelte Wirklichkeit. Zum Evangelium des Donnerstags in der Osteroktav (Lesejahr C). Von Armin Schwibach

Rom (kathnet/as) Donnerstag in der Osteroktav. Das Evangelium (Lesejahr C: Lk 24,35-48) berichtet, wie der auferstandene Herr in die Mitte der Jünger tritt, die bestürzt und verängstigt meinen, einen Geist zu sehen:

„Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür“.

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In seiner Ansprache vor dem österlichen Gebet des „Regina Caeli“ am 22. April 2012 kommentierte Papst Benedikt XVI. das Evangelium des dritten Ostersonntags jenes Jahres, das nun am Donnerstag der Osteroktav 2016 erklingt:

„Der Heiland sichert seine wirkliche Gegenwart unter uns zu, durch das Wort und die Eucharistie. Wie daher die Emmausjünger Jesus im Brechen des Brotes erkannten (vgl. Lk 24,35), so begegnen auch wir dem Herrn in der Feier der Eucharistie. Dazu erklärt der hl. Thomas von Aquin: »Nach dem katholischen Glauben ist es notwendig anzuerkennen, dass der ganze Christus in diesem Sakrament gegenwärtig ist […], da die Gottheit nie den Leib verlassen hat, den sie angenommen hat« (S. Th. III, q. 76, a. 1)“.


Benedikt XVI. vor dem Gebet des „Regina Caeli“ am 22. April 2012:

Romano Guardini schreibt: »Der Herr ist verwandelt. Er lebt anders als früher. Sein Dasein ist unbegreiflich […] Dennoch ist es leibhaftig, enthält […] sein ganzes gelebtes Leben, sein erfahrenes Schicksal, sein Leiden und Sterben. Nichts ist abgetan […] Alles greifbare, wenn auch verwandelte Wirklichkeit« (Der Herr. Betrachtungen über die Person und das Leben Jesu Christi [1937], Alsatia Colmar 1947, Band 2, S. 127). Da die Auferstehung die Zeichen der Kreuzigung nicht auslöscht, zeigt Jesus den Aposteln seine Hände und Füße. Und um sie zu überzeugen, bittet er sogar um etwas zu essen. So »gaben ihm [die Jünger] ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen« (Lk 24,42–43).

Der hl. Gregor der Große kommentiert: »Der über dem Feuer gebratene Fisch bedeutet nichts anderes als das Leiden Jesu, Mittler zwischen Gott und den Menschen. Er nämlich ließ sich herab, sich in den Wassern des Menschengeschlechts zu verbergen, er nahm es hin, in der Schlinge unseres Todes festgehalten zu werden, und wurde in der Zeit des Leidens durch die erlittenen Schmerzen gleichsam über dem Feuer geröstet« (Hom. in Evang. XXIV, 5: CCL 141, Turnhout 1999, S. 201). Dank dieser sehr realistischen Zeichen überwinden die Jünger ihren anfänglichen Zweifel und öffnen sich dem Geschenk des Glaubens; und dieser Glaube gestattet es ihnen, zu verstehen, »was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen« (Lk 24,44) über Christus geschrieben ist. Denn wir lesen, dass Jesus »ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift [öffnete]. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern […] verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür« (Lk 24,45–48).

Der Heiland sichert seine wirkliche Gegenwart unter uns zu, durch das Wort und die Eucharistie. Wie daher die Emmausjünger Jesus im Brechen des Brotes erkannten (vgl. Lk 24,35), so begegnen auch wir dem Herrn in der Feier der Eucharistie. Dazu erklärt der hl. Thomas von Aquin: »Nach dem katholischen Glauben ist es notwendig anzuerkennen, dass der ganze Christus in diesem Sakrament gegenwärtig ist […], da die Gottheit nie den Leib verlassen hat, den sie angenommen hat« (S. Th. III, q. 76, a. 1).








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