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Verkauft Weltbild keine schwulen Liebesgeschichten mehr?

13. Juni 2013 in Deutschland, 6 Lesermeinungen
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Kanadischer Verleger blitzte mit seinem Titel „Schwule Liebesgeschichten aus aller Welt“ bei Weltbild ab - Verlagsauskunft: Weltbild fühle sich „eher traditionellen Werten verpflichtet“


Augsburg (kath.net) Weltbild fühle sich „eher traditionellen Werten verpflichtet“ und habe deshalb beschlossen, die Bücher des Verlegers Robert Christofle nicht nicht länger im Verlagsprogramm zu führen. Darüber berichtete „Stern“. Christofle, Verleger der kanadischen Icon Empire Press, hat neuerdings auch einen deutschsprachigen Titel im Sortiment: „Schwule Liebesgeschichten aus aller Welt“. Bisher konnte Christofle seine Titel problemlos über den Weltbild-Konzern verkaufen, doch nach Einsendung der „Schwulen Liebesgeschichten“ wurde dies nun seitens Weltbild eingestellt. Der Konzern Weltbild befindet sich vollständig in der Hand katholischer Bischöfe aus Deutschland und war in den letzten Jahren wegen seines Sortiments in heftige Kritik geraten, sowohl seitens katholischer Laien der Kirchenbasis wie auch seitens Papst Benedikt XVI.


Die Weltbildsprecherin äußerte: „Das Thema ist einfach sehr komplex und vielschichtig. Das hat einfach viele Seiten. Wir bedauern es, wenn durch unsere Auswahl ein falscher Eindruck entsteht. Wir bitten aber um Verständnis, dass wir uns wie andere Buchhändler auch vorbehalten, einzelne Titel und Verlage aus unterschiedlichsten Gründen nicht zu führen.“

Kanadischer Verleger verweist auf Titel mit Gewaltphantasien

Christofles Reaktion: „Das ist sehr bizarr. Ich sehe keinen Grund, warum sie an nicht-erotischen schwulen Büchern Anstoß nehmen sollten.“ Warum seine Bücher den „traditionellen Werten“ mehr widersprechen sollten als die Gewaltphantasien von „50 Shades“, das könne er nicht recht verstehen, berichtete „Stern“ weiter. Das Magazin wies eigens darauf hin, dass jene Bücher des Kassenrenners „50 Shades“ zwar mit einem Warnhinweis versehen wurden, aber ansonsten normal vertrieben werden.

Die Menge an Erotikliteratur habe sich durchaus reduziert, stellte der „Stern“ nach Recherche fest. Doch gebe es keine Anzeichen dafür, dass bei Weltbild eine Säuberung von schwulen Geschichten stattfinde, es seien dort einige Sach- und Jugendbücher sowie Biographien schwuler Paare auffindbar.

Immerhin, so recherierchte „Stern“, wer beim Weltbildkatalog online nach „schwulen Liebesgeschichten“ suche, erhalte die Information: „Ihre Suche nach schwulen Liebesgeschichten ergab keine Ergebnisse. Wir zeigen Ihnen die Ergebnisse zu Schulen Liebesgeschichten“.


Weltbild führt den umstrittenen Sadomacho-Porno ´Shades of Grey´ im Sortiment - ZUR DOKUMENTATION



Foto: (c) Weltbild/Screenshot


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