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19 Januar 2015, 11:30
Mütter zwischen Kindern und Karriere

Bei „Peter Hahne“ diskutierten Birgit Kelle und Britta Sembach – Kelle: Frauen sollten sich frei entscheiden können, ob sie Karriere machen oder ihre Kinder zuhause erziehen wollten, ohne als „Heimchen am Herd“ abgestempelt zu werden.
Berlin (kath.net/idea) „Kinder, Küche, Karriere. Überfordern sich die Frauen?“ Über diese Frage diskutierten am 18. Januar in der Sendung „Peter Hahne“ die Journalistin Britta Sembach und die Publizistin Birgit Kelle. Sie vertrat den Standpunkt, dass Frauen sich frei entscheiden können sollten, ob sie Karriere machen oder ihre Kinder zuhause erziehen wollten, ohne als „Heimchen am Herd“ abgestempelt zu werden. Frauen dürften nicht länger unter Druck gesetzt werden, ihre Kinder abzugeben. Wer seinen Nachwuchs in eine Kindertagesstätte geben wolle, solle das tun:

„Aber warum bekommt die Mehrheit der Eltern, die ihre Kinder bis zum 3. Lebensjahr zuhause erzieht, nicht die gleiche finanzielle Unterstützung?“ Immerhin koste ein Krippenplatz 1.200 Euro im Monat, so die vierfache Mutter und Autorin des Buches „Dann mach doch die Bluse zu“. Kelle: „Wieso nur in den Ersatz investieren und nicht in das Original?“ Sie plädierte dafür, auch die Erziehungszeiten und -leistungen von Eltern als Arbeit anzuerkennen. Nach Kelles Einschätzung werden die Fronten in dieser Debatte künftig nicht mehr zwischen Männern und Frauen verlaufen, sondern zwischen Eltern mit Kindern und solchen ohne: „Das wird in der Rentendebatte noch unangenehm werden.“

Der Beruf der Hausfrau wurde lange diskreditiert

Sembach räumte ein, dass der Beruf der Hausfrau lange diskreditiert worden sei. Mütter seien heute vielfach sehr gut ausgebildet und entschieden sich bewusst, für einen begrenzten Zeitraum zuhause zu bleiben, um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Die Wahlfreiheit zwischen Familie und Beruf bezeichnete die Autorin des Buches „Die Alles ist möglich Lüge: Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind “ als „Mogelpackung“. Viele Eltern könnten es sich finanziell gar nicht leisten, dass einer von beiden zuhause bleibt. Sie seien auf zwei Einkommen angewiesen. Sembach plädierte daher dafür, beispielsweise über flexiblere Arbeitszeiten nachzudenken.

Zugleich warnte sie davor, die Fremdbetreuung von Kindern zu verteufeln. Es komme auf das rechte Maß an. Kindertagesstätten schadeten nicht, so lange sie Eltern nicht dazu dienten, ihre Kinder „wegzuorganisieren“.

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