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Evangelische 'Ersatzpäpste' mit eigenwilligen Bibelauslegungen

27. Mai 2013 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Innerevangelische Kritik: Angesichts eigenwilliger Bibelauslegungen empfiehlt das Lutherische Einigungswerk den evangelischen Pfarrern, in den Bekenntnissen der Kirche nachsehen, „was geglaubt wurde und was geglaubt wird“


Leipzig (kath.net/idea) Wie ist die Heilige Schrift heute auszulegen? Um diese Frage ging es bei einem Thementag des Lutherischen Einigungswerkes am 22. Mai in Leipzig. Der Vizepräsident der Generalsynode der VELKD, Pfarrer Carsten Rentzing (Markneukirchen), hob dabei die Notwendigkeit gemeinsamer Kriterien für das Verstehen der Bibel hervor: „Wir brauchen eine kirchliche Auslegung der Schrift.“ Zwar hätten die Protestanten keinen Papst mit alleiniger Deutungshoheit über die Heilige Schrift, dafür inzwischen aber „Millionen von Ersatzpäpsten“, die die Bibel vielfach nach eigenem Gutdünken interpretierten. Das aber sei eine große Gefahr für den Zusammenhalt der Kirche, erklärte Rentzing. Um sicherzustellen, dass sie nicht eine „Privatauslegung“ biblischer Texte betrieben, sondern diese im Sinne der kirchlichen Verkündigung interpretierten, sollten Pfarrer in den Bekenntnissen der Kirche nachsehen, „was geglaubt wurde und was geglaubt wird“. Nur das könne Gegenstand der Verkündigung sein.


Mit Blick auf den aktuellen Gesprächsprozess innerhalb der sächsischen Landeskirche um die Öffnung des Pfarrhauses für homosexuelle Pfarrer und deren Partner in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen warnte Rentzing vor einem Aufkündigen der kirchlichen Gemeinschaft. Damit sei niemandem gedient.

Mehrheiten sind für die Kirche Jesu Christi unmaßgeblich

Zugleich betonte das Mitglied der sächsischen Landessynode, dass für die Kirche Jesu Christi Öffnung des Pfarrhauses mit „veränderten Lebenswirklichkeiten“ zu begründen. Rentzing: „Sonst müssten wir auch das 6. Gebot streichen, weil doch landauf landab Ehen gebrochen werden.“ Den Nutzen der gegenwärtigen Debatte in der sächsischen Landeskirche sieht Rentzing allerdings darin, dass „einige Gemeinden dadurch wieder häufiger in die Bibel schauen“. Das Lutherische Einigungswerk ist ein Werk der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und hat seinen Sitz in Leipzig. Es versteht sich als Klammer zwischen den Lutheranern in den Landeskirchen sowie in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Vorsitzender ist der Theologe Prof. Karl-Hermann Kandler (Freiberg).


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Lesermeinungen

 Bergsteiger 27. Mai 2013 
 

Das Wort Gottes kennen

Das Problem ist nicht, dass die evangelische Kirche keinen Papst hat. Das Problem ist, dass die Menschen Gottes Wort nicht lesen, nicht kennen, nicht im stillen Kämmerlein darüber nachdenken und nicht danach leben. Wer die Heilige Schrift GANZ gelesen hat und tâglich darin liest, bekommt Nahrung und Wegweisung aus erster Hand und wird nicht von "jedem Wind der Lehre" hin-und hergeworfen. Wer Gottes Wort kennt, im Gesamtkontext, kann prüfen und unterscheiden, ob das, was von der "Kanzel" aus gelehrt wird, mit der Schrift übereinstimmt.
Sogar zur Zeit Hoseas sagte Gott über seinen Dienr "mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis" Hosea 4, ein lesenswertes Kapitel.


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 Rolando 27. Mai 2013 
 

Gehorsamsproblem

Gehorsam will ich, nicht Opfer / wer euch hört hört mich, wer euch ablehnt, lehnt den ab der mich gesand hat / wie mich der Vater gesand hat, so sende ich euch / du bist Petrus, der Fels auf dem ich meine Kirche baue. Alles Worte der Hl. Schrift, die mit der Vernunft und mit dem Verstand ergründet werden können, es sind die Schlüssel der Einheit. Der Protestantismus befolgt diese Worte nicht, daher " PROTESTantismus". Wer den Papst nicht als Stellvertreter Christi erkennt und anerkennt hätte vor 2000 Jahren Jesus auch nicht erkannt und anerkannt. Auch wenn einige Päpste den Weg Jesu aufgrund menschlicher Schwäche verließen blieben sie der Richtung treu, wogegen Luther die Richtung änderte.


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 Theodor69 27. Mai 2013 
 

Bin so froh Katholik zu sein

Mich nerven wachsweiche Positionen, die sich beliebig ändern und dann wieder in sich unschlüssig sind, weil man es allen (nur nicht Jesus?) recht machen möchte. Da schätze ich, dass wir einen Papst und den Katechismus haben, die sich beide aus der heiligen Schrift herleiten lassen. Das ist was Konkretes, an dem man sich festhalten - oder vielleicht auch seine Schwierigkeiten haben kann - aber eben konkret.


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 Tilly 27. Mai 2013 
 

Durcheinander

Und diese Zustände möchten das ZdK und manche Bischöfe für den deutschen Sprachraum. Jeder sein eigener kleiner Papst, der für sich entscheidet, was man aus der Hl. Schrift gelten lässt und was nicht. Auch die Staaten haben Gesetze, die das Miteinander der Menschen regeln, ist das nicht der Fall, landen wir in der Barbarei. Nur in der Kirche soll jeder selbst bestimmen, welche Regeln Gottes für ihn genehm sind und welche nicht. Wohin diese Zustände führen, sehen wir an der EKD: Die Leute laufen davon und die wirklich Gläubigen organisieren sich in eigenen kleinen Gemeinden. Wollen wir diese Zustände bei uns auch? Ansätze sind dank Pfarrerinitiative, Kirche von unten u.ä. schon vorhanden.


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