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| ![]() Über die Feindesliebe18. Juni 2013 in Spirituelles, 10 Lesermeinungen In der Gemeinschaft gibt es eine Schwester, die das Talent hat, mir in allem zuwider zu sein; ihr Benehmen, ihre Art zu reden, ihr Wesen waren mir sehr unangenehm - Gedanken der Hl. Thérèse von Lisieux Lisieux (kath.net) Die heilige Theresia vom Kinde Jesus (1873-1897) berichtet in ihren selbstbiographischen Schriften, wie sie mit einer unsympathischen Ordensschwester umging. In der Gemeinschaft gibt es eine Schwester, die das Talent hat, mir in allem zuwider zu sein; ihr Benehmen, ihre Art zu reden, ihr Wesen waren mir sehr unangenehm. Sie ist jedoch eine heilige Nonne, an der der liebe Gott sein Wohlgefallen haben muss. Daher wollte ich meiner natürlichen Antipathie nicht nachgeben und sagte mir, dass Nächstenliebe nicht in Gefühlen, sondern in Taten bestehe. So gab ich mir Mühe, für diese Schwester das zu tun, was ich für den Menschen getan hätte, den ich am meisten liebe. Bei jeder Begegnung betete ich zum lieben Gott für sie und opferte ihm alle ihre Tugenden und Verdienste auf. Ich spürte sehr wohl, dass Jesus das gefiel; denn es gibt keinen Künstler, der nicht möchte, dass seine Werke ihn loben, und Jesus, der Seelen kunstvoll gestaltet, freut sich, wenn man sich nicht bei Äußerlichkeiten aufhält, sondern zum Heiligtum im Innern vordringt, das er sich als Wohnstatt erwählt hat, und wenn man dessen Schönheit bewundert. Ich begnügte mich nicht damit, viel zu beten für diese Schwester, der ich so viele Kämpfe verdankte, sondern nahm mir vor, ihr alle nur denkbaren Dienste zu erweisen; und wenn ich versucht war, ihr eine verdrießliche Antwort zu geben, begnügte ich mich damit, ihr mein liebenswürdigstes Lächeln zu schenken, und bemühte mich, dem Gespräch eine andere Wendung zu geben... Wenn ich und die Schwester uns eine Arbeit teilen sollten und meine inneren Kämpfe zu heftig wurden, versteckte ich mich oft auch wie ein Deserteur. Da sie nicht die geringste Ahnung hatte, was ich für sie empfand, forschte sie auch nie argwöhnisch nach der Ursache meines Verhaltens und blieb davon überzeugt, dass mir ihr Wesen angenehm war. Eines Tages sprach sie mich bei der Rekreation mit überaus zufriedener Miene etwa so an: Würden Sie mir, liebe Schwester Theresia vom Kinde Jesu, sagen, was an mir Sie so anzieht? Ich sehe Sie jedes Mal lächeln, wenn Sie mich ansehen. O ja, was mich anzog, das war Jesus, der im Grunde ihrer Seele verborgen war, Jesus, der auch das Bitterste süß macht. Kathpedia: Thérèse von Lisieux Original Ordensgewand der hl. Thérèse von Lisieux Der Reliquienschrein der Heiligen im Karmel von Lisieux Gebet von Thérèse von Lisieux in Liedform: You fill my heart Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zuSpiritualität
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