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Die größte Gefahr droht dem Glauben von innen

17. Juni 2013 in Deutschland, 6 Lesermeinungen
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Innerprotestantische Diskussion: Die „Kirchliche Sammlung“ kritisiert, dass der Einsatz für gesellschaftliche Themen wesentlich stärker ausgeprägt als „die leidenschaftliche Bezeugung und Weitergabe des Evangeliums“


Hamburg (kath.net/idea) Die größte Gefahr droht der evangelischen Kirche nicht von außen durch ihre Gegner, sondern von innen durch eine selbst herbeigeführte Verweltlichung. Das schreibt der Vorsitzende der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg), im Blatt dieser theologisch konservativen Vereinigung. Der Einsatz für gesellschaftliche Themen wie Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sei in der evangelischen Kirche wesentlich stärker ausgeprägt als „die leidenschaftliche Bezeugung und Weitergabe des Evangeliums auch bei denen, die nicht Christen oder nicht mehr Christen sind“. Die Hauptursache sieht Rüß darin, dass die Bindung an die Heilige Schrift und die altkirchlichen Bekenntnisse weithin der Bibelkritik und der Orientierung am gesellschaftlichen Meinungsstrom gewichen seien.


In ethischen Fragen keine Ökumene

Dafür führt Rüß mehrere Beispiele an, etwa das neue Pfarrerdienstrecht, das gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften im Pfarrhaus ermögliche - „wohl wissend, dass die Bibel sich eindeutig gegen praktizierte Homosexualität ausspricht“. Früher habe die evangelische Kirche für die Stärkung von Ehe und Familie eingestanden, heute stelle sie diese anderen Lebensformen gleich, auch der sogenannten „Homo-Ehe“. Verantwortlich seien der Feminismus und das „Gender Mainstreaming“ (Gleichstellung der Geschlechter auf allen Ebenen). In ethischen Glaubensfragen zum Schutz des Lebens habe die evangelische Kirche keine Gemeinsamkeit mehr mit der katholischen.

Kein „Christe, du Lamm Gottes“ mehr?

In Lehrfragen würden elementare Glaubenssätze ebenfalls weggelassen oder umgedeutet, kritisiert Rüß. Dazu gehöre der Sühnetod Jesu. Angeblich sei es nicht mehr vermittelbar, dass Jesus für die Sünde der Menschen am Kreuz gestorben ist. Rüß: „Dann kann man nicht mehr das ‚Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser’ singen, obwohl es Bestandteil jedes Abendmahlsgottesdienstes ist.“ Trotz dieser „Fehlentwicklung der Säkularisierung, Relativierung und Anpassung an den Zeitgeist“ gebe es in der evangelischen Kirche noch „lebendige, bibel- und bekenntnistreue Gemeinden“. Doch die Gesellschaft brauche verstärkt auch eine „bibeltreue, bekenntnisfreudige, nicht dem Zeitgeist angepasste Kirche“. Rüß ist auch Vorsitzender der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands.


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