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10 Februar 2015, 10:00
Winnetou und die Frage nach Gott

Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi bewähren sich nicht nur in Abenteuern, sondern führen ihre Freunde auch zum christlichen Glauben. kath.net-Interview mit Rainer Buck. Von Michael und Pirmin Hageböck

Freiburg (kath.net) Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi bewähren sich nicht nur in Abenteuern, sondern führen ihre Freunde auch zum christlichen Glauben. Rainer Buck lädt in einem beim Brendow Verlag erschienenem Buch dazu ein, Karl May neu zu entdecken. Michael und Pirmin Hageböck führten mit ihm dazu ein Interview.

kath.net: In Ihrem Karl-May-Buch beschäftigen Sie sich mit den christlichen Aspekten des Autors. Was fasziniert Sie an ihm besonders?

Rainer Buck:
Dass er mit seiner Fantasie einen eigenen Kosmos erschaffen hat, in dem sich Millionen Leserinnen und Leser heimisch fühlen. Mit Figuren wie Winnetou, Old Shatterhand oder Hadschi Halef Omar, die für Generationen wie zu echten Freunden geworden sind, an deren Seite man als Leser imaginär auf Reisen gehen kann, Abenteuer erlebt, aber auch Werte vermittelt bekommt …

kath.net: … an welche Werte denken Sie?

Buck:
Einen Sinn für Freundschaft, Treue, Gerechtigkeit. Aber auch Toleranz für fremde Völker und Religionen. An Mays Helden Old Shattterhand/Kara Ben Nemsi zeigt sich sehr gut, dass ein Christ und Patriot, der über ein wirkliches Selbstbewusstsein verfügt, angstfrei und gelassen auf Fremde und Fremdes zugehen kann.

kath.net: In Old Surehand erklärt Old Shatterhand, dass man täglich beten soll. Er tut dies ebenso selbstverständlich, wie er als Kara Ben Nemsi dem Hadschi Halef Omar beizubringen versucht, dass der Islam eine Irrlehre sei. Auf welche Weise schafft es Karl May, dass solche Dialoge nicht aufgesetzt wirken - so nach dem Motto: Jetzt kommt die Predigt?

Buck:
Die Glaubensgespräche mit Surehand und Winnetou führt Old Shatterhand, weil er konkret in besonderen Lebenssituationen um Rat gefragt wird. Bei Winnetou ist es dessen Todesahnung, bei Surehand das Schicksal seiner Familie. Das sind Situationen, bei denen die Frage nach Gott nachvollziehbar ist. Dagegen finden zwischen Kara und Halef ganz regelmäßige Alltagsgespräche über Religion statt. Hier wendet May einen Kniff an. Nicht er versucht seinen muslimischen Freund zu bekehren, sondern es ist Halef, der dem Christen vorhält, ein Giaur, ein Ungläubiger zu sein. Kara pariert mit Gelassenheit und Humor, erzählt nach und nach mehr über seinen Glauben, bis Halef im Laufe der Zeit selbst im Herzen zum Christen wird, vor allem, weil ihn die christliche Nächstenliebe beeindruckt, die sich nicht nur in Worten, sondern auch in Taten zeigt.

kath.net: Generationen von Lesern haben Karl May verschlungen und solche christlichen Passagen gehören zu seinen Werken ebenso dazu wie die Silberbüchse zu Winnetou. Kennen Sie andere Autoren, die den Glauben auf ähnliche Weise in ihre Erzählungen einfließen ließen, ohne aufdringlich zu erscheinen?

Buck:
Spontan kann ich keinen Autor nennen, dem dies so nachhaltig gelungen ist. Mir sind schon einige Leute begegnet, die über Karl-May-Lektüre zu einem lebendigen Glauben geführt wurden. Von anderen Autoren fallen mir allenfalls einzelne Bücher ein. Allerdings gibt es natürlich Autoren, die den Glauben selbst zum Thema ihrer Romane gemacht haben, wie C.S.Lewis oder Fjodor Dostojewski. Auch in Karl Mays weniger populärem Alterswerk wird Religion teilweise zum beherrschenden Thema. Allerdings handelte er sich da auch Kritik von Christen ein, die ihm unterstellen, er verlasse den Boden der reinen Christenlehre.

kath.net: Was ist christliche Literatur?

