28 März 2015, 10:00
Benedikt XVI. und der Islam
 
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Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: Die Grundlagen für eine Verhältnisbestimmung zwischen Christentum und Islam. Begegnung in der Wahrheit. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass Moslems und Christen unterschiedliche Zugänge zu den Dingen haben, die Gott betreffen. Dennoch können und müssen wir an den einen Gott glauben, der uns geschaffen hat und sich um jeden Menschen in jedem Winkel der Welt sorgt. Wir müssen durch unsere gegenseitige Achtung und Solidarität gemeinsam zeigen, dass wir uns selbst als Glieder einer Familie betrachten: der Familie, die Gott von der Schöpfung der Welt bis zum Ende der menschlichen Geschichte geliebt und um sich gesammelt hat“ (6. November 2008).

Nach der Ansprache Benedikts XVI. an der Regensburger Universität im Jahr 2006 war es zu den bekannten Verstimmungen zwischen der katholischen Kirche und der Welt des Islam gekommen. Das Zitat eines byzantinischen Kaisers zu Mohamed und dem Islam hatte – forciert auch durch gewisse westliche Medien – zu einem großen Emotionsschub im Bereich des Islam aufgrund einer angeblich bewussten Verletzung des religiösen Empfindens der Muslime geführt. Bilder des Papstes und Flaggen des Vatikans wurden auf den Straßen von Islamabad von Menschen verbrannt, die wahrscheinlich vorher noch nie etwas von Benedikt XVI. gehört hatten geschweige denn wussten, worum es in Regensburg wirklich gegangen war. Am Sonntag nach seiner Rückkehr erklärte dann Benedikt XVI. in seiner Ansprache vor dem Gebet des Angelus in Castel Gandolfo:

„In diesem Augenblick möchte ich nur hinzufügen, dass ich die Reaktionen tief bedaure, die ein kurzer Abschnitt meiner Ansprache in der Universität Regensburg hervorgerufen hat, der als verletzend für die Empfindungen der muslimischen Gläubigen aufgefasst wurde, während es sich um das Zitat eines mittelalterlichen Textes handelte, der in keiner Weise meine persönliche Meinung wiedergibt. Gestern hat der Kardinalstaatssekretär dazu eine Erklärung veröffentlicht, in der er den wahren Sinn meiner Worte erläutert hat. Ich hoffe, dass dies dazu dient, die Gemüter zu beruhigen und die wahre Bedeutung meiner Ansprache zu verdeutlichen, die in ihrer Gesamtheit eine Einladung zum offenen und aufrichtigen Dialog in großer gegenseitiger Achtung war und ist. Dies ist der Sinn der Ansprache" (17. September 2006).

„Offener aufrichtiger Dialog in gegenseitiger Achtung“: dies war das Anliegen Benedikts XVI. in den Fussstapfen seiner Vorgängers Johannes Pauls II. auf der Grundlage der Erklärung „Nostra aetate“ des II. Vatikanischen Konzils. Bereits während seines Aufenthalts zum Weltjugendtag in Köln 2005 hatte Benedikt XVI. ausdrücklich eine Begegnung mit den Vertretern der muslimischen Gemeinden gewollt. Diese waren dem Papst sehr freundlich entgegengekommen, während er ihnen seine Hochachtung und vor allem die Notwendigkeit einer gemeinsamen Zusammenarbeit zum Ausdruck brachte:

