10 Oktober 2013, 12:00
Pro Familia war Pro Pädophilie
 
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Auch die Organisation Pro Familia hat in ihren Vereinsmagazinen in den 1980er und 1990er Jahren Pädophilen- und Päderasterfreundliche Ansichten verbreitet.

Berlin (kath.net/KNA/red) Auch die Organisation Pro Familia hat in ihren Vereinsmagazinen in den 1980er und 1990er Jahren Pädophilen und Päderasterfreundliche Ansichten verbreitet. Nach Recherchen des Berliner «Tagesspiegel» (Dienstag) finden sich entsprechende Beiträge in mehreren Ausgaben des „Pro Familia Magazins“. Zuvor waren die Wissenschaftler, die den Einfluss pädophiler Strömungen auf die Partei der Grünen untersuchen, auch bei anderen Organisationen auf Dokumente gestoßen, in denen etwa eine Entkriminalisierung der Pädophilie gefordert wurde. Dazu gehörten der frühere Jugendverband der FDP, die Jungdemokraten sowie der Deutsche Kinderschutzbund.

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In dem Magazin seien mehrfach Autoren zu Wort gekommen, die etwa einen „Kreuzzug gegen die Pädophilie“ kritisierten, so die Zeitung. In einer Stellungnahme betonte Pro Familia, in den Verbandsmagazinen sei die „eindeutige Verurteilung des sexuellen Missbrauchs“ an keiner Stelle infrage gestellt worden. „Angesichts des jetzt bekannten Ausmaßes an sexuellem Missbrauch würde man heute die Rechte der Kinder viel stärker in den Blick nehmen“, so der Verband. Die Debatte über Pädophilie in der Sexualwissenschaft sei immer vom jeweiligen gesellschaftlichen Diskussionsstand geprägt worden. 1998 distanzierte sich Pro Familia nach Angaben des „Tagesspiegels“ von Positionen, wie sie in früheren Magazinen angesprochen wurden. Im Jahr 2000 stellte der Verband dann endlich fest, Pädophilie könne und dürfe „keine gelebte Lebensform“ sein.

Öffentlich geworden sind im Zusammenhang dieser Vorwürfe bisher die Namen von Rüdiger Lautmann, Wolf Vogel und Norbert Lammertz.

Der Psychologe Rüdiger Lautmann war von 1971 bis zur Emeritierung 2001 ordentlicher Professor für Allgemeine Soziologie und Rechtssoziologie der Universität Bremen. Er ist Mitglied im Beirat der Humanistischen Union. Lautmann schreib laut „Tagesspiegel“ im „Pro Familia Magazin“ 3/1995: Der „echte Pädophile“ gehe „außerordentlich vorsichtig“ vor, eine Schädigung der Kinder sei „sehr fraglich“. Lautmann behauptete weiter, es gebe „so etwas wie eine natürliche Willensübereinstimmung“ zwischen Kindern und Erwachsenen. Das 1994 erschienene Buch Lautmanns „Die Lust am Kind“ wurde im „Pro Familia Magazin“ positiv besprochen, genau wie andere pädophilenfreundliche Bücher.

Der Soziologe Wolf Vogel, Autor des Buches „Heimliche Liebe. Eros zwischen Knabe und Mann“ (erschienen 1997) schrieb in der Ausgabe 5/1987 über das „Elend einer verbotenen Liebe“. Vor allem für die Kinder sei es belastend, „dass sie ihr Liebesverhältnis vor allen anderen Menschen, auch den sonstigen Bezugspersonen verschweigen müssen“, argumentierte Vogel. In einem Interview über dieses Buch, das im Internet noch immer auf sogenannten „boylover“-Seiten (also Päderaster-Seiten) leicht abrufbar ist, vertrat Vogel im Jahr 1997 allen Ernstes: „Am schlimmsten für das Kind ist wohl die Hysterie der Erwachsenen, denen es - vielleicht in kindlicher Naivität - von erotischen Erlebnissen erzählt. Wenn die Erwachsenen entsetzt sind oder schnurstracks zur Polizei laufen, womöglich gegen das Interesse des Kindes, erlebt das Kind einen grundsätzlichen Vertrauensbruch in seinem Verhältnis zu einem erwachsenen Menschen, der ja ein Vorbild des Kindes sein möchte und soll.“

Außerdem nennt der „Tagesspiegel“ namentlich den Juristen Norbert Lammertz. In seiner Zeit als Vorstandsmitglied bei Pro Familia Bonn schrieb Lammertz 1985 über eine Neuordnung des Sexualstrafrechts, dabei sprach auch er von Sexualkontakten, die „mit dem Willen des Kindes“ zustande kämen und „gewaltfrei“ seien.

Mit Material der KNA, dafür
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