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05 Oktober 2013, 12:00
Europas Bischöfe befassen sich mit Antidiskriminierungsgesetz

Antidiskriminierungsgesetze sind nicht immer mit dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit oder mit anderen Grundrechten vereinbar

Bratislava (kath.net/KNA) Die Ausweitung von Antidiskriminierungsgesetzen in alle Bereiche des Dienstleistungssektors sind ein Thema bei der derzeit tagenden Vollversammlung des Rates der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) gewesen. Solche Gesetze seien nicht immer mit dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit oder mit anderen Grundrechten vereinbar, betonte der Wiener Historiker und Mitarbeiter der christlichen Lobbyorganisation «Observatory on intolerance and discrimination against Christians in Europe», Martin Kugler, am Freitag in Bratislava.

Kugler verwies auf den Fall eines österreichischen Bischofs, der eine Sekretärin einstellen wollte. Ihm sei gesagt worden, er dürfe diese Stelle einer Kopftuch tragenden Muslimin nicht verweigern.

Solche Gesetze kämen durch Pressure Groups wie radikale Feministinnen, Homosexuellen-Gruppierungen oder Säkularisten auf den Weg, erklärte der Historiker. Für radikale Feministinnen sei eine tatsächliche Gleichstellung von Männern und Frauen erst dann gegeben, wenn Möglichkeiten zu Abtreibung, Verhütung und Biotechnologie breit angeboten und Gewissensvorbehalte für Ärzte und Pflegepersonal ausgeschlossen seien.

Homosexuellen-Bewegungen wollten zur Erreichung völliger Gleichbehandlung die Erlaubnis zu Eheschließung sowie volles Adoptionsrecht erreichen, führte Kugler aus. Dies erfordere, dass Kirche und Gläubige über moralische Aspekte schwiegen, dass die Kirchen keine Sonderrechte als Arbeitgeber hätten und dass sich Standesämter oder -beamte der Durchführung gleichgeschlechtlicher Hochzeiten nicht entziehen könnten.

Radikale Säkularisten versuchen nach Worten Kuglers, religiöse Standpunkte aus dem öffentlichen Leben auszuschließen und die Finanzierung religiöser Einrichtungen mit öffentlichen Mitteln zu unterbinden. Sie richteten sich gegen religiöse Kleidung und das Kruzifix in der Öffentlichkeit. Auch richteten sie sich gegen die Übernahme politischer Ämter durch dezidierte Christen.

Gemeinsam sei diesen unabhängig voneinander agierenden Gruppen, «im Namen der Toleranz intolerant zu agieren», betonte Kugler. Die Kirche sei «eines ihrer größten Hindernisse». Sie müsse in dieser Situation besser kommunizieren, dass der Glaube nicht nur etwas Privates sei.

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