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Auch der Tango gefällt mir18. Mai 2013 in Weltkirche, 16 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Interviewbuch gibt Auskunft über das Leben von Papst Franziskus. Von Johannes Schidelko (KNA).
Rom (www.kath.net/ KNA) Spätestens seit der Argentinier Jorge Mario Bergoglio im Konklave 2005 zum stärksten Konkurrenten von Joseph Ratzinger wurde, wuchs das Medieninteresse am Kardinal von Buenos Aires. Mehrere Interviewbücher mit und über ihn kamen heraus - auf Spanisch. Nach der Papstwahl vom 13. März wurden sie plötzlich zur gesuchten Informationsquelle über Leben und Denken von Franziskus, über seine theologische Position und seine Rolle in den Jahren der argentinischen Militärdiktatur (1976-83). Schon Anfang April lagen Übersetzungen auf Italienisch vor, dann folgten weitere Sprachen, nun auch die deutsche. Vor allem die Gespräche, die die Journalisten Sergio Rubin und Francesca Ambrogetti zwischen 2007 und 2010 mit Bergoglio führten und unter dem Titel El Jesuita herausgaben, waren gefragt. Wie in einer Biografie spricht Bergoglio hier über sich selbst, über seine Rolle als Priester und Bischof, und über die Lage in seiner Heimat. Es erscheint ein pastoral ausgerichteter, bescheidener Jesuit, der tiefgründige Analysen in einfachen Worten darlegt. Die Kirche müsse mehr auf die Menschen zugehen. Sie dürfe nicht nur Pfarrarbeit verwalten, dürfe sich nicht in sich selbst verschließen, sonst trocknet sie physisch und geistig aus, ist Bergoglio überzeugt. Die Zeiten seien anders als im biblischen Gleichnis, wo der gute Hirte seine 99 Schafe zurückließ, um das eine verlorene zu suchen: Heute sei in der Herde nur noch ein einziges Schaf, und die 99 verlorenen gehen wir nicht suchen. 
Das Buch zeigt, dass Bergoglio nichts von Kompromissen in Glaubenssachen oder von einer Verwässerung der Inhalte hält, um die Kirche attraktiver zu machen. Allerdings mahnt er, die gesamte Breite des Glaubens in den Blick zu nehmen, ihn nicht auf Sexualmoral und Kondome zu verengen. Mit Nachdruck tritt er für den Lebensschutz ein, der sich jedoch nicht auf einen Kampf gegen die Abtreibung beschränken dürfe. Er müsse auch Hilfe für Schwangere einschließen, angemessene Ernährung für Kinder, Gesundheitsfürsorge das ganze Leben hindurch, Sorge für die Alten, Absage an Euthanasie. Am Zölibat hält Bergoglio fest. Er glaubt nicht, dass eine Lockerung auf Dauer die Zahl der Priester steigern würde. Die These vom Zusammenhang zwischen Zölibat und Missbrauchsskandalen weist er zurück. Zugleich forderte er eine strenge Überprüfung von Priesteramtskandidaten. Im Bistum Buenos Aires würden 40 Prozent der Bewerber nicht aufgenommen. Das Buch zeichnet einen Menschen von tiefer Gläubigkeit. Bergoglio bezeichnet Barmherzigkeit, Geduld und Liebe als wichtigste christliche Haltungen, Hochmut ist für ihn noch schlimmer als Hass. Er empfiehlt, die Mystik der Effizienz zu relativieren. Breite Einblicke gibt die Biografie auch in das Privatleben des neuen Papstes. Er berichtet, wie er zum Priestertum kam; dass er als junger Mann eine Freundin hatte, von der er sich aber mit Blick auf seine geistlicher Berufung trennte. Dass er gerne Tango tanzte; dass er aufgrund seiner Lungenoperation nicht singt. Dass er gerne liest, Hölderlin liebt, Musik hört - Beethoven. Dass ihm Marc Chagalls Weißes Kreuz gefällt. Bergoglio gesteht, dass er etliche Sprache konnte: Französisch, Deutsch, dass er