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Feindesliebe ist schwierig, führt jedoch hinein in die Liebe Christi

18. Juni 2013 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Franziskus-Perle des Tages: Betet für eure Feinde und die, die euch verfolgen! Das macht euch arm, wie Jesus arm geworden ist für unser Heil. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Den Feind lieben ist schwierig. Doch genau dies fordert Jesus Christus. Um unseren Feinden zu vergeben, ist es grundlegend, für sie zu beten, zum Herrn zu beten, damit er ihre Herzen ändert. Dies betonte Papst Franziskus in seiner Predigt am Dienstag der elften Woche im Jahreskreis (CI) bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“.

Es konzelebrierte Giuseppe Kardinal Versaldi. Am Gottesdienst nahmen eine Gruppe von Mitarbeitern der Präfektur für die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls sowie eine Gruppe von Mitarbeitern der Vatikanischen Museen teil.

Wie können wir unsere Feinde lieben? In seinen Betrachtungen zum Evangelium vom Tag (Mt 5,43-48) stellte der Papst einige erschütternde Fragen und bezog sich dabei auf Dramen der Menschheit: „Wie können wir jene lieben, die den Entschluss fassen, eine Bombardierung durchzuführen und viele Menschen zu töten?“ Und weiter: „Wie kann man die lieben, die es aus Liebe zum Geld verhindern, dass die Arzneien zu den alten Menschen gelangen, und sie so sterben lassen?“ Oder jene, „die allein ihren eigenen Vorteil suchen, die eigene Macht und dabei so viel Übles anrichten“. Es habe den Anschein, „dass es schwierig ist, den Feind zu lieben“, doch genau dies fordere Jesus.

Die Liturgie dieser Tage stelle ein durch Jesus gewirktes „Aggiornamento“ des Gesetzes vor: vom Gesetz des Berges Sinai hin zum Gesetz des Berges der Seligsprechungen. Franziskus unterstrich, dass wir alle Feinde hätten. Im Grunde jedoch könnten wir selbst zu Feinden der anderen werden:


„Oft werden auch wir zu Feinden von anderen: wir wollen nicht ihr Wohl und Jesus sagt uns, dass wir die Feinde lieben müssen! Und das ist nicht leicht! Nicht leicht... Wir denken auch, dass Jesus uns zu viel abverlangt! Überlassen wir das den Klausurschwestern, die ja heilig sind. Überlassen wir das einer frommen Seele, aber im normalen Leben geht das nicht. Und das muss gehen! Jesus sagt: ‚Nein, wir müssen das tun! Weil ihr andernfalls seid wie die Zöllner, wie die Heiden. Weil ihr sonst keine Christen seid!’“.

Wie also könne es möglich sein, unsere Feinde zu lieben? Jesus „sagt uns zwei Dinge“. Vor allem gehe es darum, auf den Vater zu blicken, „der die Sonne über Guten und Bösen aufgehen und es über den Gerechten und Ungerechten regnen lässt“, da Gott alle liebe. Dann fordere Jesus, vollkommen zu sein, wie es auch der himmlische Vater sei. So gehe es darum, „den Vater mit jener Vollkommenheit der Liebe nachzuahmen“. Jesus „vergibt seinen Feinden, er tut alles, um ihnen zu vergeben“. Rache zu nehmen dagegen „ist nicht christlich“. Die Feindesliebe werde möglich durch das Gebet: „Wenn einer für den betet, der einem Leid zufügt, so ist es, als käme der Herr mit dem Salböl und bereite unsere Herzen für den Frieden vor“.

„Beten!“, so der Papst: „Das ist es, was uns Jesus rät: ‚Betet für eure Feinde! Betet für die, die euch verfolgen! Betet!’. Und zu Gott sollen wir sagen: ‚Ändere sein Herz! Er hat ein Herz aus Stein. Doch du: ändere es, gib ihm ein Herz aus Fleisch, damit er ein gutes Gespür habe und liebe!’ Allein diese Frage lasse ich euch und jeder soll mit seinem Herzen antworten: ‚Bete ich für meine Feinde? Bete ich für die, die mich nicht gern haben?’ Wenn wir mit ja antworten, werde ich sagen: ‚Geh weiter, bete mehr, das ist der gute Weg’. Wenn die Antwort ‚nein’ lautet, sagt der Herr: ‚Du Armer. Auch du bist der Feind der anderen!’ – Beten, damit der Herr das Herz jener ändert. Wir könnten auch sagen: ‚Der hat mir aber was Großes angestellt’, oder auch: ‚Diese haben Böses getan und das verarmt die Menschen und die Menschheit’. Und mit diesem Argument wollen wir dann die Rache vorantreiben oder jenes ‚Auge für Auge, Zahn für Zahn’“.

Es sei wahr, dass uns die Liebe zu den Feinden „ärmer macht“. Doch sie mache uns arm wie Jesus, der sich, „als er zu uns gekommen ist, erniedrigt hat und arm geworden ist für uns“. Einer könnte sagen, dass es kein gutes Geschäft sei, „wenn mich der Feind ärmer macht“. Nach den Kriterien der Welt handle es sich dabei zweifellos um ein schlechtes Geschäft. Dies aber sei die Straße, die Jesus zurückgelegt habe, der als Reicher für uns arm geworden sei. In dieser Armut, „in dieser Erniedrigung Jesu liegt die Gnade, die uns alle gerechtfertigt hat, die uns reich gemacht hat. Das ist das Geheimnis des Heils“.

„Mit der Vergebung, mit der Liebe zum Feind“, so der Papst abschließend, „werden wir ärmer: die Liebe macht uns arm, aber jene Armut ist Same der Fruchtbarkeit und der Liebe zu den anderen. Wie die Armut Jesu Gnade des Heils für uns alle geworden ist, Reichtum... Denken wir heute in der Messe an unsere Feinde, an die, die uns nicht gern haben: er wäre schön, wenn wir die Messe für sie aufopferten: Jesus, das Opfer Jesu, für sie, für jene, die uns nicht lieben. Und auch für uns, damit der Herr uns diese so schwierige, doch so schöne Weisheit lehre, damit er uns dem Vater, unserem Vater ähnlich werden lasse: er lässt die Sonne über allen aufgehen, über den Guten und den Bösen. Und er lässt uns dem Sohn ähnlich werden, Jesus, der in seiner Erniedrigung arm geworden ist, um uns mit seiner Armut reich zu machen“.

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