23 Januar 2003, 10:44
Entführter Bischof: "Meine Befreiung verdanke ich dem Gebet!"
 
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Über die Lage in Kolumbien berichtete CELAM-Präsident Jiménez Carvajal im Rahmen seines Besuchs bei "Kirche in Not".

Königstein (www.kath.net/KIN) „Meine Befreiung aus der Gewalt der Rebellen verdanke ich dem Gebet und der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria.“ Mit diesen Worten äußerte sich der Präsident des Rates der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen (CELAM) und Bischof der kolumbianischen Diözese Zipaquirá, Msgr. Jorge Enrique Jiménez Carvajal, kürzlich während eines Besuches beim internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ über seine Entführung im vergangenen Jahr. Am 15. November war es Regierungsstreitkräften gelungen, den CELAM-Präsidenten nach vier Tagen aus der Gewalt seiner Entführer aus den Reihen der FARC („Bewaffnete Revolutionäre Kräfte Kolumbiens“) zu befreien.

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Zur Lage der Kirche in Lateinamerika befragt, sagte Bischof Jiménez, dass am Beginn des neuen Jahrtausends großer Optimismus geherrscht habe. Dies insbesondere vor der schmerzlichen Erfahrung der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in denen in vielen Ländern des Kontinents Militärdiktaturen geherrscht hätten und Menschenrechtsverletzungen aller Art an der Tagesordnung gewesen seien. Auch heute seien wieder mehrere lateinamerikanische Länder von schweren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krisen geplagt, fügte der Oberhirte hinzu und führte Argentinien, Venezuela und Kolumbien als Beispiele an. „Die Kirche steht vor neuen großen Herausforderungen. Evangelisierung ist immer nötig, in guten wie in schlechten Zeiten."

Dabei sei heute das Engagement der Laien besonders wichtig, meinte Jiménez, der auch auf die schwierige Lage der Familie in Lateinamerika hinwies: „Die Politik vieler Regierungen ist familienfeindlich, indem sie Ehescheidung und Abtreibung begünstigt.“ Am schlimmsten jedoch sei die Armut: „Wirtschaftliche und soziale Not ist das größte Problem Lateinamerikas heute. Der Reichtum ist skandalös verteilt und so nimmt die Zahl der Armen alarmierend zu.“ Die Kirche bemühe sich nach Kräften zu helfen, etwa durch Armenspeisungen und vielfältige sozialkaritative und pastorale Hilfsprojekte. Ihre Mittel seien jedoch begrenzt und politische Strukturen könne sie weder verändern noch sei das ihre Aufgabe. „Aus der durch Korruption und Misswirtschaft bedingten Not vieler Menschen erwächst die Gewalt. Sie ist politisch begründet,“ sagte Bischof Jiménez und nannte Entführungen zur Durchsetzung politischer Ziele ein „teuflisches Mitttel.“ Wirklich helfen könne nur ein Leben aus dem Glauben und das Gebet. Abschließend dankte der CELAM-Präsident für die von „Kiche in Not“ seit mehr als 40 Jahren in Lateinamerika geleistete Hilfe und bat alle Wohltäter um Gebet und Spenden für die notleidende Kirche des Kontinents.

Foto: Kirche in Not

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