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„Liebe Freunde, ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir, ohne dem negativen Druck der Umgebung zu weichen, die Werte der gegenseitigen Achtung, der Solidarität und des Friedens bekräftigen müssen. Das Leben jedes Menschen ist heilig, für die Christen wie für die Muslime. Wir haben ein großes Aktionsfeld, in dem wir uns im Dienst an den moralischen Grundwerten vereint fühlen dürfen. Die Würde der Person und die Verteidigung der Rechte, die sich aus dieser Würde ergeben, müssen Ziel und Zweck jedes sozialen Planes und jedes Bemühens zu dessen Durchsetzung sein. Das ist eine Botschaft, welche die leise, aber deutliche Stimme des Gewissens in unverwechselbarer Weise skandiert. Es ist eine Botschaft, die man hören und zu Gehör bringen muß: Würde ihr Widerhall in den Herzen verstummen, wäre die Welt der Finsternis einer neuen Barbarei ausgesetzt. Nur über die Anerkennung der Zentralität der Person kann man eine gemeinsame Verständigungs-Grundlage finden, eventuelle kulturelle Gegensätze überwinden und die explosive Kraft der Ideologien neutralisieren“.

Benedikt XVI. zitierte ausdrücklich „Nostra aetate: „In diesem Zusammenhang ist es immer angebracht, an das zu erinnern, was die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils in Bezug auf die Beziehungen zu den Muslimen gesagt haben: »Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. Sie bemühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft… Da es jedoch im Lauf der Jahrhunderte zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslim kam, ermahnt die Heilige Synode [das Zweite Vatikanische Konzil] alle, das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen« (Erklärung Nostra aetate, 3)“ (20. August 2005).

In seiner Weihnachtsansprache vor der Römischen Kurie im Jahr 2006 ging der Papst erneut auf die durch seine Ansprache in Regensburg ausgelösten Polemiken ein und erläuterte, wie Religionen einander begegnen müssen.

In Regensburg sei der Dialog der Religionen nur am Rand zur Sprache gekommen und in einem zweifachen Sinn anvisiert worden. Benedikt XVI. betonte: „Die bloß säkulare Vernunft ist nicht imstande, in einen wirklichen Dialog mit den Religionen zu treten. Bleibt sie der Gottesfrage gegenüber verschlossen, so führt dies zum Zusammenstoß der Kulturen. Der andere Aspekt bestand in der Aussage, daß die Religionen einander begegnen müssen in der gemeinsamen Aufgabe, im Dienst der Wahrheit und so des Menschen zu stehen. Der Besuch in der Türkei gab mir die Gelegenheit, die Ehrfurcht vor der islamischen Religion auch öffentlich darzustellen, die uns im übrigen vom II. Vatikanischen Konzil als verpflichtende Einsicht auf den Weg gegeben worden ist (vgl. Erkl. Nostra Aetate, 3).

Bei einem verstärkt zu führenden Dialog mit dem Islam werden wir vor Augen halten müssen, dass die islamische Welt heute mit großer Dringlichkeit sich vor einer ganz ähnlichen Aufgabe findet, wie sie den Christen seit der Aufklärung auferlegt ist und vom II. Vatikanischen Konzil als Frucht eines langen Ringens für die katholische Kirche zu konkreten Lösungen geführt wurde. Es geht um die Stellung der Gemeinschaft der Glaubenden angesichts der Einsichten und Forderungen, die in der Aufklärung gewachsen sind. Einerseits gilt es, einer Diktatur der positivistischen Vernunft zu widersprechen, die Gott aus dem Leben der Gemeinschaft und aus den öffentlichen Ordnungen ausschließt und dabei den Menschen seiner Maßstäbe beraubt. Andererseits müssen die wahren Errungenschaften der Aufklärung, die Menschenrechte und dabei besonders die Freiheit des Glaubens und seiner Ausübung als wesentliche Elemente gerade auch für die Authentizität der Religion aufgenommen werden.

Wie es in der christlichen Gemeinschaft ein langes Ringen um den rechten Standort des Glaubens diesen Einsichten gegenüber gab, das freilich nie ganz zu Ende ist, so steht auch die islamische Welt mit ihrer eigenen Überlieferung vor der großen Aufgabe, hier die angemessenen Lösungen zu finden. Inhalt des Dialogs von Christen und Muslimen wird es in diesem Augenblick vor allem sein müssen, sich in diesem Mühen zu begegnen und die rechten Lösungen zu finden. Die Gottvergessenheit des Westens dient heute gewissen Kräften in der islamischen Welt als Vorwand, Gewalt als Teil der Religion zu propagieren. Wir Christen wissen uns solidarisch mit all denen, die gerade von ihrer religiösen Überzeugung als Muslime her gegen die Gewalt und für das Miteinander von Glaube und Vernunft, von Religion und Freiheit eintreten. In diesem Sinn greifen die beiden Dialoge, von denen ich sprach, eng ineinander“.

