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ADAC-Geschäftsführer: Katholiken fehlt ein Vereinsblatt

29. Mai 2013 in Aktuelles, 7 Lesermeinungen
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Stefan Weßling, ADAC-Geschäftsführer und engagierter Katholik: «Wenn wir die Menschen nicht erreichen, verlieren wir die Beziehung zueinander»


München (kath.net/KNA) Stefan Weßling (54), ADAC-Geschäftsführer und engagierter Katholik, vermisst bei seiner Kirche eine Art Vereinsblatt wie die «ADAC-Motorwelt». Die evangelische Kirche mache mit «Chrismon» zumindest erste Erfahrungen, sagte Weßling der Zeitschrift «Gemeinde creativ». Leider hätten die Katholiken nichts Vergleichbares. Doch «wenn wir die Menschen nicht erreichen, verlieren wir die Beziehung zueinander», so Weßling. «Gemeinde creativ» ist die Zeitschrift des Landeskomitees der Katholiken in Bayern.

Gerade in der Kommunikationsstruktur und in der Verwaltung der Kirche sieht der Betriebswirtschaftler noch eine Menge Verbesserungsmöglichkeiten. Kirche und Professionalität müssten kein Widerspruch sein. Denn auch wenn der Computer im Pfarrbüro stehe und dort die Emails ankämen, bleibe die Frage, wann der Pfarrer die notwendige Information bekomme: «Andererseits braucht man nicht mit jedem neumodischen Kram mitzugehen, nicht jeder Priester muss ständig sein Smartphone zücken.»


Weßling ist überzeugt, dass die Erfahrungen seines Arbeitgebers für die Kirche «hoch spannend» sein könnten. Der ADAC habe bekanntlich Mitglieder. Doch für den Verein seien diese mehr als nur Kunden, nämlich eine «Solidargemeinschaft von 18,5 Millionen Menschen in Deutschland». Für viele von ihnen sei die Erfahrung wichtig: Wenn sie mit Auto liegen bleiben, «dann kommt jemand und hilft mir». Die Mitglieder spiegelten zurück, dass es ein gutes Gefühl sei, im ADAC zu sein: «Das wünsche ich mir für die katholische Kirche, in der ich beheimatet bin.»

Kritisch sieht Weßling den Begriff «Non-profit-Organisation», was der ADAC und auch die Caritas von der Sache her seien. Er bevorzuge eher die Bezeichnung «Not-for-profit-Organisation». Dies bedeute, mit den zur Verfügung gestellten Mitteln sehr effizient umzugehen. Gleichzeitig aber sei etwa der ADAC gehalten, in manchen Bereichen - «und das ist nicht verwerflich» - Gewinn zu machen. So könnten andere Bereiche, die viele Mittel benötigten, auch vernünftig dargestellt werden.

Wohlfahrtsverbände dagegen konzentrierten sich häufig darauf, Dinge zu tun, die Geld kosteten, aber nur zum Teil gegenfinanziert würden, schreibt der ADAC-Geschäftsführer. Wenn unter dem Strich ein Minus bleibe, werde versucht, dies noch irgendwie über Kostenkürzungen auszugleichen. «Das schmälert die Leistung, was nach außen hin kein gutes Bild abgibt.» Seiner Meinung nach sollten deshalb noch andere Geschäftsmodelle gefunden werden.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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