mit Englisch einige Probleme hatte, dass ihm insgesamt bei Fremdsprachen die Praxis fehle. Und er betont, dass er bei schwierigen Entscheidungen nicht mehr seinem ersten Impuls folgt, sondern erst einmal weitere Aspekte zu bedenken gelernt hat. All dies dürfte sich auch auf sein Pontifikat auswirken. Ausführlich äußert sich Bergoglio auch zur Zeit der Militärdiktatur. Damals habe er vielen Menschen geholfen, sie vor drohender Verhaftung versteckt und so gerettet. Einem Mann, der ihm ähnlich sah, habe er mit seinem Ausweis die Flucht ermöglicht. Er wies die Vorwürfe um zwei Jesuiten zurück, die vorübergehend verhaftet wurden, weil er sie als Ordensprovinzial angeblich nicht ausreichend geschützt habe. Ein Thema, das nach der Papstwahl kurz für Schlagzeilen sorgte. Bergoglio legt den Zusammenhang dar und berichtet, wie er sich in das Haus von General Jorge Videla und Admiral Emilio Massera eingeschmuggelt habe, um sich bei ihnen persönlich für diese beiden Mitbrüder einzusetzen. (C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Jegliche mediale Nutzung und Weiterleitung nur im Rahmen schriftlicher Vereinbarungen mit KNA erlaubt.
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Lesermeinungen| | Toribio 21. Mai 2013 | | | | @ Marienzweig Ja, so in etwa habe ich es gemeint. Mit Liebe ist Hingabe gemeint. An Gott u. die Mitmenschen. Das DU, das Wohl des anderen, das Dienen muss im Vordergrund stehen - heutige Franziskus-Perle! Dem steht aber unser Egoismus entgegen... wir haben alle unseren Eigenwillen. Dieser muss überwunden werden! Am Ende sollte nur mehr der Wille Gottes zählen und unsere Liebe ganz selbstlos sein. Als sündige Menschen schaffen wir diese Wandlung aber nicht aus eigener Kraft, sondern bedürfen der Erlösung. Jedes Mal, wenn wir uns in der Messe unter das Kreuz Christi stellen, geschieht ein Stück Wandlung. Das ist der Sinn und Zweck der Messe, neben der Vereinigung mit dem Herrn selber. Dieses Heilsmysterium zu verstehen ist das Zentrale des kath. Glaubens. Entscheidend sind also das Bewusstsein, dass man Sünder ist, und die Erfahrung, dass man erlöst worden ist. Dass es einen liebenden Erlöser gibt, der uns aus unserem Elend herausholt. DAS muss vermittelt werden. Nur Bravsein allein ist zuwenig. |  1
| | | | | 21. Mai 2013 | | | | Toribio, 3 Das Buch, das hier vorgestellt und besprochen wird, scheint vieles vom Denken und Handeln Papst Franziskus zu erklären.
Ich denke, es beantwortet in vielem auch meine Fragen, wie er Kirche und Welt und all die vielen Problembereiche beurteilt.
Das ist gut und vor allem hilfreich zum besseren Verständnis seiner Person.
Ich werde mich also vertrauensvoll an die Arbeit machen und versuchen, ihm näher zu kommen, seine Perlen anzunehmen und die inneren Hürden Schritt für Schritt zu überwinden.
Vielen Dank für Ihre gedanklichen Anregungen, Toribio! |  0
| | | | | 21. Mai 2013 | | | | Toribio, 2 Ich finde es sehr spannend, abseits von der aktuellen Aufmerksamkeit, sich untereinander auszutauschen.
Ihre evtl. Vermutung den Verstand überzubewerten, diese Gefahr sehe ich bei mir nicht, im Gegenteil.
Die Sprache des Herzens ist mir wichtig, auch im Umgang mit Gott.
Zu Ihrer 2. Erwiderung:
Natürlich ist Papst Franziskus nicht verpflichtet, "Marienzweig" Rechenschaft über seine Wohnstatt zu geben.
Ihr Argument, warum er noch immer im Gästehaus wohnt, könnte u.U. zutreffen.
Und dieses Motiv zu benennen, wäre in der Tat taktlos gegenüber Benedikt.