Eine der Folgen der Regensburger Ansprache war dann der am 13. Oktober 2007 an den Papst gerichtete „offene Brief“ von 138 muslimischen Religionsführern, zusammen mit denen der Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog ein „Katholisch/Muslimisches“ Forum eingerichtet hatte. Zum Abschluss der Arbeiten wurde das Forum vom Papst empfangen. Erneut brachte Benedikt XVI. seine große Hoffnung zum Ausdruck:

„Meine Hoffnung ist, dass diese grundlegenden Menschenrechte für alle Menschen überall geschützt werden. Politische und religiöse Führer haben die Pflicht, die freie Ausübung dieser Rechte in voller Achtung für die Gewissens- und Religionsfreiheit jedes einzelnen Menschen zu gewährleisten.

Die Diskriminierung und Gewalt, die religiöse Menschen auch heute in vielen Teilen der Welt erfahren, und die oft gewalttätigen Verfolgungen, denen sie ausgesetzt sind, stellen inakzeptable und nicht zu rechtfertigende Akte dar, die um so schwerwiegender und beklagenswerter sind, wenn sie im Namen Gottes ausgeführt werden. Gottes Name kann nur ein Name des Friedens und der Brüderlichkeit, der Gerechtigkeit und der Liebe sein.

Wir sind aufgefordert, durch unsere Worte und vor allem durch unsere Taten zu zeigen, dass die Botschaft unserer Religionen unversiegbar eine Botschaft der Harmonie und des gegenseitigen Verständnisses ist. Es ist von wesentlicher Bedeutung, dass wir dies tun; andernfalls schwächen wir die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit nicht nur unseres Dialogs, sondern auch unserer Religionen selbst“.


Ansprache von Papst Benedikt XVI. an die Teilnehmer am ersten Seminar des katholisch-muslimischen Forums, Sala Clementina, 6. November 2008:

Liebe Freunde!

Ich freue mich, Sie heute vormittag zu empfangen, und begrüße Sie alle ganz herzlich. Ich danke besonders Kardinal Jean-Louis Tauran sowie Scheich Mustafa Ceric und Herrn Seyyed Hossein Nasr für ihre Worte. Unsere Begegnung findet zum Abschluß des wichtigen Seminars statt, das vom »Katholisch/Muslimischen Forum« veranstaltet wurde. Eingerichtet wurde dieses Forum vom Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog und Vertretern jener 138 muslimischen Religionsführer, die am 13. Oktober 2007 den an die christlichen Oberhirten gerichteten offenen Brief unterzeichnet hatten. Das jetzige Treffen ist ein klares Zeichen unserer gegenseitigen Achtung und unseres Wunsches, einander respektvoll zuzuhören. Ich kann Ihnen zusichern, daß ich den Verlauf Ihrer Tagung im Gebet begleitet habe, da ich mir bewußt bin, daß sie im Rahmen anderer, vom Heiligen Stuhl geförderter regelmäßiger Begegnungen mit verschiedenen muslimischen Gruppen einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem größeren Verständnis zwischen Moslems und Christen darstellt. Der offene Brief »Ein gemeinsames Wort zwischen uns und euch« hat zahlreiche Antworten erhalten und zum Dialog, zu besonderen Initiativen und Begegnungen angeregt, die uns helfen sollen, einander genauer kennenzulernen und in der Achtung unserer gemeinsamen Werte zu wachsen. Das große Interesse, das dieses Seminar geweckt hat, ist für uns ein Ansporn sicherzustellen, daß die Überlegungen und die positiven Entwicklungen, die vom muslimischchristlichen Dialog ausgehen, nicht auf eine kleine Gruppe von Experten und Gelehrten beschränkt bleiben, sondern als ein kostbares Vermächtnis weitergegeben werden, damit sie in den Dienst aller gestellt werden und im Alltagsleben Früchte tragen. Das Thema, das Sie für Ihr Treffen gewählt haben – »Gottesliebe, Nächstenliebe: Die Würde des Menschen und die gegenseitige Achtung« – ist besonders bedeutsam. Es wurde dem offenen Brief entnommen, der die Gottes- und die Nächstenliebe als das Herzstück sowohl des Islam wie des Christentums darstellt. Dieses Thema beleuchtet klarer die theologischen und spirituellen Grundlagen einer zentralen Lehre unserer jeweiligen Religionen.

