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27 August 2014, 20:18
Irak: Islamistische Terrororganisation ISIS köpft jetzt auch Kinder

Erzbischof von Mossul: Keine islamische Autorität hat diese Verbrechen klar verurteilt. Muslime haben Häuser von Christen geplündert. Dramatische Hilferufe aus dem Irak
Mossul (Irak)
Der Erzbischof aus Mossul, Emil Shimoun Nona, ruft Deutschland und die internationale Staatengemeinschaft zu mehr humanitärer Hilfe für hunderttausende Flüchtlinge im Nordirak auf. Die Menschen seien angesichts der "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", die die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) begehe, am Ende, sagt der chaldäisch-katholische Erzbischof von Mossul laut einem Bericht der "Deutschen Welle". Er sei enttäuscht darüber, "dass bisher keine islamische Autorität diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen jeden religiösen Glauben klar verurteilt hat". Eine so passive Haltung habe er von den offiziellen Religionsvertretern nicht erwartet. Er frage sich, ob die offiziellen Vertreter des Islam "diese Schandtaten tatsächlich gutheißen oder ob sie nur Angst vor den Tätern haben". Die Muslime sollten ernsthaft darüber nachdenken, wie sie dem "Islamischen Staat" entgegentreten könnten. Diese Untätigkeit schade "letztlich jeder Religion."

Die Not der Flüchtlinge ist riesig. Diese hausen in der nordirakischen Kurdenmetropole Erbil in Kirchen und auf Kirchhöfen, in Schulen, Tiefgaragen und am Straßenrand und warten auf Hilfe. Er selber hat kein Bischofshaus mehr, dies sei jetzt sein Auto. Nona sei vom Verhalten vieler Muslime dort enttäuscht, weil diese christliche Nachbarn, mit denen sie über Jahre freundlich Haus an Haus gelebt haben, enttäuscht. In der Nacht haben Unbekannte ein "N" an die Haustür gepinselt. Noch bevor die Bewohner am Morgen flüchten konnten, kamen Nachbarn und haben die Wohnungen ausgeräumt. Der Erzbischof zeigte sich über das Verhalten erschüttert. In Mossul, berichtet er gegenüber der "Deutschen Welle", hatte ein Frauenkloster über 30 Jahre einen muslimischen Wachmann. "Sie feierten mit ihm Hochzeit, er wohnte in einem Haus auf dem Grundstück des Klosters. Und noch bevor die Ordensfrauen die Flucht antreten konnten, fing der Wachmann an, das Kloster auszuräubern und lud den Anhänger seines Traktors mit Diebesgut voll." "Wir haben unser gesamtes Vertrauen in die Region verloren."

Inzwischen werden weitere Dramen aus dem Irak gegenüber kath.net berichtet. Sean Malone, der Leiter von Crisis Relief International (CRI), der sich vor Ort im Irak befindet, berichtet von weiteren Verbrechen der islamistischen Terrororganisation ISIS. "Wir haben die Stadt Queragosh (Qaraqosh) verloren. Sie fiel an ISIS und sie köpfen Kinder systematisch. Das ist die Stadt, in die wir auch die Nahrung geschmuggelt haben. ISIS hat die Peshmerga (Kurdische Streitkräfte) zurückgeschlagen und befindet sich nun innerhalb 10 Minuten Reichweite zu der Stelle, wo unser Team arbeitet. Tausende flohen letzte Nacht in die Stadt Erbil. Die UN hat ihren Stab von Erbil evakuiert. Unser Team ist unverändert dort und wird bleiben." Die christliche Organisation CRI bittet um dringenden Gebetsschutz: "Bitte betet treu (unablässig) für die Befreiung der Menschen des Nordirak von dem schrecklichen/Schrecken verbreitenden Vorrücken von ISIS und seinen extremistischen Islamistischen Zielen der Massenkonversion (Massenbekehrung) oder Tod für alle Christen in dieser Region."





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