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02 April 2003, 21:34
Regensburger Bischof entlässt 'Wir-sind-Kirche'-Aktivist

Es bestehe ein "gravierender Mangel an Loyalität" gegenüber dem Bischof und dem Bischofsamt, heißt es in einer Presseerklärung des Bistums Regensburg.
Regensburg (www.kath.net)
Der Regensburger Diözesanbischof Gerhard Ludwig Müller hat ein Mitglied der Plattform "Wir sind Kirche" entlassen. Johannes Grabmeier, Mitglied und Vorsitzender des Dekanatsrats Deggendorf-Plattling, mangle es an Loyalität, lautet die Begründung für diese Entscheidung. In einer Presseerklärung des Bistums Regensburg heißt es, dass Dekan P. Eberhard Lorenz OSB am 31. März beauftragt worden sei, Grabmeier als Mitglied und Vorsitzender des Dekanatsrats Deggendorf-Plattling zu entlassen. Parallel dazu werde er von seinen Verpflichtungen im Diözesanrat der Katholiken im Bistum Regensburg entbunden.

Der Vorsitzende des Diözesanrates, Franz Spichtinger, hatte die Aufgabe, Johannes Grabmeier über die Entscheidung des Bischofs zu informieren. Der Grund für die Entlassung bestehe "im fortgesetzten Verhalten der so genannten Bewegung 'Wir sind Kirche', der auch Herr Dr. Grabmeier nahe steht und nach eigenen Angaben auch zugehört", heißt es in der Presseerklärung. Spichtinger bedauere "den gravierenden Mangel an Loyalität, den das Mitglied Grabmeier dem Bischof gegenüber ausgedrückt" habe.

"Wie aus den unzähligen Erklärungen und polemischen Äußerungen hervorgeht, richtet sich die Initiative nicht nur gegen die Person des Bischofs, sondern v.a. gegen das zur göttlichen Verfassung der Kirche gehörende Bischofsamt", heißt es weiters. "Mit dieser fundamentalen Kritik, die sich wiederholt in aggressiver Agitation, unsachlichen Verlautbarungen artikuliert, wird deutlich, dass die Bewegung mit dem Grundverständnis von Wesen, Auftrag und Verfassung der Kirche, wie es das Zweite Vatikanische Konzil in seiner Dogmatischen Konstitution 'Lumen gentium' zum Ausdruck bringt, nicht im Einklang steht."

Die Plattform "Wir sind Kirche" strebe eindeutig "nach einer 'anderen' Kirche, die sich parallel als eigenständige Institution etablieren möchte und ein manipuliertes Produkt der Mitglieder der Bewegung ist". Dies stehe "in konträrem Gegensatz zur Verhältnisbestimmung von Offenbarung, Kirche und Lehrautorität des Bischofskollegiums, wie es wiederum das II. Vatikanische Konzil in der Konstitution "Dei Verbum" entfaltet hat". Die genannten Gründe verpflichteten den Bischof "in Wahrnehmung seiner bischöflichen Verantwortung für die Einheit der Kirche und in Treue gegenüber dem Glaubensbekenntnis der Kirche dem offenkundig kirchenschädigenden Verhalten von Herrn Dr. Grabmeier Einhalt zu gebieten". Ziel dieser Entscheidung sei "das Wohl aller Gläubigen, die sich mit großem Ernst und unschätzbarem Engagement für die Kirche Christi einsetzen und ein Recht auf die unverkürzte Formulierung und Vermittlung der ganzen Botschaft unseres Glaubens besitzen".

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Andreas Laun - Kirche Jesu oder Kirche der Basis? Köln 1996