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07 März 2014, 12:52
Es ging mir darum, Christus berührbar zu machen!

Kardinal Meisner zieht positive Bilanz seiner Zeit in Köln

Köln (kath.net/KNA) Kardinal Joachim Meisner hat eine positive Bilanz seiner Amtszeit als Kölner Erzbischof gezogen. «Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Aufgabe 25 Jahre erfüllen konnte», sagte er am Freitag vor Journalisten in Köln. Zugleich bat er jene um Vergebung, die er enttäuscht habe. Papst Franziskus hatte vorige Woche den Rücktritt Meisners als Erzbischof angenommen.

Der Kardinal betonte, dass es ihm immer darum gegangen sei, Christus berührbar zu machen. Gott aber habe andere Maßstäbe als die Menschen. «Wer über sich niemanden mehr respektiert, hat über kurz oder lang auch Probleme mit dem Respekt für jemanden neben sich», sagte Meisner.

Der emeritierte Erzbischof verwies auf sein Leben unter dem NS-Regime und in der DDR. «Die erste Diktatur kostete mich meinen Vater, die zweite versuchte mit allen Mitteln, mich meiner Freiheit zu berauben und von meinen Grundüberzeugungen abzubringen.» Er sei nie müde geworden, dafür zu werben, aus diesen Erfahrungen zu lernen.

Meisner verteidigte, dass die Kirche konservativ sei. Die Tradition sei ihr Lebenselixier. Das bedeute, dass die Kirche heute immer auf die Meinungen früherer Generationen zurückkommen müsse.

Der Kardinal versicherte, dass er sich gegenüber seinem Nachfolger Zurückhaltung auferlegt habe. Er werde nur Rat erteilen, wenn er gefragt werde. «Ich bin nicht der Überbischof, ich bin der Altbischof», so Meisner.

Der Kardinal, der er an Weihnachten 80 Jahre alt wurde, beging am 12. Februar sein 25-jähriges Dienstjubiläum in Köln. Für Sonntag ist aus
diesem Anlass und zum Abschied eine Feier mit rund 800 Gästen
geplant.

Der in Breslau (Wroclaw) geborene Meisner kam 1945 nach Thüringen. 1975 wurde er Weihbischof in Erfurt, fünf Jahre später Bischof von Berlin. 1983 erhob ihn Johannes Paul II. zum Kardinal. 1989 wechselte er als Nachfolger von Kardinal Joseph Höffner nach Köln.

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