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27 April 2003, 12:58
Bischof Müller antwortet ZdK-Chef Hans Joachim Meyer

KATH.NET dokumentiert ein Schreiben des Regensburger Bischofs an den ZdK-Vorsitzenden: "Ich weise Sie noch mal darauf hin, dass Sie auch als Vorsitzender des ZdK nicht die Laiengremien der Diözese Regensburg repräsentieren"
Nachdem wiederholt ein persönlicher Brief des ZdK-Vorsitzenden Prof. Dr. Hans Joachim Meyer an den Regensburger Bischof von unbekannter Seite an die Presse gegeben wurde, sieht sich das Bischöfliche Ordinariat Regensburg veranlasst, die darauf folgende Antwort des Bischofs von Regensburg, Dr. Gerhard Ludwig Müller, öffentlich bekannt zu machen. kath.net dokumentiert den Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

Ihr zweiter, wieder in einem Oberlehrerton gehaltene Brief an mich vom 22. April zeigt mir, dass Sie immer noch nicht verstanden haben, was die Hirtenpflicht eines katholischen Bischofs ist und wie die Hierarchie und die Laien und damit auch die Laiengremien am Aufbau der Kirche zusammenwirken müssen. Ihr Standpunkt, wonach die Wahl in ein Laiengremium den Freibrief zu einer Unterwanderung der Kirche bedeutet, kann von keinem katholischen Bischof akzeptiert werden.

Ich will und kann mir einfach nicht vorstellen, dass Sie die Inhalte und Ziele dieser fälschlich sich so nennenden Bewegung "Wir sind Kirche" nicht kennen. Ein Blick auf die Homepage dieser Bewegung muss Sie eines Besseren belehren. Ist Ihrer Meinung nach die Beratungsadresse von Herrn Grabmeier für einen eventuellen Kirchenaustritt (Denkschrift der KirchenVolksBewegung: "Wir sind Kirche": die Kirchensteuer und die Mitwirkung des Kirchenvolkes am Leitungsdienst – erreichbar als Link Kirchensteuer auf wsk-regensburg.de), mit der Mitgliedschaft in einem Beratungsgremium vereinbar?

Ich weise Sie noch mal darauf hin, dass Sie auch als Vorsitzender des ZdK nicht die Laiengremien der Diözese Regensburg repräsentieren und es überhaupt keinen Anlass gibt, den Laienapostolat mir gegenüber zu verteidigen. Die Berufung auf die vom Bischof erlassenen Satzungen dieser Gremien kann nicht die oberhirtliche Verantwortung für die Einheit der Kirche und die Integrität ihres Glaubensbekenntnisses in Bezug auf alle Priester und Laien der Diözese schmälern. Ich erinnere Sie daran, dass Ihr erster privater Brief an mich von Ihrer Seite an die Öffentlichkeit gebracht worden ist und somit Sie die Verantwortung tragen für den Eindruck, dass es in der Kirche in Deutschland einen Grundsatzkonflikt gebe. Bevor sie wieder einmal in dieser unbrüderlichen Weise sich an mich wenden, möchte ich Sie bitten, sich erst einmal über die wirklichen Verhältnisse in der Diözese Regensburg bei mir selbst zu informieren und sich nicht auf dem Umweg über irgendwelche missgünstigen Medienkampagnen Ihr Urteil zu bilden.

Mit freundlichen Grüßen

Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller