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| ![]() Medienspekulationen in Rom: Warten auf den zweiten Mann15. Juni 2013 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen Neue Gerüchte um den künftigen Kardinalstaatssekretär - Korrespondentenbericht von Johannes Schidelko. Rom (www.kath.net/ KAP) Als jüngste Spekulation brachte am Freitag die römische Zeitung "Il Messaggero" den honduranischen Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga für dieses Amt ins Gespräch. Bald nach dem Weltjugendtag in Rio de Janeiro, zu dem Franziskus vom 22. bis 28. Juli seine erste Auslandsreise unternimmt, könnte die offizielle Ernennung bekanntgegeben werden, schreibt das römische Blatt ohne Angabe von Quellen oder Belegen. Maradiaga ist ein erfahrener und polyglotter Kirchenmann, der seit 20 Jahren das Hauptstadt-Bistum Tegucigalpa leitet. Der als Präsident von Caritas Internationalis in Rom, am Vatikan und in der Weltkirche gut vernetzt ist. Der dem Papst in vielen Sachfragen und in der Grundhaltung sehr nahesteht. Und den Franziskus zum Koordinator der achtköpfigen Kardinalsgruppe bestimmt hat, die ihn in der Kirchenleitung beraten und ihm Vorschläge zur Kurienreform unterbreiten soll. Dennoch scheint es nach bisherigen Maßstäben unwahrscheinlich, dass der Papst aus Lateinamerika seinerseits einen Lateinamerikaner zum Kardinalstaatssekretär erhebt. Zudem würde mit dem Kardinal aus Honduras auch der zweite Mann an der Kirchenspitze ein Ordensmanns sein (Franziskus ist Jesuit). Und dass erneut ein Salesianer - Maradiaga gehört wie Bertone diesem Orden an - die zentrale Leitung im Vatikan übernimmt, wäre eine weitere Verletzung alter Gepflogenheiten. Natürlich bleibt die Frage, ob Franziskus derartigen Proporzregeln überhaupt Bedeutung bei seinen Personalentscheidungen beimisst. Aber dass sich der erste Papst aus Lateinamerika einen Italiener oder zumindest einen Europäer als engsten Mitarbeiter wählt, dafür scheint manches zu sprechen. Und auch dafür, dass er - gerade nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre - einen Kirchenmann mit politischen und diplomatischen Erfahrungen auswählt, der den Vatikan gründlich kennt. So kursieren unter Vatikanisten bereits etliche Namen italienischer Kardinäle und Diplomaten. Am häufigsten genannt wird Giuseppe Bertello, Regierungschef des Vatikanstaates, der ebenfalls der achtköpfigen Kardinalskommission angehört. Aber auch erfahrene Nuntien großer Vatikanbotschaften sind im Gespräch, wie Erzbischof Luigi Ventura (Paris) oder Celestino Migliore (Warschau), der früher lange Jahre als vatikanischer Vizeaußenminister tätig war. Auch dessen Nachfolger als stellvertretender Außenamtschef, Pietro Parolin (Venezuela), wird genannt. Und mancher will dem Nuntius in Washington, Carlo Maria Vigano, eine Chance geben. Immerhin hatte er in der Regierung des Zwergstaates mit Missständen aufzuräumen versucht - und war unter nicht ganz geklärter Umstände in die USA versetzt worden. Sein "Fall" stand im Jänner 2012 am Beginn der "Vatileaks-Affäre", als seine vertraulichen Briefe an den Papst in einer italienischen TV-Sendung und später in dem Enthüllungsbuch "Seine Heiligkeit" publiziert wurden. Wen Franziskus aufgrund welcher Qualifikationen als Leiter des Staatssekretariats beruft, ist völlig offen. Und manches spricht dafür, dass die Ernennung erst im Umfeld der ersten Sitzung der von Kardinal Maradiaga koordinierten Kardinalsgruppe erfolgt, bei der es um die Neustrukturierung der römischen Kurie geht. Klar ist aber, dass diese Ernennung von zentraler Bedeutung dafür ist, dass der Vatikanapparat nach unruhigen Jahren wieder festen Tritt fasst. Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten. Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zuKurie
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