Die christliche Tradition verkündet, daß Gott die Liebe ist (vgl. 1 Joh 4,16). Aus Liebe hat er das ganze Universum geschaffen und wird durch seine Liebe in der menschlichen Geschichte gegenwärtig. Die Liebe Gottes wurde sichtbar, sie offenbarte sich vollkommen und endgültig in Jesus Christus. So kam er herab, um dem Menschen zu begegnen, und während er Gott blieb, nahm er unsere Natur an. Er gab sich selbst hin, um jedem Menschen die volle Würde zurückzugeben und uns das Heil zu bringen. Wie könnten wir das Geheimnis der Menschwerdung und der Erlösung jemals anders erklären als durch die Liebe? Diese unendliche und ewige Liebe ermöglicht es uns zu antworten, indem wir sie mit unserer ganzen Liebe erwidern: Gottesliebe und Nächstenliebe. Diese Wahrheit, die wir als grundlegend ansehen, wollte ich in meiner ersten Enzyklika Deus Caritas est herausstellen, da es sich um eine zentrale Lehre des christlichen Glaubens handelt. Es ist unsere Berufung und Sendung, die Liebe, mit der uns Gott ohne jedes Verdienst so reich beschenkt, frei mit anderen zu teilen.

Ich bin mir sehr wohl bewußt, daß Moslems und Christen unterschiedliche Zugänge zu den Dingen haben, die Gott betreffen. Dennoch können und müssen wir an den einen Gott glauben, der uns geschaffen hat und sich um jeden Menschen in jedem Winkel der Welt sorgt. Wir müssen durch unsere gegenseitige Achtung und Solidarität gemeinsam zeigen, daß wir uns selbst als Glieder einer Familie betrachten: der Familie, die Gott von der Schöpfung der Welt bis zum Ende der menschlichen Geschichte geliebt und um sich gesammelt hat.

Ich freute mich zu hören, daß Sie bei dieser Tagung bezüglich der Notwendigkeit, voll und ganz an Gott zu glauben und unsere Mitmenschen, Brüder und Schwestern, besonders die Notleidenden, unvoreingenommen zu lieben, zu einer gemeinsamen Position gelangt sind. Gott fordert uns auf, uns gemeinsam für die Opfer von Krankheit, Hunger, Armut, Ungerechtigkeit und Gewalt einzusetzen. Für die Christen ist die Gottesliebe untrennbar verbunden mit der Liebe unserer Brüder und Schwestern, aller Männer und Frauen, ohne Unterschied der Rasse und Kultur. Wie der hl. Johannes schreibt: »Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott!, aber seinen Bruder haßt, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht« (1 Joh 4,20).

