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Dem Herrn begegnen und die Begegnung mit dem Herrn zulassen

17. Mai 2013 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Franziskus-Perle des Tages: Das Problem besteht nicht darin, Sünder zu sein. Problem ist, die Sünde nicht zu bereuen, sich nicht dessen zu schämen, was man getan hat. Der Adel der Tränen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Problem ist nicht, dass der Mensch Sünder ist. Das wahre Problem besteht darin, dass er sich nicht in der Liebe durch die Begegnung mit Christus verwandeln lässt. Diesen Kernpunkt betonte Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Freitag der siebten Osterwoche. Am Gottesdienst nahmen unter anderen einige Angestellte der Vatikanischen Museen teil.

Der Papst ging in seiner Predigt vom Evangelium des Tages aus (Joh 21,1.15-19), in dem der auferstandene Jesus drei Mal Petrus fragt, ob er ihn liebe. Es sei dies ein Dialog der Liebe zwischen dem Herrn und seinem Jünger. Franziskus ging der Geschichte der Begegnungen zwischen Jesus und Petrus nach: von jenem ersten „Folge mir nach!“ bis hin zu seinem neuen Namen: „Du sollst Kephas heißen, das heißt Fels (Petrus)“, das heißt bis hin zu seiner Sendung. Auch wenn Petrus nichts verstanden hätte, „war der Auftrag gegeben“. Als Petrus ihn dann als den Messias erkenne und sofort danach sein „Nein“ zum Weg des Kreuzes sage, antworte Jesus ihm: „Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen!“, und er akzeptiere diese Erniedrigung.

Petrus „glaubte oft, ein guter Mann zu sein“, so Franziskus. So sei er in Getsemani zu Füßen des Ölbergs „feurig“ gewesen und habe zum Schwert gegriffen, um Jesus zu verteidigen. Dann aber verleugne er ihn drei Mal: „Und als Jesus den Blick seines so schönen Antlitzes auf ihn richtet, weint Petrus“. So „lässt Jesus in diesen Begegnungen gleichsam die Seele des Petrus reifen, sein Herz, er lässt es in der Liebe reifen. So schämt sich Petrus, als er hört, wie Jesus ihn drei Mal fragt: ‚Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?’, er schämt sich, da er sich daran erinnert, als er drei Mal behauptet hatte, ihn nicht zu kennen“.


Petrus sei von Schmerz ergriffen worden, als Jesus ihn zum dritten Mal gefragt habe: „Liebst du mich?“: „Dieser Schmerz, diese Scham... Ein großer Mann, dieser Petrus... ein Sünder, Sünder. Doch der Herr lässt ihn spüren, ihn und auch uns, dass wir alle Sünder sind. Das Problem besteht nicht darin, Sünder zu sein: Problem ist, die Sünde nicht zu bereuen, sich nicht dessen zu schämen, was man getan hat. Das ist das Problem. Petrus hat diese Scham, diese Demut, nicht? Die Sünde, die Sünde des Petrus, ist eine Tatsache, die ihn mit dem großen Herzen, das er hatte, zu einer neuen Begegnung mit Jesus führt, zur Freude der Vergebung“. Der Herr nehme seine Verheißung nicht zurück, als er gesagt habe: „Du bist der Fels“, und jetzt sage er ihm: „Weide meine Lämmer!“, „und er übergibt seine Herde einem Sünder“.

„Petrus aber war ein Sünder, doch er war nicht verdorben, nicht wahr?“, so Franziskus: „Sünder ja, wir alle! Verdorben: nein. Einmal habe ich von einem Priester gehört, der ein guter Pfarrer war und gut arbeitete. Er wurde zum Bischof ernannt, und er schämte sich, weil er sich für unwürdig hielt. Er quälte sich geistlich. Und so ist er zu seinem Beichtvater gegangen. Der Beichtvater hörte ihm zu und sagte ihm: ‚Sei doch nicht erschrocken! Wenn sie Petrus mit seiner großen Sünde zum Papst gemacht haben, dann geh auch du voran!’. Der Herr ist es, der so spricht. Der Herr ist so. Der Herr lässt uns in den vielen Begegnungen mit ihm reifen, auch mit unseren Schwächen, wenn wir diese anerkennen, mit unseren Sünden...“.

Petrus habe sich von den vielen Begegnungen mit Jesus geradezu formen lassen. „Dies nützt uns allen“, so der Papst, „weil wir auf demselben Weg sind. Petrus ist ein großer Mann, doch nicht, weil er so gut ist, sondern weil er ein edler Mann ist und ein edles Herz hat, und dieser Adel bringt ihn zum Weinen, er bringt ihn hinein in diesen Schmerz, in diese Scham, und er führt ihn auch dazu, seine Arbeit aufzunehmen und die Herde zu weiden“.

„Bitten wir heute den Herrn“, so Franziskus abschließend, „dass uns dieses Beispiel des Lebens eines Mannes, der ständig dem Herrn begegnet und den der Herr reinigt, den er in diesen Begegnungen reifer macht, auch uns helfe, voranzugehen: auf der Suche nach dem Herrn, in der Begegnung mit ihm, im Geschehen der Begegnung mit ihm. Mehr als dies jedoch ist es wichtig, es zuzulassen, dass der Herr einem begegnet: er sucht uns immer, er ist uns immer nahe. Wie oft aber schauen wir auf die andere Seite, weil wir keine Lust haben, mit dem Herrn zu reden oder es zuzulassen, dass er uns begegnet. Dem Herrn begegnen, doch wichtiger ist, es zuzulassen, dass er einem begegnet: das ist eine Gnade. Das ist die Gnade, die uns Petrus lehrt. Wir wollen um diese Gnade bitten. Amen“.

Der Tweet des Tages:

Fragen wir uns, ob unser Leben wirklich von Gott erfüllt ist. Wie viele Dinge ziehen wir ihm tagtäglich vor?

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