Sie haben mir dankenswerterweise Material zum Nachdenken gegeben.
Aber generell bin ich für Klarheit, damit man weiß, womit man es zu tun hat.
Und Papst Franziskus ist für mich halt einfach noch nicht klar zu fassen.
Dies ist es genau, was mich (noch) irritiert! |  0
| | | | | 21. Mai 2013 | | | | @Toribio, 1 Ich beziehe mich auf Ihre 1. Erwiderung
und glaube nun, besser zu verstehen, was Sie meinen.
Gott liebt uns! Jesus hat uns diese Liebe gezeigt und erwiesen.
Wir dürfen diese Liebe erwidern und sie Ihm, so gut es uns möglich ist, zurückgeben:
In unserer Hingabe, unserem Vertrauen, unserem Wunsch, Ihm wirklich folgen zu wollen und unserer Dankbarkeit allem gegenüber, was uns geschenkt wird.
Daraus resultierend ergibt sich für uns das Bemühen um einen anderen und besseren Umgang mit anderen:
Geduld üben, barmherzig sein, an ihnen annehmen können, was uns doch so schwer fällt.
Hatten Sie das gemeint?
Seit ich zu einem lebendigen Glauben gekommen bin, ist es diese innere Haltung, um die ich mich sehr bewusst bemühe.
Sie haben recht, Jesus hat uns die Liebe vorgelebt.
Sie nachzuahmen und in unserem Alltag umzusetzen befreit uns, macht froh, dankbar und schenkt viel innere Freiheit.
Die Liebe und das Vertrauen in Gott macht uns auch belastbarer, habe ich den Eindruck. |  0
| | | | | Toribio 21. Mai 2013 | | | | Nochmals zum Eigentlichen Franziskus will uns den Schatz des lebendigen Christus, den Schatz des Hl. Geistes in unserem Herzen, den Schatz eines christl. Lebensentwurfs nahe bringen. Wenn man zu sehr moralisieren würde, würde man diese Botschaft abschwächen.
Dazu erzählt er diese Anekdote:
"Ein Seminarist mit extremen ideologischen Konzepten wurde zum Priester geweiht. Nach ein paar Tagen sollte er in einer Klosterschule die Erstkommunion abhalten. Welch wunderbare Gelegenheit, den Kindern von der Schönheit Jesu zu erzählen! Aber nein! Vor der Kommunion erinnerte er sie an die Bedingungen, um die Kommunion würdig zu empfangen: eine Stunde vorher nüchtern bleiben, in der Gnade Gottes sein, und ... keine Verhütungsmittel gebrauchen! Da saßen diese Mädchen in weißen Kleidern, und er kam ihnen mit dem Thema Empfängnisverhütung. Dies sind Verzerrungen, zu denen es manchmal kommt. Und das meine ich, wenn ich von einem Abstieg von der Schönheit des Kerygma hin zur Sexualmoral spreche."
Ist es jetzt klarer? |  1
| | | | | Toribio 21. Mai 2013 | | | | @ Marienzweig -2- Um den vorigen Gedanken abzuschließen: Sie haben anderswo die Frage gestellt, warum Franziskus nicht klipp und klar sagen kann, dass er auf Dauer im Gästehaus zu wohnen beabsichtigt. Warum wollen Sie das unbedingt wissen und warum irritiert Sie das, wenn Sie darauf keine Antwort bekommen? Und: Warum werden Sie gleich so misstrauisch? So wie ich Franziskus mittlerweile kenne, könnte der Grund für sein Verhalten ganz banal sein: dass er nämlich aus Respekt gegenüber Benedikt XVI. solange nicht im Apostolischen Palast einzieht, solange sein Vorgänger noch am Leben ist. Ich höre Sie schon fragen, warum er das dann nicht einfach sagen kann? Gegenfrage: Ist er in Ihren Augen verpflichtet, über alles Rechenschaft abzulegen? Ich denke nicht.
Im erwähnten Buch werden Franziskus auch große erzieherische Fähigkeiten bescheinigt... er wird genau wissen, wie er uns dazu bringt, wieder mehr Vertrauen zum Papst, zum Klerus, zur Kirche zu bekommen.