Buck:
Ich persönlich verwende den Begriff am unbefangensten für Bücher, die in Verlagen erscheinen, die sich auf die Fahne geschrieben haben, durch Literatur das Evangelium zu verkündigen. Neben Sachbüchern gibt es dort ja oft auch eine spezielle Erzählliteratur. Im Idealfall sollte christliche Belletristik gut genug sein, um auch das Interesse von Nicht-Christen zu wecken und Menschen neu an Glaubensthemen heranzuführen. Leider entpuppten sich besonders in früheren Zeiten viele christliche Romane, die ich las, als verkappte Traktate. Neben bewusst für missionarische Zwecke geschriebene Bücher gibt es Literatur von christlichen Autoren, die für den ganz normalen Buchmarkt entstanden ist. Da möchte ich keine strenge Klassifizierung vornehmen. Ein Autor wie Tolkien verwendet zum Beispiel keine christlichen Begriffe, aber der "Herr der Ringe" ist für mich an einigen Stellen wie eine anschauliche Predigt.

kath.net: Die frömmsten Geschichten Karl Mays erschienen in Marienkalendern. Passte er sie hier den Erwartungen der Leserschaft an?

Buck:
Ein Stück weit gab er den Kalendergeschichten eine besondere Form, sonst hätten sie ihm die Redaktionen nicht abgenommen. Dass es Karl May aber ein echtes Anliegen war, durch seine Bücher ein Missionar zu sein, zeigt sich darin, dass er Glaubensthemen auch bei nicht konfessionellen Verlagen unterbrachte.

kath.net: Welche Beziehung hatte Karl May zur Gottesmutter und welche Rolle spielt sie in seinen Geschichten?

Buck:
Für einen Protestanten hatte er eine sehr tiefe Beziehung zu Maria. Er widmete ihr ja auch eine Komposition, ein "Ave Maria", das Winnetous Sterben begleitet. Die Verehrung der Gottesmutter hatte für May nichts Befremdliches.

kath.net: In seinem Passauer Glaubensbekenntnis von 1906 bezeichnet Karl May Maria als „die himmlische Liebe, die zu uns niederkam, für die Sterblichen den Gottesgedanken zu gebären.“ Dies hört sich zwar fromm an, aber man kann die Worte auch häretisch verstehen. Maria war nicht als abstrakte „himmlische Liebe“ präexistent. Und den sie zur Welt brachte, war der Fleisch gewordene Gott - also keineswegs nur ein Gedanke. Ist Karl Mays Formulierung hier nicht ein bisschen eigenwillig?

Buck:
Im Alter hat sich May nicht mit den traditionellen Dogmen begnügt, sondern ist selbständig auf Wahrheits- und Sinnsuche gegangen. Er ist sicher auch unter den Einfluss liberaler Theologie geraten. Dass er Maria in sein Credo aufnimmt und sie mit dem der Liebe gleichsetzt, unterstreicht seine tiefe Beziehung zu ihr. Die persönliche Beziehung zu Jesus, zur Erlösungstat am Kreuz, tritt dagegen etwas in den Hintergrund.

kath.net: In seinem Credo bekennt sich Karl May außerdem zum Guten im Menschen und hält ein irdisches Paradies der Menschenverbrüderung für möglich. Trotzdem war er Realist im biblischen Sinne und ließ in seinen Büchern auch Bösewichte auftreten. Ist dies nicht ein Widerspruch?

Buck:
An einigen der Bösen zeigt May ja die Möglichkeit der Läuterung auf. Für May war immer wichtig, dass wahrer christlicher Glaube auch in guten Taten sichtbar werden muss; daher trug er die Hoffnung in sich, dass aus Gläubigen schließlich Edelmenschen würden. Ich denke aber, Karl May wollte keine eigene Dogmatik entwickeln, sondern er wünschte sich eine friedliche Welt, Toleranz zwischen verschiedenen Rassen und Religionen und er wollte nicht die Hände in den Schoß legen, sondern etwas dafür tun.

kath.net: Was sind Ihre Lieblingsbücher von Karl May? Was empfehlen Sie jungen Lesern zum Einstieg?

Buck:
Mir gefallen die Orientbände am Besten, daneben "Old Surehand" und "Weihnacht". Die klassischen Reiseerzählungen also. Für junge Leser ist "Der Schatz im Silbersee" ein guter Einstieg, ebenso der erste Winnetou-Band. Auch wenn das Spätwerk in vieler Hinsicht interessant ist, denke ich, dass die Einzigartigkeit von May in den Figuren und Motiven der Reise-Abenteuer am eindrücklichsten zutage trat.

kath.net: Welche Verfilmungen oder Hörspiel-Umsetzungen finden Sie besonders gelungen?