Die muslimische Tradition ist auch ganz eindeutig, wenn sie zum praktischen Einsatz im Dienst an den Ärmsten ermuntert und bereitwillig in ihrer eigenen Version an die »Goldene Regel« erinnert: Euer Glaube wird nur dann vollkommen sein, wenn ihr den anderen das tut, was ihr für euch selbst wünscht. Wir sollten also zusammenarbeiten in der Förderung des echten Respekts vor der Würde der menschlichen Person und der menschlichen Grundrechte, auch wenn unsere anthropologischen Sichtweisen und unsere Theologien das unterschiedlich begründen. Es gibt ein großes und weites Feld, auf dem wir bei der Verteidigung und Förderung der moralischen Werte, die Teil unseres gemeinsamen Erbes sind, miteinander tätig werden können. Erst wenn wir uns anschicken, die zentrale Stellung der menschlichen Person und der Würde jedes Menschen anzuerkennen, das Leben zu respektieren und zu verteidigen, das Geschenk Gottes und deshalb sowohl für Christen als auch für Moslems heilig ist – nur auf der Grundlage dieser Anerkennung können wir eine gemeinsame Basis für den Aufbau einer brüderlicheren Welt finden, einer Welt, in der Auseinandersetzungen und Differenzen friedvoll beigelegt werden und die vernichtende Macht der Ideologien neutralisiert wird.

Noch einmal: Meine Hoffnung ist, daß diese grundlegenden Menschenrechte für alle Menschen überall geschützt werden. Politische und religiöse Führer haben die Pflicht, die freie Ausübung dieser Rechte in voller Achtung für die Gewissens- und Religionsfreiheit jedes einzelnen Menschen zu gewährleisten. Die Diskriminierung und Gewalt, die religiöse Menschen auch heute in vielen Teilen der Welt erfahren, und die oft gewalttätigen Verfolgungen, denen sie ausgesetzt sind, stellen inakzeptable und nicht zu rechtfertigende Akte dar, die um so schwerwiegender und beklagenswerter sind, wenn sie im Namen Gottes ausgeführt werden. Gottes Name kann nur ein Name des Friedens und der Brüderlichkeit, der Gerechtigkeit und der Liebe sein. Wir sind aufgefordert, durch unsere Worte und vor allem durch unsere Taten zu zeigen, daß die Botschaft unserer Religionen unversiegbar eine Botschaft der Harmonie und des gegenseitigen Verständnisses ist. Es ist von wesentlicher Bedeutung, daß wir dies tun; andernfalls schwächen wir die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit nicht nur unseres Dialogs, sondern auch unserer Religionen selbst.

Ich bete dafür, daß das »Katholisch/Muslimische Forum«, das nun zuversichtlich seine ersten Schritte tut, immer mehr zu einem Ort des Dialogs werden und uns helfen wird, wenn wir miteinander den Weg zu einer immer volleren Erkenntnis der Wahrheit einschlagen. Die heutige Begegnung ist auch eine vorzügliche Gelegenheit, uns selber zu einem immer aufrichtigeren Streben nach der Gottesliebe und Nächstenliebe zu verpflichten: das ist die unerläßliche Voraussetzung, um den Männern und Frauen unserer Zeit einen glaubwürdigen Dienst der Versöhnung und des Friedens anzubieten.

Liebe Freunde, lassen Sie uns unsere von gutem Willen beseelten Anstrengungen vereinen, um alle Mißverständnisse und Meinungsverschiedenheiten zu überwinden! Lassen Sie uns den Entschluß fassen, Vorurteile aus der Vergangenheit auszuräumen und die oft verzerrten Bilder vom anderen zu korrigieren, die noch heute Schwierigkeiten in unseren Beziehungen hervorrufen können! Lassen Sie uns miteinander für die Bildung aller Menschen, besonders der Jugendlichen, arbeiten, um eine gemeinsame Zukunft aufzubauen! Möge uns Gott in unseren guten Absichten stärken und unseren Gemeinden ermöglichen, konsequent die Wahrheit der Liebe zu leben, die das Herz des religiösen Menschen und die Grundlage für die Achtung vor der Würde jedes Menschen darstellt. Möge Gott, der eine, barmherzige und mitleidsvolle, uns bei dieser anspruchsvollen Aufgabe beistehen, uns schützen, uns segnen und uns immer mit der Kraft seiner Liebe erleuchten.


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