Haben wir einfach ein bisschen mehr Vertrauen! |  1
| | | | | Toribio 21. Mai 2013 | | | | @ Marienzweig -1- Ich glaube, da liegt jetzt ein Missverständnis vor. Mir ging es nicht darum, die Moral klein zu reden.
Ich wollte auf das Neue hinweisen, das Christus gebracht hat: die Liebe, die Hingabe, das gegenseitige sich-Annehmen trotz Fehler und Schwächen, damit wir frei werden. Das Evangelium Christi ist eine Botschaft der Befreiung! Von der Sünde, den Leidenschaften, schlechten Gewohnheiten. Durch Aushalten dessen, womit uns andere belasten, kommen wir selber davon frei.
Leider sind wir trotz dieses Wissens oft zu sehr noch der alte Mensch, der gerne alles aufrechnet, also gerne moralisiert.
Sie erwähnten den Verstand... ja, aber wir sollten ihn nicht überstrapazieren! Analysen sind wichtig, aber muss man immer alles genau verstehen und unter Kontrolle haben? War für mich selber lange Zeit ein Problem, so dass es mir schwer gefallen ist, mich ganz Gott anzuvertrauen, mich führen zu lassen. Immer etwas hin- und hergerissen... und gleich misstrauisch, wenn Erklärungen ausgeblieben sind. |  1
| | | | | 20. Mai 2013 | | | | @Toribio -2- Ich darf Ihnen sagen, dass ich einmal vor wenigen Jahren in einer Wallfahrtskirche eine tiefe Gotteserfahrung machen durfte.
Seitdem "weiß" ich, dass Gott uns wirklich liebt. ER wird uns verzeihen, alles und immer!
Dessen bin ich mir sicher!
Aber - Er hat sicher auch Erwartungen an uns: Die Hingabe, das Vertrauen, die Reue über unser Fehlverhalten, das Bemühen um ein -altmodisch ausgedrückt- gottesfürchtiges Leben.
Dies zu benennen muss kirchlicherseits erlaubt sein. Ob das nun mit dem Schwingen der Moralkeule etwas zu tun hat, glaube ich nicht.
Noch einmal, man müsste wissen, welche Themen es sind, die Sie genau meinen und wo Sie die entsprechenden Moralkeulen im Einsatz sehen.
Wenn ich anderen Menschen schade und Leid antue und das passiert doch immer wieder, dann schade ich nicht nur diesen Betroffenen und meiner Seele dazu, sondern ich tue damit auch Gott "weh".
Und ich will IHM nicht weh tun!
Dies ist mein Wunsch!
Nur leider - die Realität! |  0
| | | | | 20. Mai 2013 | | | | @Toribio -1- haben Sie den Eindruck, dass ständig mit der Moralkeule hantiert wird?
Es käme jetzt natürlich darauf an, zu wissen, welches Thema, die Moral betreffend, Sie hier im Auge haben.
Der Gesetzgeber stellt Normen auf, um ein gedeihliches Zusammenleben der Vielen gewährleisten zu können.
Diese werden mehr oder weniger eingehalten, je nachdem.
Es sind weltliche Gesetze, die in weiten Teilen ihren Sinn haben.
Es ist gut und richtig, dass sich unser Gottesbild im Gegensatz zu früher gewandelt hat.
Die Liebe zu Gott macht unser Leben reich, die Angst vor Ihm dagegen lähmt.
Aber ich sage Ihnen ganz offen, einen kuschelweichen "Teddybär-Gott" würde ich mir nicht wünschen, auch keinen "Schwamm drüber!-Gott".
Ich nehme Gott ernst und ich denke, dass auch Er uns ernstnimmt.
Er hat uns die persönliche Freiheit, das Fühlen und den Verstand gegeben und Er darf mit Recht erwarten, dass wir uns dieser Gaben klug und verantwortungsvoll bedienen. |  0
| | | | | 19. Mai 2013 | | | | innerer Kompass Papst Franziskus: "Sich ethisch zu verhalten gehört zum Wesen des Menschen, noch vor aller Religion."