Buck:
Von den Verfilmungen gefällt mir sehr gut die ZDF-Serie "Kara Ben Nemsi", weil sie werkgetreu ist. Ein Geheimtipp ist auch der DDR-Fernsehfilm "Das Buschgespenst". Die Streifen mit Pierre Brice und Lex Barker haben ihren eigenen Reiz, weichen leider jedoch oft weit von den Büchern ab. Dagegen sind die alten EUROPA-Hörspiele stets nahe am Original. Über die Produktionen von Konrad Halver und Peter Folken, die auch auf dem BASF und PEG-Label erschienen, habe ich Karl May kennengelernt. Die Bücher las ich erst später. In den 60ern und 70ern wurden auch von Kurt Vethake schöne Hörspiele produziert. Meine Lieblingssprecher sind Konrad Halver als Winnetou, Heinz Trixner als Old Shatterhand und Hellmut Lange als Kara Ben Nemsi.

kath.net: Ich selber wuchs mit einer ganzen Sammlung von Europa-Hörspielen auf. Auch mir haben es die Sprecher von damals sehr angetan, vor allem Hans Paetsch. Als ich einige der Europa-Produktionen unlängst nochmals hörte, fand ich sie jedoch eher hektisch erzählt und recht rau. Bei Ihnen wirkt der Zauber der Kindheit fort …

Buck:
Ich stelle innerhalb der Reihe schon Qualitätsunterschiede fest. Wenn 500-Seiten auf 40 Hörspielminuten eingedampft werden müssen, kann das schon mal holterdipolter gehen. Besser kommen mitunter die Hörspiele rüber, die nur einzelne Buchkapitel adaptieren. Mein Favorit ist "Kara ben Halef", das den Anhang von "Der Schut" in Hörspielform bringt. Leider eine traurige Geschichte. Den Traum, mal ein Hörspiel zu schreiben, das Raum für die typischen May-Dialoge und für Details hat, habe ich lange mit mir herumgetragen.

kath.net: Für den Brendow-Verlag haben Sie das Hörspiel „Old Cursing Dry“ aufgenommen. Halten Sie diese Erzählung nach christlichem Maßstab für besonders gelungen?

Buck:
Ich wollte vor allem eine Geschichte vertont haben, die es noch nie als Hörspiel gab. Die Marienkalendergeschichte von "Old Cursing Dry" hat viele bekannte Figuren und alle Merkmale einer klassischen May-Geschichte. Viele Kritiker finden die Geschichte etwas plump, was die christliche Botschaft betrifft. Den Prolog mit dem erhobenen Zeigefinger, der die Moral der Geschichte vorwegnimmt, habe ich gestrichen und ein paar Stellen sprachlich etwas entschärft, ohne jedoch etwas zu verfremden. Ich hoffe, dass auf diese Weise Karl Mays Botschaft für heutige Hörer so ankommt, wie er es beabsichtigt hat. Dankbar bin ich, dass Konrad Halver nochmals in einem Karl-May-Hörspiel mitwirkte.

kath.net: Viele Werke von Karl May erschienen posthum. Welches ist das Beste? Und haben wir noch weitere Juwelen zu erwarten?

Buck:
Da muss ich korrigieren. Alle diese Geschichten sind schon zu Lebzeiten Mays veröffentlicht worden, aber teilweise erst in den letzten Jahren in die Reihe der "Gesammelten Werke" des Karl-May-Verlags eingegliedert worden. Karl May hat fünf umfangreiche Romane geschrieben, die als Heftserien veröffentlicht wurden. In die Reihe der Grünen Bände wurden sie zunächst nur jugendgerecht bearbeitet und stark gekürzt aufgenommen. In den letzten 25 Jahren hat man viele der gestrichenen Episoden als eigenständige Bücher veröffentlicht und auch Variationen bekannter Geschichten, die vor der Buchausgabe in anderer Form in Zeitschriften erschienen waren. Mir gefallen "Das Buschgespenst" und "Der verlorene Sohn" sehr gut. Der Band "Old Shatterhand in der Heimat" ist auch sehr reizvoll, weil er einen unveröffentlichten Text enthält, den die Redaktion des "Deutschen Hausschatz" aus dem Manuskript des Romanes "Satan und Ischariot" einfach herausgestrichen hatte. Weitere sensationelle Neuveröffentlichungen sind aber nicht zu erwarten.

kath.net: Welcher Konfession oder Gemeinde gehörte Karl May an? War er bekennender Christ? Immerhin war er wegen Diebstahl, Urkundenfälschung und Hochstapelei im Gefängnis. Außerdem heiratete er ein zweites Mal.