Ja, das denke ich auch!
Ein Mensch -nachdenkend, fühlend, im guten Kontakt mit anderen sein wollend, die Welt um sich herum beobachtend, charakterstark- wird sich, unabhängig von Religion, um ethisches Verhalten bemühen.
Es ist auch eine Frage der Selbstachtung, die ihn veranlasst, ethisch zu handeln.
Auch ein Nichtglaubender spürt sehr genau, wenn er sich gegen seine eigenen inneren Maßstäbe gewendet hat.
Für einen Gläubigen kommt hinzu, dass er außer auf sich selbst auch auf Gott hören will.
Nicht aus Angst, sondern aus Liebe zu Ihm!
Ich weiß jetzt aber nicht, ob ich den Sinn Ihrer Frage richtig verstanden habe. |  0
| | | | | Toribio 19. Mai 2013 | | | | Ethik und Moral: Frage an alle Mitleser hier... Franziskus hat hier etwas für mich Neues ins Spiel gebracht. Ausgehend von der Frage nach der Kluft zw. gewissen Vorschriften der Kirche und dem, wie die Katholiken sie heutzutage befolgen, hat er u.a. gesagt: "Sich ethisch zu verhalten gehört zum Wesen des Menschen, noch vor aller Religion." Kein Mensch, sei er nun gläubig o. nicht, könne sich dem Anspruch der Ethik entziehen.
Und später: "Und im Bereich der Moral - vielleicht nicht so sehr in Predigten als bei anderen Gelegenheiten - spricht man am liebsten über die Sexualmoral, das heißt über alles, was in irgendeinem Bezug zur Sexualität steht: Ob man das oder jenes darf oder nicht darf. Und so vergessen wir den Schatz des lebendigen Christus, den Schatz des Hl. Geistes in unserem Herzen, den Schatz eines christl. Lebensentwurfs, der doch weit mehr beinhaltet als die sexuellen Fragen. Wir lassen eine reiche Katechese mit den Geheimnissen des Glaubens, des Credo, beiseite u. fokussieren uns..."
Katechese weit vor aller Moral? |  2
| | | | | Toribio 19. Mai 2013 | | | | Richtige Reihenfolge bei der Verkündigung Interviewer: "Wollen Sie damit sagen, dass einige von Themen der Sexualität mehr umgetrieben werden als vom Kern der religiösen Botschaft?"
Bergoglio: "Darauf will ich hinaus. Am Anfang steht die Begegnung mit Jesus Christus. Dieser Begegnung folgt das Nachdenken, das mit Hilfe der Katechese zu leisten wäre. Und zwar das Nachdenken über Gott, Christus und die Kirche. Daraus lassen sich dann die moralischen Grundsätze, sowie die in der Religion begründeten Verhaltensweisen ableiten."
Oft sei eine Abschwächung des Religiösen festzustellen, weil es an einem lebendigen Glauben fehlen würde. Das ist genau das, was ich selber immer wieder festgestellt habe: Wo der Glaube aufgrund der fehlenden Christusbegegnung nicht lebendig ist und unverstanden bleibt, wird alles nur als Pflicht empfunden und führt gerne zu Pharisäertum und Bigotterie.
Predigten sollten kerygmatisch sein mit einem gewissen Anteil an Katechese. Oft aber wären sie moralisch und bestenfalls noch katechetisch. |  2
| | | | | Toribio 19. Mai 2013 | | | | @ Winni Pohl Wir sollten nicht nur das Evangelium Jesu Christi in seiner ganzen Bandbreite leben, sondern es auch entsprechend verkünden. Darauf wollte m.E. Franziskus hinweisen, und uns vor der Gefahr warnen, die religiöse Botschaft abzuschwächen, indem wir weniger die Botschaft als vielmehr die Moral in den Mittelpunkt stellen.
Dazu schreibt er: "Das Wichtige an der Predigt ist, dass Jesus Christus verkündigt wird, das, was die Theologie das Kerygma nennt. Es sagt, dass Jesus Christus Gott ist, dass er Mensch geworden ist, um uns zu retten, dass er in dieser Welt gelebt hat wie einer von uns, dass er leiden musste, gestorben ist, begraben wurde und auferstanden ist. Dies ist das Kerygma, die Verkündigung des Christus, die den Menschen staunen lässt, ihn zur Kontemplation und zum Glauben führt."
Manche kämen schneller zum Glauben, manche bräuchten etwas länger. Jeder hätte seine eigene Weise, zum Glauben zu kommen. Und er schließt dann damit ab: "Der Glaube ist die Begegnung mit Christus." |  3
| | | | | Toribio 18. Mai 2013 | | | | Kirche darf sich nicht in sich selbst verschließen! "Einer Kirche, die sich darauf beschränkt, die Arbeit in einer Pfarrei zu verwalten, die sich in ihrer eigenen Gemeinschaft einigelt, wird das Gleiche passieren wie jemandem, der eingesperrt ist: Er verkümmert physisch und mental. Oder er verfault, wie ein abgeschlossenes Zimmer, in dem sich Moder und Feuchtigkeit ausbreiten. Einer auf sich selbst bezogenen Kirche geschieht dasselbe wie einer nur auf sich selbst fixierten Person: Sie wird psychotisch und autistisch."
"Ich glaube, dass eine Kirche, die sich bloß auf das Verwalten beschränkt, um ihre kleine Herde zu bewahren, eine Kirche ist, die auf lange Sicht krank wird."
Das sind starke und nachdenklich machende Worte! |  1
| | | | | Toribio 18. Mai 2013 | | | | Pastoral ausgerichteter Jesuit, der... ... tiefgründige Analysen in einfachen Worten darlegt. Wunderbar auf den Punkt gebracht! Ein Mensch mit Tiefgang und großem Charme, ein Seelsorger mit einem weiten Herzen. Davon zeugen auch Tag für Tag seine Predigten.
Kleriker müssten sich bemühen, Hirten zu sein und nicht nur Verwalter. Katholiken - Kleriker wie Laien - müssten die Begegnung mit den Menschen suchen. Anders als im Gleichnis vom guten Hirten hätten wir heute nur mehr ein Schaf im Stall und 99, die wir nicht suchen gehen. "Ich glaube wirklich, dass die Grundoption der Kirche gegenwärtig nicht ist, Vorschriften zu reduzieren oder ganz abzuschaffen oder dies oder jenes zu erleichtern, sondern auf die Straße zu gehen, um die Menschen zu suchen, und sie persönlich kennen zu lernen. Und das nicht nur, weil es ihre Sendung ist, hinauszugehen, um das Evangelium zu verkünden, sondern weil die Kirche selber Schaden nimmt, wenn sie es unterlässt."
Auf die Frage, wie das gemeint sei, gab er eine interessante Antwort. |  1
| | | | | Toribio 18. Mai 2013 | | | | Eine große Persönlichkeit! Bin auch gerade beim Lesen dieses Buches, das einen tiefen Einblick in das Denken von Franziskus gewährt. Das Buch lässt uns den Papst von seinen Wurzeln her verstehen: der Geschichte seiner Familie, seiner Kindheit, seiner Berufung, seiner Ausbildung usw. Ein wesentliches Element scheint mir dabei auch das Erleben von Armut und Extremsituationen zu sein. Das war bestimmt mitprägend für sein Denken und hat ihn wohl zu dem werden lassen, der er heute ist: ein bescheidener, demütiger und tiefgläubiger Mensch, ganz in der Nachfolge Christi, der, wie der Rabbiner Skorka betont, bemüht ist, das jeweilige Gegenüber, vor allem den leidenden Menschen, zu verstehen und mit ihm zu fühlen. Demut und das Verstehenwollen seines Gegenübers seien die besonderen Merkmale. Ich denke, dass genau das die Leute bei allen seinen Aktionen spüren: er selber nimmt sich weitgehend zurück, wichtig sind ihm die anderen! Mit seiner Zuwendung und Einfachheit hat er spontan die Herzen der Menschen erreicht. |  1
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