Buck:
Seine Konfession war evangelisch-lutherisch. Ein regelmäßiger Kirchgänger war er wohl eher nicht, er stiftete aber seiner Kirchengemeinde in Radebeul ein Glasfenster. Als Christ hat er sich öffentlich bekannt. Konfessionalität bedeutete ihm nicht viel. In seiner Jugend erschienen ihm Amtskirche und Religionsunterricht sehr nüchtern und kalt. Zu einem lebendigen Glauben kam er wohl vor allem durch die Bekanntschaft mit einem katholischen Gefängnisgeistlichen. Mays Verfehlungen lassen sich nicht wegdiskutieren, doch er hat mit fast acht Jahren Gefangenschaft teuer dafür bezahlt. Dass er in seiner zweiten Lebenshälfte ein ehrbares Leben führte, muss einem umso mehr Respekt abnötigen. Die Geschichte von Mays erster Ehe ist im Rückblick sehr traurig. Karl May sagte von sich, sein Eheverständnis sei eher ein katholisches. Dennoch zog es ihn zu Klara hin, der Witwe seines Freundes Richard Plöhn. Sie war ihm in einer sehr ernsten Lebenskrise eine Stütze, während er sich von seiner Frau Emma hintergangen fühlte.

kath.net: May wurde von dem Gefängnisgeistlichen sogar als Organist gewonnen und er schreibt später, dass ihn die katholische Liturgie nicht unbeeindruckt ließ. Welchen Einfluss hatte der Geistliche auf den Winnetou-Autor? Hielt der Kontakt auch über die Haftstrafe hinweg?

Buck:
May schrieb seinen Bericht über die Gefängniszeit ja im hohen Alter auf. Der Einfluss war ein lebenslanger, auch wenn es möglicherweise keinen persönlichen Kontakt mehr gab. Sein positiv geprägtes Bild von katholischer Glaubensform hat es May sicher erleichtert, auf katholische Verlage zuzugehen. May hat auch nicht widersprochen, als er im Literaturlexikon Kürschners schließlich als katholischer Schriftsteller geführt wurde.

kath.net: In Karl Mays Büchern taucht immer wieder der Typ des „falschen Heiligen“ auf: Frank Sheppard, August Seidelmann oder Tobias Preisegott Burton. Warum spielte May so gerne mit der Karikatur eines Christen, über den jeder lacht?

Buck:
Alle diese Leute tragen ja eine Maske, um ihr finsteres Tun zu verbergern. Ich kann mir vorstellen, dass May Enttäuschungen mit vermeintlichen Christen erlebt hat. Er prangert immer wieder an, dass im Namen der Religion Unrecht geschieht.

kath.net: Das Buch „Am Jenseits“ markiert bei Karl May einen Wendepunkt zum Symbolismus. War dem eine Glaubenskrise voraus gegangen? Und wie muss man sein Spätwerk aus christlicher Sicht beurteilen?

Buck:
Eine große Krise trat in Mays Leben ein, als er mit 57 Jahren zu seiner ersten echten Orientreise aufbrach und bald feststellen musste, dass er sich dort nicht wie ein Kara Ben Nemsi zurechtfand. Gesundheitliche Probleme kamen hinzu, außerdem eine Woge von Kritik an seinen "Reiseerzählungen". Man sagt oft, dies hätte May zum Symbolismus getrieben, doch "Am Jenseits" entstand vor dieser Reise. Ich denke, die Hinwendung zum Symbolismus ist einfach Teil einer schriftstellerischen Weiterentwicklung. May hatte Kontakt mit Spiritisten, wobei er sich vom Spiritismus distanzierte, und er beschäftigte sich mit anderen Religionen. Er geriet sicher hier und da in Widerspruch zum Katechismus, aber er hätte sich wohl nie bewusst vom Christentum distanziert.

kath.net: Gibt es Dinge, die Sie bei Karl May selbst kritisch sehen?

Buck:
Ja. Es würde zu weit führen, hier einzelne Punkte zu benennen. Einiges klang ja schon an. Je näher man sich mit großen Persönlichkeiten befasst, desto eher lernt man ihre Schattenseiten kennen, aber gerade als Christen wissen wir ja, dass Liebe heißt, trotz Fehlern und Schwächen angenommen zu sein. Was das Werk angeht kann man die May-Werke kritisch sezieren und wird nach literarischen Kriterien viele Schwächen finden. Trotzdem hat May Menschenherzen berührt wie kaum ein anderer Autor.

kath.net: Winnetou wurde und wird von ganz unterschiedlichen Menschen geliebt. Bis in die 80er Jahre hinein wuchsen alle Kinder mit Karl May auf. Wieso steht dieser Schriftsteller heute nicht mehr so hoch im Kurs?

Buck:
Wir bekommen heute über TV und Internet Bilder aus aller Welt geliefert. Da geht vermutlich das Bedürfnis verloren, Fernreisen in der Fantasie zu unternehmen. Und es gibt natürlich immer mehr Konkurrenz. Dass der Boom solange anhielt, hing viel mit den Filmen der 60er-Jahre zusammen, die 10 Jahre später im Fernsehen wiederholt wurden.

kath.net: Zum Rahmenprogramm der Karl-May-Kongresse gehören auch immer Gottesdienste. Dies ist für literarische Gesellschaften eher ungewöhnlich, da man heutzutage selbst dem Werk eindeutig christlicher Schriftsteller abspricht, christlich zu sein. Versammeln sich um Karl May lauter christliche Bücherfreunde?

Buck:
Es sind alle Weltanschauungen vertreten. Aber der Anteil von aktiven Christen scheint mir relativ hoch. Bei Karl May lässt sich der religiöse Aspekt kaum verleugnen.

kath.net: Sie schreiben, dass bei den Gottesdiensten der Karl-May-Kongresse vertonte Gedichte des Autors gesungen werden. Existiert ein christliches Karl May Liederbuch?

Buck:
Nein. Nur ein Gedichtband unter dem Namen "Himmelsgedanken". Es gibt allerdings die Notenblätter zu zwei Kompositionen beim Karl-May-Verlag sowie CDs mit May-Kompositionen.

kath.net: Verraten Sie uns die Titel?

Buck:
Das sind die CD "Karl Mays Kompositionen" (Motette/Ursina 50741) und die CD "Karl May und die Musik", die es separat oder als Beilage des gleichnamigen Buchs von Hartmut Kühne beim Karl-May-Verlag gibt.

kath.net: Gibt es andere Autoren außer Ihnen, welche den christlichen Aspekten in Karl Mays Werk nachgehen?

Buck:
Es gibt sehr viele Veröffentlichungen zu diesem Thema, auch spezielle Anthologien. Die umfangreichste Karl-May-Biographie stammt zum Beispiel von einem katholischen Pfarrer, Hermann Wohlgschaft, der sehr fundiert das Thema Religion in Leben und Werk Karl Mays behandelt. Mein Ziel war es, mit einem leicht lesbaren Buch einen Überblick zu geben.

kath.net: Welche fünf Romane würden Sie jugendlichen Christen besonders empfehlen?

Buck:
Ich erinnnere mich noch gut daran, dass mir "Ben Hur" von Lewis Wallace und "Das Gewand" von Lloyd C. Douglas gut gefallen haben, die in der Zeit Jesu spielen. Ein neueres Jugendbuch, das mich beeindruckt hat ist "Simpel" von Marie-Aude Murail. Meine Frau war ein Fan der "Narnia"-Geschichten von C.S.Lewis. Und ein Familien-Klassiker ist "Hilfe, die Herdmanns kommen" von Barbara Robinson.

kath.net: Dürfen wir uns bald wieder auf ein Buch von Ihnen freuen?

Buck:
Mein aktuelles Buch ist ja noch relativ neu, der Roman "Tims Arche". Für den oder auch für meine "Dostojewski"-Biografie will ich in nächster Zeit noch etwas werben. Ansonsten habe ich den Vorsatz: Weniger schreiben - mehr lesen.

kath.net: Besten Dank für das interessante Interview!

Literaturhinweise:

Rainer Buck, Karl May - Der Winnetou-Autor und der christliche Glaube, Brendow Verlag 2012

Hörspiel: Old Cursing Dry, Brendow Verlag 2012

Karl May, Christ ist erstanden! - Mutterliebe, Create Space 2013

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Karl May: Winnetou und der christliche Glaube - Mit Karl-May-Experte Rainer Buck
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Karl May: ´Ave Maria´